Ein Hörkopf für Kopfhörer-Genießer

Binaurale Klangaufnahmen beziehen ihren besonderen Reiz aus der Richtungslokalisation, die im speziellen Fall der Kunstkopfstereofonie im Kopf erfolgt. Funktioniert beim Hören allerdings nur mit Kopfhörer und benötigt bei der Tonaufnahme eben jenen Kunstkopf, der zwar gesichtslos, dafür aber mit detailgenau nachgebildeten Ohrmuscheln vor jedem der beiden Aufnahmemikros ausgestattet ist. Der japanische Hersteller Otokinoko bietet jetzt so ein Kunstkopf-Mikrofon in Fantomas-Blau an, für stolze 2534 Euronen. Ist sowieso nur was für Profis oder sehr sehr stark ambitionierte Dilettanten Amateure, und so kann man davon ausgehen, dass die dann schon wissen werden, was sie wie damit tun, den die Bedienungsanleitung...
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... ist nur in japanisch zu haben. Der erste solche Stereo-Kunstkopf mit nachgebildeten Gehörgängen und Ohrmuscheln wurde übrigens bereits vor 75 Jahren gebaut, im deutschen Radio wurde erstmals in den Zeiten der 70er Ölkrise ein Hörspiel in Kunstkopf-Stereofonie ausgestrahlt und auch einige bekannte Bands und Solokünstler nutzten diese Technik, deren größtes Problem die Wiedergabe über Lautsprecher ist. Haha, Pink Floyds Final Cut Album ist übrigens auch unter diesen Aufnahmen... Vielleicht habe ich den Jungs ja völlig unrecht getan, als ich das Album damals gar sooo Scheiße fand... Ich hab es nämlich nicht über Kopfhörer gehört! [bda]

[via gizmodo, nakamura]

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