Test: Samsung X420 – schlankes und günstiges Notebook

Das X420 hat alles was ein richtiges Notebook braucht: Es ist klein, schlank, schick und hat eine beachtliche Akkulaufzeit. Auch ist das Gerät finanzierbar und kostet kein Vermögen. Wir haben das es für euch getestet.

Schlanke Notebooks gibt es genügend. Auch stromsparende Geräte mit ULV-Prozessor sind heutzutage keine Seltenheit. Lange Akkulaufzeit und hübsche Gehäuse sind da schon eher Mangelware. Ein Gerät, das alle diese Punkte kombiniert und trotzdem verhältnismäßig günstig ist, ist ein Traum. Zumindest war er das – bisher. Das X420 kommt ihm nämlich sehr nahe…

Gehäuse

Das Erste, was bei dem Gerät auffällt ist die schicke Außenhülle. Die abgerundeten Ecken sind hübsch und praktisch. Besonders eindrucksvoll finde ich aber bei geschlossenem Notebook den Übergang von Deckel und Unterseite. Der ist nämlich nahtlos und kaum spürbar. Allgemein fühlt sich das Gehäuse sehr gut verarbeitet und stabil an. Ein Gerät für das man sich nicht schämen muss, wenn man es unter den Arm geklemmt durch die Gegend trägt.

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Negativ aufgefallen ist mir allerdings die der Display-Deckel: Die schwarze, spiegelnde Plastikoberfläche wirkt wie ein Magnet auf Fingerabdrücke und so ist das Gehäuse schon nach kurzer Zeit von diesen übersät.

Tastatur und Touchpad

Die Tastatur wirkt zunächst ungewohnt und sieht auch etwas billig aus. Das mag vielleicht an dem merkwürdigen Anschlagspunkt der einzelnen Tasten und dem kindlichen Design wirken. Beim Tippen stellt man sich jedoch schnell um und kann sehr gut darauf schreiben. Der Druckpunkt ist ebenfalls gelungen und das Feedback der Tasten sehr ausgewogen. Besonders positiv fiel mir die Lautstärke auf: Das Tippen ist kaum zu hören, selbst wenn man, wie ich, sehr schnell schreibt und in die Tasten hämmert.

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Die Oberfläche des Touchpads wirkt ebenfalls zunächst ungewohnt. Bleibt es aber leider auch. Das Scrollen auf Webseiten funktioniert reibungslos, aber ich habe auch schon besseres erlebt – beim MacBook zum Beispiel. Das Touchpad mit dem, des fast dreimal so teuren, MacBooks zu vergleichen wäre jedoch ungerecht. Aus irgendeinem Grund hat sich Samsung entschieden die Statusanzeigen unter die Touchpad-Buttons zu legen – dort wo normalerweise die Knöpfe hingehören. Das führt dazu, dass man sich ständig wundert warum nichts geschieht, obwohl man richtig getippt hat. Dann stellt man entrüstet fest, dass man ja gar nicht auf den Knopf gedrückt hat. Das hätte man auch umgekehrt machen können. Das Pad unterstützt Multitouch – allerdings nur die Zoomgesten.

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Display

Das Display spiegelt – das muss nicht sein und lässt das Gerät billiger aussehen als es eigentlich ist. Die Farben wirken etwas verwaschen und unecht. Kein Vergleich zu qualitativ hochwertigen Bildschirmen. Der Rahmen um den Bildschirm ist leider zu dick ausgefallen und lässt das Display kleiner wirken. Beim Bildschirm gibt es sicherlich noch Verbesserungspotential.

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Leistung

Die Leistung ist ganz ok für ein Notebook mit ULV-Prozessor. So kommt das Gerät bei PC Mark 05 auf 3406 und bei Vantage auf 2204 Punkte. Dabei sind vor allem die schwache Grafikkarte und der Arbeitsspeicher die Bremsen. Der Festplattendurchsatz ist in allen Benchmarks hingegen überragend.

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Für die täglichen Aufgaben reicht das Notebook also alle Mal. Schwierig wird’s nur, wenn man darauf Games spielen möchte. Da sollte man lieber zu etwas mit mehr PS unter der Haube greifen – aber dafür ist das X420 eh nicht gedacht.

Akkuleistung

Die Akkuleistung ist eine der Stärken des Gerätes. Samsung verspricht Akkulaufzeiten von bis zu 9 Stunden. Ganz so positiv fiel unser Test nicht aus. Aber immerhin hält das Notebook unter Belastung im Schnitt 6:41 Stunden durch. Das ist schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass die WLAN-Verbindung die ganze Zeit aktiv war und mehrere Anwendungen liefen. Die Akkulaufzeit habe ich übrigens mit einem kleinen Programm getestet, dass ich geschrieben habe – falls auch ihr euer Gerät mal testen wollt, ihr findet es in unserem Downloadbereich.

