Keine Männerliebe in Mittelerde

Die Macher von „Lord of the Rings Online: Shadows of Angmar“ schlagen in puncto Homophobie deutlich meinen rumänischen Zeitungshändler. Während Chico nur Opfer einer falschen Verehrung von Reggae-Musikern wie Buju Banton ist und mit behutsamer Ansprache durchaus an den Wertekanon mitteleuropäischer Gesellschaften (inkl. Toleranz für Gleichgeschlechtlichkeit) herangeführt werden kann, herrscht bei Turbine eiskalter Dogmatismus.
Nur was in ihrer Bibel, den Werken von J.R.R. Tolkien, steht, darf auch in der Online-Welt vorkommen. Und Beziehungen zwischen verschiedenen Rassen sind (in der Regel) ebenso tabu wie Gleichgeschlechtliches.
Anscheinend scheint Turbine damit aber auf der Linie der Fans zu liegen: Selbst ein unschuldiges graues Eichhörnchen musste aus dem Game eliminiert werden, weil Tolkien wohl mal geschrieben hat, dass er diese Viecher in der Farbe hasst.
Also gilt auch für Mittelerde: Zwerge sitzen hinten im Bus, und die Schwulen halten’s wie in der katholischen Kirche. Bis vielleicht eines Tages ein virtueller Bürgerrechtler auftaucht.

[dj]

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