Rückwärts-Ohrhörer für Lautstärke-Phobiker

Nachdem uns eine saloppe Bemerkung des Kollegen [dj] über Konzertgänger und ihr Verhältnis zur Lautstärke neulich eine Troll-Eruption der Stärke 7,5 auf der nach oben offenen Heise-Skala bescherte (wir haben Tränen gelacht, ehrlich!), darf eine Erwähnung zum Ohrenprodukt der Firma Purebuds nicht fehlen. Diese nämlich versprechen gehörschonenden iPod-Genuss, da ihre spezielle "Reverse Sound Technology" den bösen Schall erstmal vom Ohr wegstrahlt, ihn dann aber über kleine Kanälchen im Stöpselspeaker doch noch zum zarten Trommelfell hinleitet, wo er dann gefahrlos ertönen kann. Jetzt mal ehrlich: Was für ein beknackter...

unwissenschaftlicher Humbug soll das jetzt wieder sein? Wenn jemand Angst hat, seine MP3-Player-Gewohnheiten könnten seinen Hörsinn schmälern (oder gar den Tinnitus hervorrufen), soll er eben leiser drehn. Wie leise? Die (logarithmische) Formel für Gehörbelastung heisst Lautstärke mal Zeit. Eine Stunde Rockkonzert mit eigentlich schmerzenden Ohren (120 dB) ist genau so schlimm wie 2 Stunden normales Konzert (110 dB), oder 4 Stunden nicht besonders lautes Konzert (100dB), oder 8 Stunden wildes Rumschreien, oder 16 Stunden extrem lautes iPod hören… so die Richtung. Aber „Reverse Sound „, ts, ts. Es gibt in der Audiotechnik eine Menge Anwendungen für sorgfältig berechnete Soundkanäle, aber anders als Gadget-Käufer lässt sich die Physik letztendlich nicht bescheissen. Geht nicht. Lasst es einfach. Die 49 Schlangenöl-Dollars können euch was Vernünftigeres kaufen. [fe ]

080803reverse_sound.gif

[via Popgadgets]

[reverse sound]

  1. Du Ar***, wie kannst du so einen verf***** Mist von dir geben! Der arme Werber sitzt jetzt heulend in seinem Büro, weil du mit deinem unverschämten Beitrag seine tolle Werbebotschaft als unwissenschaftlichen Humbug abtust. So was wie du gehört an den Pranger! Anständige Blogger machen so was nicht! Die Reden schön jedem Troll nach dem Munde! :-D

    Da ich viel Zeit im Netz verbringe und relativ wenig auf lauten Konzerten, bin ich der Meinung, dass wir wohl eher einen Trollschutz nötig ist. Um es mit Juvenal zu sagen: Difficile est saturam non scribere!

  2. Schall mit (laienhaft gesprochen) „Gegenschall“ auszulöschen funktioniert sehr wohl und ist Bestandteil vieler bestehender Noise-Cancellation Systeme. Aber das beruht alle auf einer elektronischen Schaltung die mit Mikrofonen und ner Phaseninvertierung arbeitet.

    Und DAS können Reverse Sound Kanäle nicht leisten, geschweige denn im vollen Frequenzspektrum des Gehörs.

    Also lieber von der Kohle lecker essen gehen. Macht gute Laune und hilft so auch
    – indirekt – gegen Tinnitus.

  3. Leider ist es mindestens ebenso schwer, Satire zu finden, die den Namen wirklich verdient. Ein Großteil derer, die versuchen, sich mit ihrer bunten Feder zu schmücken, hätten diese beizeiten beiseite liegenlassen und stattdessen Boethius eingedenk sein sollen.

  4. Schade, schade, Leider ist das keine Information, die man gebrauchen kann.
    Nur eigene pöbelig aufbereitet Meinung, die der Au-Thor von sich gegeben hat. Leider keine Substanz

    Chris

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