Boxen zu Regalen? Wirklich?

Mich haben früher diverse Freunde geschimpft ob meiner Unart, Dinge wie etwa Kerzenständer oder Blumenpötte auf Lautsprecher zu stellen.

Jeder wüsste doch schließlich, dass das alles andere als gut sei, so der allgemeine Tenor der Tiraden damals. Naja, da ist vermutlich der weibliche Trieb zur Dekoration mit mir durchgegangen, jedenfalls hab ich mich bekehren lassen…

… und lies diese Unmanier brav bleiben. Und jetzt sehe ich dieses Konzept der beiden polnischen Designer Witek Stefaniak und Anielka Zdanowicz namens Soundshelf, und ich denke mir „Aha, weiß also doch nicht jeder!“ Zweifellos bin ich angetan ob dieser Zusatznutzung der Lautsprecher als Regale für Bücher oder CDs, aber vielmehr interessiert mich, ob diese Soundshelf-Boxen tatsächlich was taugen könnten. Speziell die Version mit den CDs erscheint selbst mir als fragwürdig. Aber wir haben doch hier diverse Klangexperten, die man zu Rate ziehen könnte… Dr. Gadget? Irgendwer? [Bianca Appelmann]

[via dvice, designboom]

Tags :
  1. Besonders toll werden die nicht klingen… das liegt einfach daran, dass eine Box nur einen ausgewogenen Klang produzieren kann, wenn sie genug Volumen hat (d.h. der Raum innerhalb der Box auch eine gewisse Größe hat). Je weniger Volumen, desto früher klingt die Box „mager“ wenn die Frequenzen tiefer werden. Sehr groß können die Oberflächen der Lautsprechermembranen dort auch nicht sein. D.h. sie werden auch nicht sonderlich laut sein. Laut bitte nicht mit „Krach“ verwechseln. Eine Box kann locker zig dB(A) erreichen und so laut sein, dass es in den Ohren weh tut. Der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Box ist, dass man die gute so laut aufdrehen kann, dass man kaum mehr sein eigenes Wort versteht, aber es tut eben nicht in den Ohren weh. Das liegt daran, dass schlechte Boxen verzerren (d.h. sie werden zwar lauter, aber nicht alle Frequenzen gleich laut), dann stechen einzelne Frequenzen unangenehm laut hervor und tun in den Ohren weh. Eine gute Box wird gleichmäßig laut, kommt einen dadurch schon bei viel geringerer objektiver Lautstärke subjektiv viel lauter vor und tut daher auch nicht in den Ohren weh (weil sie objektiv eben nicht so laut ist, man aber trotzdem schon nicht mehr sein eigenes Wort versteht). Als Satellitenlautsprecher könnten die Teile aber reichen, wenn ab 200 Hz und tiefer ein ordenlicher Subwoofer das Ruder übernimmt (ich weiß, dass 200 Hz eigentlich zu hoch ist für einen guten Subwoofer, aber den Bereich zwischen 200 und 150 Hz traue ich diesen Teilen bereits nicht mehr zu).

  2. Mecki beschreibt das Boxenkonzept ja relativ gut. Nur:

    A: Es gibt natürlich auch ander Klangwandlerkonzepte als die bekannten Boxen. Z.B. Elektrostatische Lautsprecher haben praktisch kein Volumen. Dafür aber Fläche, was diese Regale auch nicht haben.

    B: Ich habe (auch von Altec Lansing) ein Paar Notebook-Böxchen, die sehr viel besser klingen als sie von der Grösse her eigentlich dürften. Von dem her würde ich bei Interesse so ein Regal auf jeden Fall probehören. Wenn es nicht grad High-End sein muss, kann sowas unter Umständen schon reichen.
    Auf die CD-Variante würde ich aber verzichten, da die CD-Hüllen wohl vibrieren dürften und damit den Musikgenuss wohl trüben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising