Review: AudioJack 3


"Legale Musikdownloads in bester Qualität". Wie soll das funktionieren? AudioJack 3 aus dem Vertrieb der Ulmer S.A.D. sei, so behauptet der Hersteller, "das Allroundwerkzeug für Musikaufnahmen aus dem Internet. Ein Grund, die Software mal näher anzuschauen...
Tatsache, die Rechtslage ist zur Zeit unerfreulich, P2P-Downloader können im schlimmsten Fall zu mehreren Tausend Euro Strafe verdonnert werden, und die Bundesregierung schlägt aktuell zugunsten ihrer Freunde und Sponsoren in den Medienkonzernen weitere Verschärfungen vor. Wie soll man dann an Musik kommen, ohne reich zu sein oder die ständig bekannten freien CC-Plattformen wie Jamendo zu durchforsten?

080403ajack3.gifEin Weg ist das Ausnutzen von Gesetzeslücken: Analoges Aufzeichnen ist nach mehrfachen deutschen Gerichtsurteilen legal. Das bedeutet, dass man eine CD im PC abspielen und gleichzeitig per Soundkarte aufnehmen darf. Dabei wird kein Kopierschutz durchbrochen, weil die Musik für einen Moment analog war. Der Qualitätsverlust ist dabei sehr gering. Natürlich bietet AudioJack 3 so etwas an, dazu auch das Speichern von Soundtracks einer Film-DVD. Alle Musik, die man dann auf Festplatte hat, lässt sich mit dieser „Kostenlose-Musik-Suite“ auf CD brennen, auf MP3-Player verschieben (Bluetooth, Infrarot) oder, das ist neu in der dritten Ausgabe, in der eigenen iTunes-Bibliothek verwenden.

080403ajack4.gifDer wirklich coole Part an diesem (Windows-)Programm ist aber das Hören und Aufzeichnen von Internetradios (MP3 & Ogg Vorbis). Hier ein Wort der Warnung: Internetradios senden oft mit schmaler Bandbreite, damit auch Leute ohne DSL zuhören können. Leider merkt man dem Audiostream das an, Radios mit einer Bitrate von weniger als 128 klingen einfach nicht gut. Erfreulicherweise bietet AudioJack 3 schon mal eine lange Liste von unterschiedlichsten Webradios an, weitere kann der Benutzer hinzufügen. Das Aufnehmen ist denkbar einfach: Ein Klick auf den Record-Button genügt, und die Songs werden einzeln und mit dem Namen des Tracks und der Band versehen im ausgewählten Ordner gespeichert. Je nach vorhandener DSL-Leitung kann man auch mehrere Webradioprogramme gleichzeitig auf seine Festplatte bringen. Falls der Radiosprecher doch mal dazwischenplappert, lässt sich das ebenfalls mit Bordmitteln herausnehmen. Manche Internetradios senden ihren Stream als Windows Media, der sich dann nicht direkt aufzeichnen lässt. Hier hilft wieder der Trick mit dem legalen Aufnehmen beliebiger Audioquellen im PC (siehe oben).

080403ajack2.gifSämtliche Funktionen von AudioJack 3 lassen sich natürlich auch mit Freeware-Programmen ausführen, aber für knapp 30 Euronen bekommt man hier alles schön in einer Schachtel, praxisnäher als bei einem durchschnittlichen Brennprogramm und unter einer einheitlichen, schnell bedienbaren Benutzeroberfläche. Was in der Version 4 dazukommen sollte: ein paar flottere Skins oder Farbschemas, ein Visualisierungs-PlugIn. Positiv ist die geringe Systembeanspruchung, die auf meinem Testrechner typischerweise 18 % der (single-core) CPU-Leistung und 44 Mbyte RAM ausmachte, sowie die Stabilität: nur durch wildes Herumklicken konnte ich das Programm zum Abstürzen bewegen. [fe]

Weitere Infos auf der [S.A.D-Webseite]

  1. Für Shoutcast-Hörer lohnt sich auch das kostenlose, zusätzliche Tool „Streamripper“, welches Online-Streams von WinAMP aufzeichnet und mit ID3-Tags versehen ablegt.

  2. Das Beste ist und bleibt die Software ClipInc finde ich – mit der bekomme ich sogar Musikvideos auf meinen iPod, neben Musik von tausend Radiostationen. Kosten: Null Euro

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