Sinn und Unsinn im Umweltschutz: Was bringt ein Karton-Gehäuse?

Mindestens eine grundsätzliche Frage stellt sich schon mal vorab, will man den effektiven Wert eines dezidiert umweltgerechten Gadgets beurteilen: Zählt die generelle Idee mehr oder weniger als die Machbarkeit zum jetzigen Zeitpunkt?

Für die Beantwortung dieser Frage ist es nicht ganz unwichtig festzustellen, welcher „Umwelt-Religion“ man sich zurechnet: Den…

… „Alles-sowieso-schon-zu-spät“-Anhängern, den „Wenn-nicht-jetzt-wann-dann“-Jüngern oder den Mitgliedern der „Wir-haben-noch-viel-Zeit-also-überlegen-wir-erst-mal-intensiv“-Sekte. Und dann gibt es da noch die Fraktion der Verteidiger von „Wir-machen-mit-und-trotzdem-so-weiter“-Gadgets.

Beim Anblick dieses PC-Gehäuses aus Karton stellen sich mir beispielsweise gleich mehrere Fragen: Wie ist das mit der Feuergefahr? Macht es Sinn, ausgerechnet beim am wenigsten umweltbelastenden Computerbestandteil anzufangen? Können vermeintliche Öko-Materialien wie eben Karton überhaupt den gesamten Anforderungen (beispielsweise eben an ein Gehäuse) entsprechen?

Zwar liegt der Brennpunkt bei Karton bei 258 Grad Celsius, die Zündtemperatur gar bei 427 Grad. Und da man solche Computer nicht stapeln würde wie flache Kartonagen, wäre auch Selbstentzündung vermutlich kein wirkliches Thema. Doch Funkenflug etwa von einer Zigarette wäre durchaus eine Gefahr. Dazu kommt, dass auch Metall wie Aluminium recyclet werden kann, und das Metall ja schließlich auch elektromagnetische Störungen vermindert, Karton das aber nicht vermag (außer man integriert eine ausreichend dicke Lage Alufolie, aber dann kann man ja gleich auf Alu zurückgreifen). Und dann wären da noch die PC-Innereien, die schließlich bei einer Entsorgung den Löwenanteil an belastendem Material beherbergen. Hmmm.

Was meint ihr? Macht so ein Karton-Case Sinn? Oder ist das viel zu kurz gedacht? Dieses Konzept ist übrigens nicht das einzige in dieser Art, das beim Greener Gadgets Designwettbewerb eingereicht wurde (die Greener Gadgets Konferenz wird am 27. Februar in New York abgehalten), die gesamten Eingänge können per Klick unten auf den Greener Gadgets Link durchforstet werden. Da kann man auch Abstimmen, welches die zehn besten Einreichungen sind und sieht bei jedem Konzept, wieviele Leute schon dafür gestimmt haben. Ich bin sehr gespannt auf eure Beiträge und Meinungen. [Bianca Appelmann]

[via inhabitat, greener gadgets designwettbewerb]

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  1. Also, ich finde die Idee durchaus interessant. Denn: die Belüftung ist aufgrund der Druchlässigkeit nahezu optimal, das Zusammensetzen des Gehäuses ein Kinderspiel (bei den Aluteilen hat man WESENTLICH schärfere Kanten), und das Gewicht ist natürlich nur ein Bruchteiil davon. Dazu kommt, das derartige Gehäuse billig zu produzieren sind, und somit Modder sich richtig austoben können.

    Ein weiterre Vorteil ist, das man wesentlich flexibler damit umgehen kann – der Rechner passt nicht unter den Tisch führt bei einem aluminumgehäuse zu einer Stolperfalle NEBEN dem Schreibtisch oder zu einem neuen Tisch. Mit diesem Gehäuse braucht es nur 2 Minuten mit einem Teppichmesser, und er passt unter den Tisch.

    Ausserdem: Aufkleber gehen leichter wieder weg :)

  2. außeredem wird für die Herstellung von Aluminium immense Energie verbraucht. Trotzdem sollte man wohl bei den Innereien anfangen. Vielleicht Energieverbrauch senken statt Gigaherzwahn?

  3. also ich find die idee zwar lustig
    trotzdem sind die total unstabil
    holz fänd ich da wesentlich besser
    ok das wäre dann wieder nix für umweltschützer
    aba wenn man ein leichtes und stabiles gehäuse haben will dann wäre ein holzgehäuse auch zu empfehlen

  4. Ich finde die Idee auch ganz interessant, man kann das Gehäuse öfter mal wechseln, schnell zusammen bauen und recht einfach recyclen.
    Das Design ist natürlich eine andere Sache, hat aber mit der Idee an sich nichts zu tun. Und Funkenflug bringt noch ganz andere Dinge zum brennen, da fallen mir Teppich, voller Papierkorb, Kleidung und Gardinen ein..
    Holz ist ökologisch sehr vertretbar, wenn man schnell nachwachsende Hölzer nimmt, am besten heimische.
    Also alles in allem ein ganz netter Ansatz und man muss es der Kiste ja nicht so extrem ansehen, wie diesen Modellen hier.

  5. Sinnvoller wären zusammenlegbare Metallgehäuse. Dann nimmt das Teil nicht so viel Volumen auf dem Schiff aus Fernost in Anspruch.

  6. Und zu alledem isoliert Wellpappe auch noch wunderbar. Bevor also der ganze Karton abbrennt stribt erstmal die CPU den Hitzetot.

  7. Ah… wieso Karton ? Vllt. lassen wir Gehäuse ganz weg ?

    …Karton… was für ein Quatsch. Für mich ist das wieder Mal so ein Beispiel, dass Umweltschutz zu einem Trend geworden ist, mit dem man sich nur schmücken will… anstatt wirklich was zu machen. Wieder Mal viel Schein und nichts sein .. .

  8. also ich hab auch ne gute idee fürn gehäuse
    eine cola kiste
    die is billig und richtig stabil mein alter pc is immoment inna cola kiste
    da ich kein gehäuse mehr hatte
    das hat ungefähr 30 min gedauert bis der drinne war ok hatte auch glück alles hat perfekt reingepasst
    atx mainboards passen perfekt hinein und das netzteil auch nur die festplatte und das laufwerk sin nich ganz so leicht reinzukriegen
    also cola kiste fänd ich noch besser als karton

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