Was kann Googles neue Navi-Funktion?

Googles neue und kostenlose Navi-Software ist die Top-Nachricht des Tages. Selbst als Beta macht die Software schon einen sehr guten Eindruck. Mit an Bord sind Street View, Sattelitenbilder und sprachgestützte Suche. Wir haben das Ganze mal zusammengefasst.

Wer kriegt es?

So wie es derzeit aussieht kommt die Navi-Software vorerst nur für Android 2.0. Andere Provider und Handyhersteller könnten vielleicht nachziehen und die Anwendung implementieren. Anscheinend arbeiten Google und Apple bereits eng zusammen, um die Anwendung aufs iPhone zu portieren.

Wie sage ich der Software wo ich hin will?

Adressen werden entweder über eine Text- oder Spracheingabe getätigt. Dabei kommt die gleiche Technologie wie bei der Google Mobile App des iPhones zum Einsatz. Die App kann auch Namen von Straßen, Restaurants und Geschäften oder Anfragen wie »Das Museum mit der Ausstellung XY« verarbeiten.

Straßenverkehr:

Die Daten über den Straßenverkehr kommen aus vielen Quellen. Zum Beispiel von lokalen Behörden, Verkehrskameras, Diensten wie Inrix oder auch von Google Maps Usern.

Preis:

Es ist gratis und es gibt keine Werbung. Nichts in Apples App-Store, das nicht mindestens 25 Dollar im Jahr kostet, kann das Gleiche.

Sprachansagen:

Es gib im Moment nur eine englischsprachige Stimme. Die macht ihren Job aber ganz gut und spricht auch alle Straßennamen aus.

Funktioniert es auch offline?

Teilweise. Die geplante Route ist im Zwischenspeicher abgelegt. Wenn man zwischendurch also die Verbindung verliert, funktioniert das Ganze immernoch und auch die Straßennamen werden noch vorgelesen.

Karten, die nie alt werden:

Wie bei den meisten Cloud-Diensten muss man keine Karten auf dem Gerät selbst vorinstalliert haben, sondern lädt die Route bei Bedarf aus dem Netz. Das Ganze setzt allerdings voraus, dass man am Startpunkt Empfang hat.

Einzigartige Ansichten:

Die Navi-Software unterstützt den Satellitenmodus von Google Maps. Nicht nur das: Auch Street View ist mit an Bord. Kurz bevor man abbiegen muss, kommt eine Voransicht der Straße und ein Pfeil, der dir die Richtung anzeigt. Da die Street View Bilder auch wissen in welcher Richtung sie aufgenommen wurden können die Fotos automatisch mit der Fahrtrichtung synchronisiert werden.

Verkehrsinterface:

Das Verkehrssymbol ist denkbar simpel. Grün, Gelb und Rot stehen zeigen an wie gut man durchkommt. Wenn man das Symbol anklick zeigt die Karte Abfahrtswege von der Stecke an.

Mehrere Ziele?

Es gibt keine Möglichkeit mehrere Ziele einzurichten. Man kann allerdings nach Dingen wie Tankstellen oder Restaurants auf dem Weg suchen. Sowas wird auch in der Maps-Ansicht angezeigt solange es auf dem Weg liegt.

Zu einem Punkt auf der Karte navigieren:

Man kann zu einem bestimmten Punkt navigieren indem man ihn auf der Karte entdeckt und den Finger darauf hält.

Integration im Betriebssystem:

Man kann Orte als Icons auf dem Android-Desktop speichern.

Layer?

Dinge wie Verkehrs- oder Satellitenansichten nennen sich Layer. Google sagt, dass es ohne weiteres möglich sein wird mehrere Layer übereinander zu legen und zu bestimmen welche angezeigt werden. Vielleicht veröffentlichen sie ja auch eine API.

Verschiedene Ansichten für verschiedene Nutzungsszenarien:

Es gibt einen Landschafts- und einen Horizontal-Modus. Und ein Interface mit großen Icons, wenn man es auf dem Armaturenbrett benutzt.

Kostenlos ist nicht gleich kostenlos. Unsere Angst dabei!

Wenn Google die Anwendung kostenlos vertreibt, wird der App Store viele Millionen verlieren, die er sonst mit dem Verkauf von kostenpflichtigen Navis verdienen würde. Nichts worum wir uns eigentlich Sorgen machen müssten, aber man stelle sich vor, dass die Anderen Anbieter alle ihre Marktanteile verlieren und es irgendwann nur noch Google gibt und wir von ihnen abhängig sind. Wettbewerb ist aber nie eine schlechte Sache. Irgendwie ist es auch komisch, dass Google kein Geld für eine App wie diese verlangt. Schließlich ist sie durchaus konkurrenzfähig mit Angeboten von TomTom oder Navigon. Das Wort, was uns dazu einfällt ist unfair. Aber ist es nicht so, dass wir nein zu dieser App sagen würden. [Brian Lam/Maxim Roubintchik]
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  1. Nicht schlecht Herr Specht.

    Das einzige was mich aber stört ist die Onlineberechnung und Datenübertragung.
    Das dürfte zum einem einen ziemlichen Traffic bedeuten und damit verbundene kosten, Stromverbrauch und eine langsame Berechnung/Übertragung wenn man keinen oder nur gprs empfang hat

    Ansonsten stell ich mir insbesondere Streetview auf dem Navi interssant vor.

    Eine tatsächliche Konkurrenz zu etablierten Navis sehe ich nicht direkt, eben dadurch das es ein online-Navi ist. Da tippe ich lieber gleich bei Sygic, Garmin und co das Ziel ein und los gehts. Egal wo und ob eine Onlineverbindung besteht oder nicht.

  2. @Gördi
    Android Handys sind sowieso allways-on. Und ohne Flat ist es eh selbstmord ein android handy zu nutzen, da dort ungefragt daten ohne ende übertragen werden.

  3. Die Frage nach der Speicherung der Bewegungsdaten ist die eigentlich spannende. Bisher war doch der Tausch bei Google immer Funktionalität gegen Privatsphäre.

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