Windkraft für Städter: Quiet Revolution

Waaaaaah, da stellen sich bei mir alle Haare auf, wenn ich das lese: Eine Windturbine, die nicht in bekannter Propeller-Manier daherkommt, sondern deren Rotorblätter sich um eine vertikale Achse drehen. Soll angeblich sehr viel leiser sein als die andere Methode. Und hier kommen wir schon zu Schritt B: So leise angeblich, dass man die Dinger in Städten aufstellen kann (na hurra!). Und nicht nur das. Wenn man die Dinger in Städten aufstellt, dann kann man sie ja gleich vorzüglich zweitnutzen, als Werbeträger (super!). Und deshalb haben die Macher von Quietrevolution an der Außenseite der Turbine LEDs angebracht. Dreht sich die Turbine, erscheinen ab den Abendstunden darauf Werbebotschaften. Das heißt, wenn nicht die LEDs wieder total verdreckt sind vom Vogelblut und -stückchen, vermischt mit Schwermetallen und Ruß. Mist. [bda]

  1. Windkraftanlagen, die keine herkömmlichen Rotorblätter haben, sind eigentlich ein alter Hut. Auf einigen Schiffen dienten sie bereits der Energiegewinnung.
    Dass man solche Teile auch in Städten aufstellt ist doch eine gute Idee für sauberen Strom. Und dann ein wenig Werbung drauf, damit sich die Dinger besser rentieren ist doch super. Es kommt einfach drauf an, wo man diese Dinger aufstellt. In einem Altbaubereich oder Alleen ist das sicherlich feuchter Bullshit, aber modernisierte Plätze oder Straßenzüge, durch die ohnehin den ganzen Tag der Wind pfeift, wären doch klasse Orte.

  2. Ich finde das auch eine sehr gute Idee. Über noch mehr Werbung wäre ich zwar nicht gerade begeistert, aber wenn sich diese Dinger dadurch finanzieren liessen, wäre das ein lohnenswerter Kompromiss.

  3. Jepp. Wie schon von Timbo geschrieben,
    eher eine Wiederentdeckung, denn ein Neuentdeckung. Das oben beschriebene Prinzip nennt man Savonius-Rotor. Das Besondere ist weniger das dieser Windradtyp leiser ist,
    sondern viel interessanter ist, das er sich schon bei wesentlich geringerer Windstärke mit beachtlichen Geshwindigkeiten dreht.

  4. Das System ist tatsächlich schon sehr alt (um 1925 erfunden, Sigurd Savonius). Das mit der hohen Geschwindigkeit stimmt so nicht. Savonius-Rotoren sind Langsamläufer, die allerdings ein hohes Drehmoment entwickeln. Durch die niedrige Geschwindigkeit bedingt kann man nicht so ohne weiteres Strom damit erzeugen. In aller Regel muss zwischen Rotor und Generator ein Getriebe geschaltet werden, was die Netto-Leistung aufgrund verschiedener Faktoren verringert. Die oben abgebildeten Rotoren wären bestenfalls in der Lage, Parkscheinautomaten o. ä. zu betreiben und wären tatsächlich eher Werbeträger (da Eye catcher). Will sagen: die Stromgewinnung würde sich nur dort lohnen (im Verhältnis zu den Herstellungskosten), wo Stromleitungen für teures Geld erst hinverlegt werden müssten. Alle Statements beziehen sich auf Anlagen in der Größe wie auf dem Bild. Eine Einspeisung ist Stromnetz wäre absolut unrentabel, da Gleichrichter und Steuerungselektronik sündhaft teuer würden. Erst bei großen Anlagen ab mind. 2 kW Leistung (z. B. für Flachdächer auf Industrie- oder Bürogebäuden) rechnet sich die Stromgewinnung und Einspeisung möglicherweise. Üblich sind andere Verwendungen: Als Pumpenantrieb, direkte Umwandlung der Energie in Heizstäben zur Wassererwärmung usw.
    So, genug gequasselt. Das da oben ist ein netter Hingucker, mehr nicht.

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