Warmes Leuchten ohne Birne

Es mehren sich gewaltig die sicheren Anzeichen dafür, dass die Glühbirne schon bald in den Mülleimer der Geschichte wandern wird. Und damit meine ich nicht die Länder, die bereits Gesetze verabschiedet haben, die herkömmliche Glühbirne innerhalb der nächsten Jahre durch Energie sparende Varianten zu ersetzen, sondern vielmehr die Bemühungen, sie ganz weglassen zu können. Und genau das hat Saazs, ein Luxus Design Büro, welches das Transzendete im Futuristischen sucht, jüngst auf der Mailänder Designwoche vorgestellt. Planilum heißt das Ergebnis, ein spezielles Glas, das Licht emittiert. Es besteht...
lightshelf1.jpg
... aus vier Schichten Spezialglas, einem seltenes Gas und „serigraphed phosphors“, womit vermutlich eine Phosphorbeschichtung gemeint ist, die im Siebdruckverfahren aufgebracht wird. Planilum Leuchtglas zeichnet sich neben seiner unbestreitbaren Eleganz durch niedrigen Stromverbrauch und extreme Langlebigkeit aus. 50000 Stunden lang, das entspricht bei normalem Gebrauch etwa 20 Jahren, soll das Glas Licht emittieren können. Die gläsernen Donuts werden in Aktion etwa körperwarm, verursachen also keine Brandwunden bei Berührungen. Das Licht soll warm und sanft sein, ganz im Gegensatz zu Leuchtmitteln die weißes und kaltes Licht ausstrahlen wie etwa Halogenlampen. Noch gibt es Planilum nicht zu kaufen und auch über den künftigen Preis ist leider noch nichts bekannt. Wir bleiben dran. [bda]

[via dvice]

  1. Kann es sein das es sich bei diesem seltenen Gas um Tritium handelt? Die Uhr die ich zur Zeit nutze (Traser P 5900 Type 3) nutzt dieses nämlich um die Uhr zu beleuchten. Wäre interessant das zu erfahren.

  2. Das halte ich für unwahrscheinlich, Tritiumgas leuchtet:
    1. grün
    2. nicht sonderlich hell.
    ist ausserdem radioaktiv und unterliegt z.B. in Deutschland gewissen Auflagen sodass schon Tritiumgaslichtquellen abgesehen von Aussnahmen (z.B. der besagten Uhr) nicht auf dem zivilen Markt vertrieben werden dürfen…

  3. Offensichtlich gibt es auch noch Tritiumgaslichtquellen in anderen Farben (red, blue, yellow, purple, and orange)
    …was aber nichts an den anderen Argumenten ändert.
    Ausserdem bleibt zu beachten, das Trtium sehr teuer ist.

  4. Ein Gas wird unter Strom gesetzt und damit eine mit Phosphor beschichtete Glasfläche dazu gebracht, Licht zu emitieren… nunja, das macht meine Leuchtstoffröhre seit 30 Jahren. Nur ist sie eben nicht so schnieke, sondern rund. Aber auch viel billiger… und Energiesparlampen funktionieren glaube ich ähnlich. Und dass man da kräftig an der Lichtfarbe basteln kann, zeigen die Firmen ja seit Jahren. Ich bin mir sicher, wenn Osram und Co. die Energiesparlampen zum selben Preis verkaufen würden wie dieses Büre ihre Lichtdonuts, könnte man sich die Farbe und alles andere aussuchen, und wenns die Mittelmeersonne von Capri am 12ten August 1978 um 16 Uhr Nachmittags sein soll…

  5. Wenn so große Teile körperwarm werden, dürften die auch relativ viel der elektrischen Energie in Wärme umsetzen. D.h. der Wirkungsgrad kann nicht so besonders gut sein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising