Neue Beschichtung lässt Boote auf Wasser schweben

Wenn in den nächsten Jahren jemand behauptet, einen auf dem Wasser laufenden Menschen (= neuer Messias) gesehen zu haben, dann könnte das sehr wahscheinlich eher weniger mit Gott, dafür aber mehr mit einer Entwicklung chinesischer Wissenschaftler zu tun haben.

Sie haben eine extrem wasserabweisende Beschichtung entwickelt, die – aufgetragen auf einen Rumpf aus Kupferdrahtgeflecht – im Versuch Minischiffe…

… ähnlich wie Wasserläufer quasi über der Wasseroberfläche schweben lässt. Zwischen dem Bootsrumpf und der Wasseroberfläche entsteht durch die Beschichtung eine mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Luftblase, die dem Boot zugleich eine immense Ladekapazität (diese variiert je nach Feinheit des Geflechts) erlaubt. Schon sehen die Wissenschaftler eine neuartige Generation von (Fracht)schiffen am Horizont, die nicht nur im Vergleich zu herkömmlichen Frachtern ein Mehrfaches an Ladung aufnehmen können, sondern auch durch die Luftblase wesentlich weniger Treibstoff verbrauchen werden, da die Reibung deutlich verringert sein wird.

Was allerdings eventuell noch Schwierigkeiten machen könnte ist die Tatsache, dass der Effekt nur in Wasser zum Tragen kommt. In anderen organischen Flüssigkeiten wie etwa Ethanol oder Aceton versanken die Versuchsschiffchen wie Steine. Und da unsere Ozeane nicht gerade die saubersten sind, frage ich mich, was beispielsweise auf hoher – stark verschmutzter – See so alles blödes passieren könnte… Aber da die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt, denke ich, dass man auch dafür eine Lösung finden wird. Schuhe aus einem solchen Material wären sicherlich eine lustige Sache, auch wenn es bestimmt ausgiebige Balance-Übungen bräuchte, bis man damit tatsächlich auf Wasser laufen könnte. Oder man bestreicht damit Gadgets, damit sie nicht untergehen. Wir werden sehen. [Bianca Appelmann]

[via gizmodo US, pressetext (englisch), Wasserläufer Foto: Markus Gayda über Wikipedia]

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  1. hmmmm, also ich hab im Physikunterricht gelernt, dass das Volumen aka Wasserverdrängung eines Schiffes seine maximale Ladekapazität bestimmt. Was die Beschichtug damit zu tun haben soll ist mir ein Rätsel. Ein Schiff, dessen „spezifisches Gewicht“ schwerer wird als sein Volumen in Liter Wasser muss m.E. sofort sinken egal mit was es beschichtet ist. Das mit der Reibung ist ein Punkt – aber der einzige JMHO.

  2. Vielleicht sorgen die Luftblasen für sehr geringen Auftrieb und es wird im Pressebericht als revoluzionär dagestellt?
    Gut wäre das für Kleidung, wenn man diese Beschichtung auch auf Stoff auftragen könnte! 1. für Sportschwimmer und 2. wird unter Umständen die Badehose nicht nass wenn man ins Wasser geht ;-)

  3. Jungens, ihr vergesst den Begriff „Oberflächenspannung“. Da das Boot auf Grund der immensen Oberflächenspannung gar nicht erst in’s Wasser einsinkt, brauchts auch keine Verdrängung zum Schwimmen.

  4. Auf den Fotos sinkt es sehr wohl ein. Die Oberflächenspannung ist nur in der Beziehung hilfreich, dass die Bordwand auch Löcher haben kann wie eben ein Streckmetall oder Gitter. Schließe mich da Copperhead mit dem Hype um die Luftblasen an.

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