Anschlüsse

Das Gerät bietet 3 USB-, einen HDMI-, VGA-, LAN und Kopfhörer-Ports. Allerdings hat Samsung diese meiner Meinung nach ungünstig untergebracht. Sie fühlen sich ein wenig deplatziert an und stören das Gesamtbild. Aber immerhin besser, als auf ein paar Anschlüsse zu verzichten.

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Fazit

Das Gerät ist gut verarbeitet und macht einen hochwertigen Eindruck. Es ist für all jene gedacht, die viel unterwegs sind und ein verlässliches, leichtes und schickes Notebook wollen. Das zeigt sich auch an der Akkuleistung: Über 6 Stunden und 40 Minuten kommen nur die wenigsten Notebooks. Bitte nicht mit Netbooks vergleichen: Die haben nur einen Bruchteil der Leistung und einen viel kleineren Bildschirm. Apropos Bildschirm: Der ist leider enttäuschend und die Farben wirken matt und leblos.

Davon abgesehen ist das hier ein schickes und mit einem Preis von 799 Euro auch ein verhältnismäßig günstiges Notebook. Weitere Informationen dazu findet ihr bei Samsung. Ihr solltet übrigens auch einen Blick auf das nett gemachte Produkt-Video werfen. Ich mag den Stil… [Maxim Roubintchik] [Samsung, Video]

Lange Akkulaufzeit.

Leicht und flach.

Gut verarbeitetes Gehäuse.

Spiegelndes Display.

Schwache Grafikkarte aber ansonsten akzeptable Performance.

Leblose Farben.

Magnet für Fingerabdrücke.

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  1. Das Notebook macht echt einen guten Eindruck, aber das Design könnte schon ein bisschen moderner sein. Das können andere Hersteller schon besser. Wenn man auf eine lange Akku-Laufzeit wert legt, muss man wohl leider Abstriche bei der Grafik-Leistung machen.

  2. Die Laufzeit hört sich natürlich gut an, aber gerade die Benutzerschnittstelle Auge mit einem glänzenden Bildschirm und noch dazu schwachem Farbbild zu quälen hört sich für mich nicht nach einem guten Kauf für 800 Euro (auch bekannt als fast 1600 Mark) an.
    Aber das scheint eh ein Problem zu sein, ich suche gerade einen normalen 24″-Monitor, der gut für Fotobearbeitung geeignet sein muss, Filme exzellent darstellt und auch beim FPS-Spielen nicht versagt. Interpolieren soll er auch gut können. Selbst für 800 Euro gibt es da keinen überzeugenden Alleskönner…

  3. Bei Spiegeldsiplay nur ein Neutral? Schon mal daran gedacht, dass das Auge beim Scharfstellen immer zwischen Displaytext und Reflexion hin und her fokussiert und dass so die Zonularfasern des Auges frühzeitig aufgeben könnten und man so die Presbyopie (Alterssichtigkeit) um mehrere Jahre eventuell nach vorne verlegt? Ich bin gerade dabei da was mit meinem prof anzustoßen, ob Spiegeldisplays den Eintritt der Alterssichtigkeit verfrühen (z.b. statt ~45 schon mit ~37)…Vielleicht ist das eine größere gefahr als nur die „nervige“ Reflexion.

  4. Tze: wenn Du in 25 Jahren in die Situation gerätst, wirst Du das mit anderen Augen sehen (no fun intended). Eine Brille ist immer blöd, gerade Gleitsichtgläser sind immer eine Krücke. Unter dem Gesichtspunkt, dass Du von da an vielleicht noch weitere 50 Jahre eine tragen musst, sollte man vielleicht heute vom Hochglanzbildschirm Abstand nehmen.

  5. Ich hab mir die Kiste letzte Woche für 699EURONEN im MeMarkt gekauft. Macht was daher – die Kollegen sind schon ganz neidisch und die Akkulaifzeit ist mit das beste was ich bisher geehen hab! Kann’s empfehlen – BTW: Das Display muss man nur in den entsprechenden Winkel stellen dann sieht man die Reflektionen nicht mehr.

  6. Entspiegelnde Schutzfolie gibt es für zwischen 20 und 40 Euro.

    Info @ c’t 15/2009, S. 60 „Mach mich matt“, „Glänzend oder matt“ c’t 10/2009, S. 152 ve „Gegen Glare“ c’t 2/2008, S. 116.

    :)

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