Wissenschaftler bauen superdünne Lautsprecher

Ich hielt das Ganze zunächst für einen April-Scherz, doch diese Meldung scheint tatsächlich wahr zu sein. Forscher haben eine neue Wunder-Folie entwickelt, die sich elektrisch stimulieren lässt und so zum Vibrieren gebracht wird. Dadurch erzeugt der Super-Wunder-Lautsprecher einen Klang und sieht nebenbei aus wie Alu-Folie...

Erfunden wurden die Speaker von Warwick Audio. Das ist der nette Herr auf dem Bild, der so ernst schaut. Anscheinend besteht die Folie aus mehreren Lagen und ist in der Lage elektrische Signale in Vibration umzuwandeln. Das System scheint relativ komplex zu sein. Für alle Physikfreunde, hier ist eine Umschreibung von PhysOrg:

FFL technology is a carefully designed assembly of thin, conducting and insulating, materials resulting in the development of a flexible laminate, which when excited by an electrical signal will vibrate and produce sound.

The speaker laminate operates as a perfect piston resonator. The entire diaphragm therefore radiates in phase, forming an area source. The wave front emitted by the vibrating surface is phase coherent, producing a plane wave with very high directivity and very accurate sound imaging.

Die Technologie eignet sich anscheinend nicht für Heim-Kino-Anlagen, weil die Bässe zu hohl sind. Aber in Telekonferenz-Systemen und in Autos soll der neue Lautsprecher durchaus seine Berechtigung haben. Ich warte auf T-Shirts mit denen die Kids der Zukunft die öffentlichen Verkehrsmittel beschallen werden.

Noch gibt es keine Produkte die die Technologie nutzen. Ich bin mal gespannt. [Maxim Roubintchik]

[via PhysOrg, BBC, Gizmodo USA]

Tags :
  1. Die ersten Versuche wurden bereits 1930 gemacht. Die ersten funktionstüchtigen Modelle wurden von QUAD verkauft: ESL 55. Hier ein paar nette Bilder. Später wurden die Lautsprecher auch von der Braun GmbH in Lizenz nachgebaut.

    Also wie bereits geschrieben wurde .. nichts wirklich neues.

  2. Das Prinzip der Magnetostaten (Bändchen) und Elektrostaten setzt ein Feld vorraus, mit welchem die Membrane interagiert (Permanentmagnete, Hochspannungsfeld). Das hier scheint eher wie ein Piezokristall zu funktionieren und nur vom Stromfluss durch die Membran abzuhängen.

  3. Es ist nicht so ganz kalter Kaffee, da es sich um ein völlig andereres Prinzip als Elektrostaten handelt. Hier geht es tatsächlich eher um ein Piezoähnliches Material, was durch sich Spannungsänderung ausdehnt und sich wieder zusammenzieht. Sehr interessante Sache – hatte so ein Teil auch schon selber mal in der Hand. Klingen tut es eher nicht, aber das kann sich ja noch ändern.

  4. Piezo glaub ich nicht.
    „assembly of thin, conducting and insulating, materials“ klingt eher nach Kondensator und Magnetfeld. Also quasi doch eher elektrostatisch.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising