Workshop Teil 1: Linux für Jedermann – Jetzt auf Ubuntu umsteigen

Ubuntu 9.10 ist seit einer Weile draußen und ist benutzerfreundlicher denn je. Zeit endlich mal einen Blick auf Linux zu werfen. Das OS und alle nötigen Programme sind kostenlos, Linux ist sicherer als Windows und sieht außerdem viel besser aus. Falls ihr von Windows kommt, haben wir für euch die wichtigsten Umstiegstipps und Überlebenshilfen zusammengetragen…

Viele Anwender sind mit Vista und Windows 7 unzufrieden und bleiben weiterhin bei Windows XP. Deswegen versuche ich in diesem Guide auf den Umstieg von XP auf Ubuntu 9.10 einzugehen. Wenn ihr von Vista oder 7 kommt, sollte der Vorgang ungefähr gleich aussehen. Der erste Teil behandelt die vorbereitenden Schritte unter dem gewohnten Betriebssystem – also Windows.

Windows auf den Umstieg vorbereiten

Linux und vor allem Ubuntu ist schon lange nicht mehr das Nerd-Betriebssystem. Trotzdem glauben die meisten Windows-Nutzer noch, dass die Arbeit unter Linux unheimlich kompliziert ist und man auf vieles verzichten muss. Das ist so nicht ganz richtig. Zwar wird man sich als Windows-Fan in vielen Punkten umstellen müssen, von Verzicht kann aber eigentlich keine Rede sein. Unter Ubuntu finden sich die wohlbekannten Anwendungen meist nur unter einem anderen Namen oder mit leicht abgeänderter Oberfläche. Das ist nicht weiter dramatisch, schließlich sind sie dafür kostenlos. Wenn ihr keinen Wert darauf legt die neuesten Games zu spielen, dann werdet ihr mit Ubuntu in den meisten Fällen sehr glücklich werden. Ältere Spiele laufen damit nämlich fast immer und der Rest versteht sich von selbst.

Viele Vorteile

Ubuntu:

  • ist kostenlos und die Software auch.
  • ist sicherer als Windows.
  • ist individuell anpassbar.
  • sieht besser aus und ist praktischer in der Steuerung.
  • ist nicht so Hardwarehungrig wie Windows.

Das Video sagt alles (zumindest was die Optik angeht):

YouTube Preview Image

Zunächst müsst ihr aber eine schwierige Entscheidung treffen:

Windows parallel verwenden oder Windows löschen

Ihr müsst euch entscheiden, ob ihr eure Windows-Installation auf der Festplatte lassen wollt oder komplett löscht und nur mit Linux arbeitet. Wenn man noch keine Linux-Erfahrungen hat, empfiehlt es sich, das vertraute Betriebssystem eine Weile zu behalten. Beim Start des Rechners kann man dann auswählen, welches OS man bootet. Im Gegensatz zu Windows bietet Ubuntu einen sogenannten Live-Modus. Darin kann man es ohne zu installieren einfach direkt vom Datenträger aus booten. Falls ihr allerdings wenig Platz auf euer Festplatte habt oder Windows einfach nicht mehr sehen könnt, dann löscht es und ersetzt es mit Ubuntu! Im Workshop behandele ich den Komplett-Umstieg, also den Fall, in dem ihr euch von Windows verabschiedet.

Diese Entscheidung ist jedem selbst überlassen. Doch wie auch immer ihr euch entscheidet, ihr solltet:

Ein Backup der Daten machen

Wer eine externe Festplatte, Platz auf einem Online-Speicher oder irgendwelche anderen Möglichkeiten hat seine Daten zu hinterlegen, sollte es machen. Zwar gibt es automatisierte Wege ein Backup all seiner wertvollen Bits und Bytes zu erstellen, aber ich sage immer: »Vertrau keinem Automatismus bei einer Aufgabe, die du selbst erledigen kannst«. Bei der Gelegenheit kann man auch sein verstaubtes Windows endlich mal ausmisten und nur die wirklich wichtigen Daten exportieren.

Man nehme einfach irgendeine Speichermöglichkeit und schiebe die entsprechenden Dateien vom Rechner dorthin. Wenn ihr nicht gerade Terabytes an Musik und Filmen auf den Festplatten rumliegen habt, sollte es keine Platzprobleme beim Backup geben. Eine externe HDD mit einem TByte Speicher kriegt man oft schon weit unter 70 Euro und eine solche Anschaffung lohnt sich alle Mal! Wie ihr eure Browser-Einstellungen migriert, erfahrt ihr in diesem Artikel. Bei Instant-Messengern wird es schon etwas schwieriger und man muss je nach Programm die Daten von Hand aus dem entsprechenden Verzeichnis sichern. Ich würde euch sowieso ans Herz legen, Meebo zu benutzen – nur so am Rande. Falls ihr weitere wichtige Programme mit migrieren möchtet, findet ihr auf dieser Seite praktische Anleitungen.

