Getestet: HP Envy 13 – Das bessere MacBook

Es ist allgemein bekannt, was man über Nachbildungen sagt. Man sagt, sie seien immer schlechter als das Original. Dass dieser Spruch nicht stimmen muss, beweist das HP Envy. Sieht zwar aus wie ein MacBook - ist aber keines…

Alles, mit der Verpackung angefangen, schreit einfach Apple. Auch das Gerät selbst würde man im Dunkeln kaum von einem MacBook unterscheiden können. Das Design ist sehr ansprechend und der Bildschirm ist sehr augenfreundlich. Wäre nur nicht der hohe Preis und dieses lästige Touchpad – dann müsste das MacBook höllisch aufpassen…

Preis

1.699 Euro (Mit folgender Konfiguration: 2.13GHz Intel Core 2 Duo Processor SL9600, ATI Mobility Radeon HD 4330 Graphics, 3GB RAM, 4-Zellen-Akku)

Gehäuse aus einem Guss

Man kann nicht bestreiten, dass das neue Envy nicht unbedingt auf dem Design des alten Voodoo Envy aufsetzt. Wenn man schon das Design an irgendein Gerät knüpfen möchte, dann wäre wohl ein MacBook das ähnlichste Notebook. Das Gehäuse besteht aus einem einzigen Stück Metall. Das war nicht unbedingt das, was HP sich unter dem neuen Gerät vorgestellt hatte – schließlich wiegt ein solches Gehäuse mehr. Trotzdem wiegt der Rechner mit knapp 1,8 Kilo rund 0,4 Kilogramm weniger als ein MacBook in gleicher Größe. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass die Hülle aus einem Aluminium-Magnesium-Mix besteht. Die Kanten sind abgerundet und das Gehäuse fühlt sich dank Eloxal-Verarbeitung sehr stabil an. Trotzdem hat das MacBook in einigen Punkten die Nase vorne. Sowohl Ober- als auch Unterseite fühlen sich nicht so stabil an, wie bei dem Apple-Gerät und der Deckel gibt schon bei einem leichten Druck nach.
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Das Gehäuse selbst ist in einem metallischen Braun gehalten und die Ränder in Silber. Das Envy ist rund einen halben Zentimeter schmaler und flacher als ein MacBook Pro. Dafür muss man allerdings einige Einschnitte in Kauf nehmen. Es hat nur zwei USB- und einen HDMI-Port. Auch gibt es kein optisches Laufwerk und keinen Netzwerkanschluss. Letzteres wird jedoch durch einen entsprechenden USB-Stick korrigiert.

Ein Display, das für neidische Blicke sorgt

Wenn man den Bildschirm ausschaltet sieht der Bildschirm dem des MacBooks zum Verwechseln ähnlich. Es gibt sogar einen silbernen Metall-Rand der die schwarze Umrandung des Bildschirms umgibt. Doch das alles ändert sich, wenn man den Monitor anmacht und die 1600 x 900 Bildpunkte des LED Infinity WS Displays beleuchtet werden.
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Die Farbausbeute liegt bei 82 Prozent – sehr ordentlich im Vergleich zu den durchschnittlich 45-60 Prozent eines normalen Bildschirms. Nicht nur die Blickwinkel überzeugen, sondern vor allem die klaren und hellen Farben. Der Bildschirm wirkt im Vergleich zu einem 15 Zoll MacBook Pro viel lebhafter und klarer – obwohl man zugeben muss, dass der des MacBooks natürlicher wirkt. Nach sechs Stunden dauerhafter Bildschirmnutzung sind die Augen noch weitestgehend fit. Allerdings sind zu viele Pixel auf zu wenig Fläche auf Dauer nicht besonders gut für die Augen.

Frust-Pad

HP hat eine weitere Funktion des MacBooks kopiert. Das Touchpad. Wir schlagen jedoch einen passenderen Namen vor: Frust-Pad. Wenn es um das Thema Navigation auf dem Bildschirm geht, gibt es keine Probleme. Das Pad reagiert gut und schnell und die linke und rechte Maustaste machen auch keine Probleme. Der Frust setzt ein sobald man die Gestensteuerung ausprobieren möchte.
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Im Gegensatz zu den Apple-Geräten aktiviert man die Gestensteuerung indem man mit zwei Fingern leicht auf den Bildschirm tippt (Wir haben das Ganze erst durch einen Blick in die Bedienungsanleitung erfahren). Sobald man es zum Laufen kriegt reagiert das Pad auf einige Multitouch-Gesten wie dem bewährten iPhone-Zoom. Leider verwirren einige Gesten das Pad und es beschließt einfach gar nicht zu reagieren. Zwei-Finger-Scrollen ist ein gutes Beispiel dafür. Wir haben im Test einige Zeit gebraucht, bis wir auf Webseiten scrollen konnten.

Die Tastatur hingegen ist sehr gut verarbeitet. Eine Hintergrund-Beleuchtung fehlt allerdings noch zur Perfektion.

Man muss nicht immer auf Windows warten

Instant-On-Betriebssysteme sind nicht unbedingt das Optimum, aber doch ganz nett. Das Envy 13 kommt mit seinem eigenen Sofort-Betriebssystem namens HP QuickWeb. Im Test braucht das Gerät nicht länger als 9 Sekunden, um die schlanke Linux-Distribution zu laden. Man findet sich schnell zu recht, kann sich direkt in einem WLAN-Netzwerk anmelden und schon in wenigen Sekunden auf Gizmodo surfen. Man kann sich direkt in Skype einloggen und so weiter.

Aber warum sollte man dieses Instant-Betriebssystem starten? Wenn man bereit ist weitere 50 Sekunden zu warten kann man auch gleich das richtige Windows 7 benutzen und muss sich nicht mit einer Web-Umgebung zufriedengeben.

Leistung

Der Core 2 Duo Prozessor mit 2,13 GHz und 3 GByte Ram hat nicht soviel Leistung wie der 2,26 GHz Core 2 Duo des MacBook Pros. Aber er ist mehr als ausreichend für die täglichen Aufgaben. Firefox mit 10 Tabs, iTunes und TweetDeck liefen alle zeitgleich ohne, dass der Rechner ins Stocken geriet.

Wenn man zusätzlich eine Blu-ray abspielen möchte und das 250 Dollar teure externe Laufwerk besitzt, bemerkt man die Performance-Unterschiede zwischen den beiden Notebooks. Während das MacBook seine Schwierigkeiten hat, ist das Envy noch gut dabei. Dafür sorgt vor allem die dedizierte Grafikkarte. Schließlich hat HP eine ATI Mobility Radeon HD 4330 eingebaut und die ist alle Mal schneller als die schwache Onboard Nvidia GeForce 9400M in manchen MacBooks. Das beweisen auch die Benchmarks in denen die Radeon-Karte sowohl in 3DMark06 als auch in Crysis klar die Nase vorne hat. Bei hohen Auflösungen kommt das Envy auf 30 Frames und das MacBook nur auf 22,8. Man kann sogar im Betrieb die Radeon durch die integrierte Intel-Onboard-Karte austauschen und spart so Strom.
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Das Envy 13 setzt von Haus auf einen austauschbaren 4-Zellen-Akku, der bei normalem Gebrauch für ungefähr 3 Stunden reicht. Wer mehr braucht kann sich einen weiteren 6-Zellen-Akku dazukaufen, der sich wie per Zauberhand an der Unterseite des Notebooks befestigen lässt und laut HP für weitere 10 Stunden Akku-Betrieb ausreichen soll.

Fazit

Es gibt keinen Zweifel, dass das 13 Zoll HP Envy einige Dinge besser macht als ein 13 Zoll Apple MacBook Pro. Der Bildschirm ist besser, die Grafikperformance überzeugt und das Gerät ist kleiner. Trotzdem rechtfertigt das nicht unbedingt den Aufpreis, den man für ein solches Gerät bezahlen muss. Vor allem, wenn man bedenkt wie frustrierend das Pad ist, dass es kein optisches Laufwerk gibt und auch keinen eingebauten Netzwerkanschluss. Eigentlich kriegt man für den Preis schon ein 15 Zoll MacBook Pro, dass sogar einen GByte Ram mehr hat und einen größeren Bildschirm. Wer ein Windows-7-Gerät sucht ist mit dem Envy glücklich – es ist eines der Besten, aber nicht unbedingt eines der billigsten. [Joanna Stern/Maxim Roubintchik]

Atemberaubender Bildschirm.

Sehr kompaktes Gehäuse.

Nur externes optisches Laufwerk.

Instant-ON Funktion.

Sehr teuer.

Das Touchpad ist sehr frustrierend.

Tags :
  1. – kein optisches Laufwerk
    – kein Bluetooth
    – kein Netzwerkanschluss
    – kein großes Trackpad aus Glas (niedrigere Reibwerte)
    – geringere Akkulaufzeit als Macbook
    – keine Hintergrundbeleuchtung der Tastatur

    und dann soll Apple mit 1200 Euro für ein Macbook teuer sein?

    HP ist einfach lächerlich.

  2. Viel zu teuer und das obwohl sie keine Designer und Ingenieure sondern nur Copisten beschaeftigen mussten. Ausserdem dieses Windows…
    Und das Trackpad ist wohl das beste am MacBook. Wer einmal damit gearbeitet hat moechte es nicht mehr hergeben.

  3. Sorry, aber ich hab das Teil im Laden gesehen und finde es um welten schicker als das Apple Macbook. Is wohl ne Geschmacksfrage. Kaufen würde ich aber beide nich. Nicht nur wegen dem Preis, sondern auch Festplatte und GraKa…

  4. sorry aber was habt ihr gegen windows? leute die sich auskennen, wissen welches system das bessere ist. nur weil mac nicht so wiet verbreitet ist, heißt es noch lange nicht, dass es besser als windows ist. würde mir schon allein deswegen hp holen und xp pro drauftun ;)

  5. mir persönlich gefällt das MacBook natürlich besser ;-)
    Allein der Preis ist für eine KOPIE eindeutig um Meilen zu hoch gegriffen! Was soll denn an dem Teil den Preis rechtfertigen? …kein Bluetooth, kein Netzwerkstecker, kein optisches Laufwerk, noch was…? Wenn es wenigstens günstiger wäre als das MacBook, fänd ich es (abgesehn von Windows) noch nicht mal sooo schlecht. …aber so nicht!

  6. Immer wieder lustig.
    Jedesmal, wenn es irgendwie um Apple geht, kommen so genannte „Profis“ angerannt, die eine Predigt anstimmen, wie schlecht Apples Produkte doch seien. ;)
    Manche Leute werden nie lernen, dass ihre eigenen Ansprüche an ein Betriebssystem oder einen Computer nicht den Bedürfnissen der gesamten Menschheit entsprechen.

    Zum Notebook von HP:
    HP hätte lieber versuchen sollen, etwas Eigenes und Innovatives zu entwickeln anstatt einfach nur ein MacBook Pro mit weniger Features nachzubauen. Damit gewinnen sie keinen Blumentopf. Auch bei HP dürfte es ja wohl Leute geben, die gute Ideen für neue Produkte haben. Hoffe ich mal.

  7. Schon der BGH hat gesagt: „Geld hat man zu haben“. Ich persönlich würde niemals den Apfel vorziehen – auch wenn der billiger ist – wenn ich hier eine Lösung von einer professionellen IT-Firma bekomme!
    Wenn ich hier ein Problem mit der Hardware hab, rufe ich den HP-Support an und bekomme eine Lösung, bei dem Macbook müsste ich mich mit Apple herumschlagen… Ich kaufe das Envy!

  8. Mich würde vielmehr interessieren wie der/die Tester an diese Produktvariante gelangt sind. Über die deutsche Seite lassen sich ausschließlich Versionen mit SL9400 (1,86GHz) aufrufen und auf der amerikanischen Seite kann man zwar online ein Modell mit 2,13GHz konfigurieren, jedoch steht auch hier kein Display mit 1600×900 Pixeln zur Auswahl.

    Also woher bekomm ich so ein Gerät wie im Test?

    @ DaSchu

    Bluetooth gibts im amerikanischen Onlinestore als Erweiterung.

  9. Also ich habe mir das Teil vor 2 Wochen gekauft für 999 Euro beim Mediamarkt und ich finds wirklich gut.
    Gut verarbeitet, zwei Akkus die gleichzeitig benutzt werden können und läuft ca 10 Stunden. Zwei Grakas die man umschalten kann, Netwerkanschlussadapter ist dabei (USB), Bluetooth ist auch dabei. Windows 7 läuft problemlos.
    Was mir nicht gefällt ist der spiegelnder Display aber so ist das nun mal, und Kopfhörer/Micro-Anschluß (nur eine Buchse für beides, keine Ahnung welchen Headset man da anschließen kann). Aber dafür sehr guter eingebauter Micro neben der Webcam.
    Bin sehr zufrieden für den Preis und kann weiter empfehlen.

    Gruß

  10. Ohhh bitte, was hat denn ein Eloxalverfahren mit der Stabilität zu tun?
    Den größten fehler den man machen kann,
    ist sich ein Pc mit Win zu holen, ständiges treiber loaden, virenscannen und und und.
    Man hat früher oder später nur Probleme damit.
    Wer einmal mit Osx gearbeitet hat, will nie wieder etwas anderes!

  11. > Wer einmal mit Osx gearbeitet hat, will nie wieder etwas anderes!

    Puuh, wenn ich solche verallgemeinerungen schon lese wird mir übel.
    Jedes OS hat seine Vor- und Nachteile.

    Finde aber auch dass HP, wenn sie schon kopieren und einen Teil der HW weglassen, wenigstens den Preis hätten super attraktiv machen müssen…

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