500 Dollar Denon Ethernet Kabel

Ach die meine Güte, ich wusste gar nicht, dass sowas überhaupt angeboten wird. Ein anderthalb Meter langes Ethernet Kabel für 500 Dollar! Und nein, es ist nicht aus Gold, hat keine Brillanten auf dem Stecker oder ähnliches. Und die Internet Verbindung wird auch nicht schneller, cooler, klarer oder auf sonst eine Art und Weise besser, Denon hat dieses Ultra Premium Link Cable zur Beutelschneiderei auf den Markt gebracht, wie es scheint. Mit dem Hintergedanken, dass ja auch bei reinen Audiokabeln enorme Preise von Musikliebhabern bezahlt werden. Und Internetliebhaber, die auch gerne guten Sound haben gibt es ja schließlich genügend, also bietet sich wohl ein Schnellbeschiss der besonderen Art an. Oder sollte es doch Gründe geben, die für ein solches Kabel sprechen? Ich bin mal gespannt auf die Antworten... [bda]

[via dvice, denon]

  1. Das Teil is dafür gedacht, Audio und Videodaten über ne Schnittstelle namens Denon-Link zu übertragen. Sieht aber aus, wie normale RJ45 Stecker.

    Denon Link arbeitet digital, daher ist son spezielles Kabel – sofern nicht speziell verdrahtet – einfach nur Voodoo – aber davon gibts ja in der HiFi Welt genug.

    Zitat von der Hifi-Regler.de:

    DENON Link ist eine digitale Mehrkanalverbindung, die eine hochauflösende Schnittstelle zwischen entsprechenden Verstärkern/Receivern und Universal-Playern darstellt. Den verwendeten Westernstecker (RJ-45) dürften versierte Computeranwender von ihrer Netzwerkkarte kennen. Die Übertragung erfolgt über abgeschirmte “Twisted Pair”-Kabel (STP). Dank der fortschrittlichen “Low Voltage Differential”-Übertragung (LVDS) beträgt die Übertragungsbandbreite stolze 1,2 Gbps.

  2. Für schnelle Datenübertragung braucht man auf die richtige Weise geschirmte Kabel, das KnowHow dafür ist teuer. Allerdings habe ich schon 10 Gbit/s über ein stinknormales Cat 5e Kabel wandern sehen, was man z.B. bei Reichelt.de für unter 5 Euro bekommt. Die Hardware, die sowas zustande bringt ist aber absolut nicht billig. Da auch bei normalem Gigabit Ethernet eine Modulationstechnik verwendet wird, die man auch „Low Voltage Differential“-Übertragung nennen kann, kann ich mir aber vorstellen, dass Die bei der Hardware nen bisschen gespart haben, und jetzt das Versäumnis durch extrem gut ausgetüftelte Kabel ausbügeln müssen. Da man solche Kabel woanders nicht besonders gut bekommt, kann man dann auch Monopolistenpreise machen.
    Aber 500 Euro kommen mir doch schon etwas verdächtig vor.

  3. Ich kann Peek nur beipflichten: Absoluter Humbug. Die Witzbolde schreiben ja nichtmal dazu, welcher Kategorie (CAT ?) das Kabel entspricht, aber 1,2GBit/S schafft jedes CAT7-Kabel locker, und das kostet wenn’s hochkommt zwei Euro pro Meter…

  4. Ender hat vollkommen Recht. Die Bandbreite wird die von GBit Ethernet NIE übersteigen, daher ist das wirklicher High-End-Voodoo, sprich Geldschneiderei.

    Aber da in dieser Branche eh gilt: „Was nix kost, is auch nix“, versteh ich den Preis schon. :)

  5. ein Lan kabel hat nix mit CAT zu tun, die Kategorie einteilung ist für die endgeräte gedacht, für Datenkabel gibts andere bezeichnungen als CAT

  6. Bedauerlich, daß Denon die Daten nicht per WLAN überträgt, dann könnten sie für noch mehr Geld spezielle Gasgemische verkaufen, die man in den Räumen mit der Anlage ausströmen lässt, um die Qualität der Funkwellen entscheidend zu verbessern.

  7. Also ich habe es und kann bestätigen, dass es in meinem HIFI umfeld eine klangverbesserung gegenüber 0815 patch kabel gebracht. die diskussion, die ihr hierüber führt, es im cat umfeld für lans zu vergleichen passt nicht zum originären einsatzzwecks dieses kabels. im lan ist das kabel total unsinniger blödsinn …

  8. @Harry
    Ich weiß nicht, welches Gras du rauchst, aber das will ich auch haben ;)

    Bei 1,5 Meter und Differenzspannungübertragung dürfte der Unterschied zwischen hochprozentigem Kupfer und einer Legierung nicht vorhanden sein.

    Klangtechnische Eigenschaften sind bei einer digitalübertragung vollkommen egal. Nicht dass es bei normalen analogen Kabeln was ausmachen würde, aber bei Digitalübertragung ist es schon aus der Theorie heraus sinnlos.

    Allein die Abschirmung gegen Bitfehler dürfe hier eine Rolle spielen, aber diese wird hier viel zu wenig erwähnt, sodass der Eindruck entsteht; DENON möchte gar nicht über die wahren Werte des Kabels reden, alleine Woodoo ist entscheidend.

  9. Also ich kann das Harry auch nicht so ganz folgen. Fakt ist, dass subjektive Urteile in der HighEnd Szene Messprotokollen und harten Fakten meist mehr geglaubt wird.

    Wenn durch dieses Kabel Daten digitaler Art (!) fliessen, ist der Unterscheid bei einem 1,5m Kabel zwischen billigem und hochwertigem Kabel absolute nicht auszumachen, denn selbst da, wo billige Kabel digitale Flanken verschleifen würden (durch die Eigenkapazität) des Kabels oder das Signal es sonstwie verfälschen würden, würden Buffer und Fehlerkorrektur das ursprüngliche Datenwort wieder herstellen…

    Wenn ich mich allerdings mit 500EUR für 1,5m Drath hätte abziehen lassen, würde ich auch nicht zugeben wollen, dass es GAR nix bringt :)

  10. Blindtests haben gezeigt, dass selbst Audiophil verwöhnte Ohren manchmal probleme haben den Unterschied zwischen einem 2000 Euro Lautsprecherkabel und einfacher Kupferlitze aus dem Baumarkt zu untescheiden. Sogar schlimmer: Auf die Frage, welcher Klang ihnen besser gefällt, Kabel A oder B, haben viele die Baumarktlitze gewählt (für unter 10 Euro pro Kabel!)
    Sicher, elektronisch gemessen zeigt das teure Kabel, dass die Spannungen viel „sauberer“ hinten wieder raus kommen als bei der Billiglitze. Spitzen bleiben knackiger (das Billigkabel rundet sie stark ab), Frequenzen bleiben gleich laut (dass Billigkabel führt dazu dass bestimmte Frequenzen deutlich schlechter geleitet werden als andere), Einsträuing ist geringer (das Billigkabel zeigt mehr rauschen und mehr Übersprechen zwischen den beiden Kanälen)… usw. Nur was hilft das alles? Die Schwachstelle ist immer das schwächste Glied in einer Kette. Und das ist nicht der Verstärker, das Kabel oder die Boxen. Das schwächste Glied ist das menschl. Ohr! Das Ohr hat ein begrenztes Frequenzspektrum, hört untersch. Frequenzen untersch. laut, leise Geräusche werden von lauten überlagert, sogar wenn diese leicht Zeitversetzt zum lauten auftauchen. Siehe MP3! MP3 wirft bis zwischen 60 und 90% der ursprünglichen Information weg und oftmals kann man den Unterschied gar nicht hören. Nur manchmal versagt eben der MP3 Encoder, dann hört man den Unterschied deutich gegenüber einer CD. Jedoch ein bessere Encoder hätte hier die Bitrate einfach leicht nach oben angehoben und schon wäre der Unterschied zur CD wieder unhörbar. Solange die Komponenten das Signal weniger verfälschen als es das Ohr sowieso tut, ist die Verfälschung unhörbar und somit egal.
    Abgesehen davon gilt das, was alle Vorredner auch schon gesagt haben. Bei einer digitalen Übertragung spielt das alles keine Rolle sofern das Kabel die Spannung nicht derartig verfälscht, dass die Gegenstelle gar nichts mehr mit den Signal anfangen kann. Digitale Übertragung ist in der Tat selber „digital“. Wahr oder Falsch, Eins oder Null. Entweder das Signal kommt noch ausreichen gut an, dann ist alles okay (Bitfehler werden korrigiert, schlechte Flanken immer noch ausreichend gut erkannt) oder aber es kommt ungenügend an, dann geht gar nichts mehr. Ein „geht, aber schlecht“ gibt es fast nicht. Ein geht aber schlecht wäre wenn nur jedes zweite Paket z.B. ausreichend gut akommt und das nächste dann wieder nicht. Aber das würde ja zu ausetzern führen in der Musik und damit ist das gleichbedeutent mit „geht gar nicht mehr“.

  11. Ein Freund hat dieses Kabel und er hat herausgefunden das eine Kabelbemalung den Klang nochmals verbessert. Man kann dazu Dispersions- oder Acrylfarben verwenden. Auch Sprühtechnik bringt gute Ergebnisse.

    Ganz besonders wirkt es wenn man Micro-Motive auftragen lässt. Hierzu sind orientalische Ornamente sehr gut geeignet (besonders bei orientalischer Musik). Bei abendländischer Musik, besonders bei Klassik, klingen christliche Motive besser was ja zu erwarten war ;-)

    Ein Beweis der Wirkung findet sich im übrigen hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Plazebo-Effekt

  12. Natürlich „klingt“ das 500-Euro-Netzwerkkabel besser als das Cat-5-Standarddingens für 4,99!

    Gehört wird ja nicht mit den Hörnerven allein, sondern auch, nein, VOR ALLEM, mit dem Gehirn, das aus nichts anderem als „Krach“ (also Schallwellen) angenehme Melodien zaubert, die die Psyche berühren. Und die Psyche kann, das wird niemand bestreiten wollen, massiv manipuliert werden.

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