Wozu noch Eltern?

In Zeiten, in denen man mit der Frage, wie man aus Kindern halbwegs brauchbare Mitglieder der Gesellschaft machen kann, Talk-Show um Talk-Show füllen kann, ohne dabei auch nur ansatzweise schlauer zu werden, musste sich natürlich ein Unternehmen finden, dass den mangelnden pädagogischen Impetus vor allem bei jenen Erziehungsberechtigten, die lieber vor dem Fernseher sitzen, mit digitalem Schnickschnack wettmachen will. Der heißt in diesem Fall Nabaztag.Nabaztags Aufgabe ist es, etwas zu tun, was Eltern oft nicht können oder wollen, nämlich vorlesen. Im Kinderzimmer der Zukunft hockt also der Plastikhase, und verkündet Nachrichten, Wetterbericht und E-Mail-Botschaften, die er sich aus dem Internet holt (alles Dinge, auf die der aufgeschlossenen Vierjährige natürlich nicht verzichten will).

Und da es das alles schon in ähnlicher Form gibt, hat man Nabaztag auch noch mit der Fähigkeit ausgestattet, Kinderbücher vorzulesen, so sie über ein RFID-Tag verfügen. Dann holt er sich die Literatur vom Server der Kinderbuchverlags, kann sich auch merken, wie weit er jeweils gekommen ist, und wenn man an seinen Ohren dreht, kann man vor- oder zurückspulen.

Das Teil kostet 149 Euro, was bestimmt den einen oder anderen Kinderverantwortlichen ins Grübeln bringen wird, ob er sich das jetzt nicht doch zu legen sollte. Ich persönlich wäre da vorsichtig: Nachher wollen die Gören im Altersheim Nabaztag besuchen und nicht ihre leiblichen Erzeuger … [dj]

[Nabaztag]

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