Ubuntu herunterladen

Ubuntu_Umstiegsguide

Zunächst einmal muss man für die Installation Ubuntu herunterladen. Das macht man auf der offiziellen Homepage. Ihr solltet euch für die 32- oder 64-Bit-Version entscheiden. Falls ihr mehr als 3 GByte RAM verwendet ist die 64-Bit-Version sehr zu empfehlen – entsprechender Prozessor vorausgesetzt. Im weiteren Workshop werde ich auf die 32ger eingehen.

]Ubuntu_Umstiegsguide

Speichert die heruntergeladene ISO-Datei irgendwo auf eurer Festplatte! Jetzt kann man sich entscheiden, ob man diese mit einem Brennprogramm auf einen Rohling brennt. Man kann sie aber auch einfach:

Auf einen USB-Stick kopieren

Ubuntu_Umstiegsguide

Dazu verwende ich ganz gerne »UNetbootin«. Ein kostenloses Programm, mit dem man bootfähige USB-Sticks erstellen kann. Man muss es nicht installieren und führt es einfach aus. Bei Distribution einfach »Ubuntu« und Version »9.10_Live« auswählen. Dann ein Häkchen bei »Image« setzen und die ISO-Datei durch einen Druck auf den Dreipunkt-Button auswählen – Datei heißt »ubuntu-9.10-desktop-i386.iso« oder so ähnlich. Nicht vergessen, den USB-Stick anzustecken und unten auszuwählen und schon kann es losgehen. Das Programm braucht eine Weile – die sollte man ihm lassen. Jetzt müsst ihr nur noch:

Ubuntu_Umstiegsguide

Vom USB-Stick booten

In den Bios-Einstellungen kann man diese Option aktivieren. Meist ist sie unter Boot oder Datenträger versteckt – einfach mal ein bisschen durchklicken. Das Bios ruft ihr übrigens in den meisten Fällen durch einen Druck auf »Entfernen« oder »F2« auf. Sobald man den Einschaltknopf des Rechners gedrückt hat, im Sekundentakt auf diese Tasten einhämmern – das Verfahren hat sich bewährt. Falls ihr euch für die CD-Lösung entschieden habt, dann solltet ihr sicherstellen, dass der Rechner zuerst vom CD/DVD/Blu-ray-Laufwerk aus startet und nicht von der Festplatte. Nachdem man die Einstellung geändert hat, speichert man diese (einfach F10 drücken oder Escape). Bitte beachten, dass das Bios manchmal nur englische Tastaturen akzeptiert und dort die Z- und Y-Taste vertauscht sind.

Ubuntu_Umstiegsguide

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Teil unseres Workshops. Darin beschäftigen wir uns mit der Installation des freien Betriebssystems. [Maxim Roubintchik]

Weiterführende Links:

Ubuntu-Workshop:

Tags :
  1. Wellwell, einziges Problem eben die Spiele-Untauglichkeit.
    Kein Direct-X, kein Linux.
    Zwei Betriebsysteme paralell gehen zwar, klar, aber wer will das schon? Mal eben den Rechenr neustarten damit man mal eben ein spielchen spielen kann? Und wenn man dann mal eben etwas im Web nachschauen will wieder Neu booten un das über linux machen ?
    Och nöööö.
    Wird Zeit das direct x portiert wird… oder Spieleentwickler auch mal was für Linux konstruieren. Wenn das soweit ist werde ich umsteigen. Aber auch erst dann.

  2. hmm, hab ubuntu schon seit gefühlten 1,5 Jahren aufm Laptop und nutz es so gut wie nicht, klar, windows ist BÖÖSE und das Geschäftsgebahren von Ballmer und Konsorten manchmal wirklich eklig (Linux bei Resellern bekämpfen oder was da für vergleichbare Aktionen Publik wurden) und Virenanfälligkeit.
    Dummerweise gibts die Software (Architektur-CAD) die ich bedienen kann nur für Windoof und Apfel. Und über Wine hab ichs noch nicht geschafft, bzw die Zeit gehabt es zum laufen zu kriegen. Daher bin ich wieder operativ bei Windows XP gelandet. Vista hab ich gleich weggelassen und vielleicht wirds irgendwann 7 oder doch Snow Leopard (oder dessen Nachfolger…) Kurz, leider gibts noch lange nicht alles für Linux, schade

  3. Zitat:
    „Viele Vorteile
    Ubuntu: ist kostenlos und die Software auch.“

    Solange diese Meinung vorherrscht, werden viele Entwickler nicht für Linux entwickeln!

  4. Wird Zeit das direct x portiert wird… oder Spieleentwickler auch mal was für Linux konstruieren

    Gibt es…heise OpenGL, deswegen laufen zum Beispiel alle ID Software Titel, und die diese Engine benutzen auch Problemlos auf Linux. Desweiteren laufen alle Speile die Plattform unabhängig *als Flash oder Java* ebenso Problemlos.

    für mehr infos zum Thema Linuxgaming http://www.holarse.de

  5. „und sieht außerdem viel besser aus“ Bei dem Screenshot werde ich diesen Frickel-Mist niemals ausprobieren. Überhaupt sehen die ganzen Screenshots hier wie aus Win98-Zeiten aus. Gewollt und nicht gekonnt… Wie will so ein Murks mit Win7 / OSX mithalten?

  6. @Sackboy: Das liegt daran, dass die Screenshots in diesem Teil unter Win XP mit 98-Oberfläche gemacht wurden. Schau dir das Video an oder Teil 3, der heute Abend erscheint.

  7. OpenGL und Flash…. toll …und was aktuelles ?
    Die letzten gescheiten spielen von ID waren Quake4 und Doom3 … 2005 und 2004 … danach nix mehr…
    Also, zum normalen surfen, einfachen Bürokram und so mag es ok sein.. aber ansonsten… nö.

  8. Ich nutze Ubuntu schon seit Jahren und bin sehr zufrieden damit. War spannend immer die entwicklung zu beobachten, da sich hier sehr viel getan hat (z.b. auch was die Treiberunterstützung angeht). Mein Hauptrechner läuft aber nach wie vor unter XP – bin halt einfach ein zocker.
    Unter Ubuntu gibts mittlerweile auch eine große Auswahl an Gamez – aber leider noch nicht genug.

    Btw: Ich halte linux für weitaus hardwarehungriger als linux. Zumindest was den Arbeitsspeicher angeht.

  9. Aktuelles Flashbasietes Speil Machinarium….

    Es dunktionieren wenn ich mich nciht irre auch die Unreal Spiele. Aktuellstes Spiel auf einer ID-Engine ist wenn ich mich nicht Irre Wolfenstein wobei ich nicht weis ob es dafür ein Linuxpatch gibt. Sollte aber wenn man weis wie auch so laufen.

    Ausserdem war die forderung das DirektX konvertiert werden soll oder es etwas eigenes auf Linux gibt und darauf ist die antwort OpenGL. DX wird niemals portiert da es ein Microdoft bibliothek ist

  10. Hallo liebe Linuxverweigerer, Hallo liebe Ubuntudeppen.

    Ja ich will Trollen, das jedoch mit Hintergrundwissen.

    Ubuntu selbst ist nicht soo schön für anfänger. Ich selber leite Kurse für Linux und merke das viele an Ubuntu nur die Community auf Ubuntuusers und damit deren Wiki gut finden.

    9.10 hat jedoch durch seine Bugs (Ubuntu basiert schon immer auf einen absurden mix aus Debian Stable und Unstable ohne sich beim Paketieren an irgendwelche Konventionen zu halten) viele Fans verloren.

    Ich selbst setze auf ein Debian unstablefork mit namen Sidux, das ich selbst noch um einen ZenKernel verbessert habe und die ressourcenhungrigsten Anwendungen habe ich durch GTK alternativen Ausgetauscht und diese nochmals gegen die aktuelle gcc kompiliert. (So startet mein System in 10 Sekunden bis in Openoffice)

    @Directx: Warum wirds nicht Portiert?! Leute schaut euch dochmal an welche Firma hinter Directx steht…na..na…Mickysoft, genau. Es gibt jedoch sehrwohl Spiele für Linux. So stehen alle Quake Teile unter Linux zum Spielen Bereit…Selbst WOW ist mit Wine ohne Probleme Spielbar.

    Wo ihr jedoch (liebe Windowsabhängige) ein Problem haben dürftet ist, dass ihr mal das hirn einschalten müsst und für eure Programme alternativen suchen müsst die kein Branding haben (siehe alleine den Adobekram).

  11. […] (Ubuntu) Linux: ~50 Programme, die sich lohnen. 3 Januar 2010 von admin Kommentieren » Hello there! If you are new here, you might want to subscribe to the RSS feed for updates on this topic.Powered by WP Greet Box WordPress Plugin Ich habe bisher fast ausschließlich über Windows-Programme gebloggt, obwohl ich selbst auch Ubuntu Linux (9.10) oft und gerne einsetze. Linux-Betriebsysteme (Distributionen) wurden in den letzen Jahren auch für Privatanwender immer interessanter und besonders Ubuntu möchte ja den Umstieg von Windows so leicht wie möglich machen. Interessierte Windowsuser finden im Netz jede Menge Tutorials über die Installation und erste Schritte. (z.B. beim Ubuntuusers-Wiki oder dem 3-teilige Erklär-Spezial von Gizmodo) […]

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