Test: Samsung Omnia II

Bitte Samsung, hört damit auf! Das Omnia II ist einfach frustrierend. Wer mehr wissen möchte, sollte einen Blick in den Test werfen!

Schon von der ersten Sekunde an ist das Omnia II frustrierend. Bis zu jenem beruhigenden Augenblick, in dem man das Gerät verzweifelt zurück auf den Schreibtisch legt. Das Omnia II hatte soviel Potential – wirklich viel Potential. Mit einer Reihe von falschen Entscheidungen und einem furchbaren Softwaredesign, hat Samsung jedoch alles ruiniert. Jedes letzte Quäntchen.

Die Hardware ist bewundernswert

Wenn man rein nach Hardware geht, wäre das hier ein verdammt gutes Handy. Es hat einen Bildschirm mit einer Auflösung von 480 x 800 Bildpunkten, einen 800-MHz-Prozessor, eine 5-Megapixel-Kamera mit einer Videoauflösung von 720 x 480 Pixeln. Dazu gibt es 8 GByte internen Speicher und die Möglichkeit diesen mit MicroSD-Karten zu erweitern. Ein FM-Radio und die Standard-Smartphone-Verbindungen wie WLAN, GPS und 3G.

Samsung_Omnia_2_Test

Der Bildschirm ist wunderschön und sehr scharf. Allerdings scheinen die Weißtöne etwas bläulich zu sein. Das Problem haben aber anscheinend alle Samsung AMOLED-Screens. Dieser Umstand fällt eigentlich auch gar nicht weiter auf, außer man hält ein anderes Handy daneben und vergleicht es. Ansonsten ist die Helligkeit, Schärfe und die allgemeine Farbpalette sehr zufriedenstellend. Das Display ist resistiv, was bei Windows Mobile leider weiterhin ein notwendiges Übel ist. Das HTC HD2 hat es anders probiert. Ohne Stift kann man die meisten Windows Mobile Apps jedoch vergessen. Jedenfalls ist der 3,7-Zoll-Bildschirm des Omnia II nicht matschiger, als der irgendeines anderen Gerätes.

Das Design lässt sich als sauber und recht konservativ beschreiben, abgesehen von zwei Dingen: Die Chrom-Buttons auf der Vorderseite und diese roten Akzente auf der Rückseite. Das ganze sieht ein wenig nach Tuner-Karre aus, ist aber nicht weiter störend. Die Seiten sind voll von Buttons und Anschlüssen. Darunter eine Kopfhörerklinke, Lautstärkeschalter, OK-Button, Micro-SD-Port und die Kamera-Knöpfe. Allgemein ist das Gerät mit 13 Millimetern recht schlank und spielt damit in einer Liga mit dem Hero oder einem geschlossenen Palm Pre.

Samsung_Omnia_2_Test(Beispielfoto)

Die 5-Megapixel-Kamera hat zahlreiche Einstellungen und der Sensor selbst ist gut genug, um eine Einsteiger-Schnappschusskamera zu ersetzen. Zumindest bei Tageslicht. Die Videoqualität ist in den meisten Fällen ausreichend, wirkt ein wenig verzerrt. Sie reicht jedoch aus, um den Taschen-Camcorder daheim zu lassen.

Fassen wir also mal alle technischen Aspekte zusammen: Das hier ist kein HD2, allerdings ist das Omnia II ein beeindruckend Stück Hardware. Das spielt jedoch leider keine Rolle, denn:

Die Software ist schrecklich

Das Omnia hat ein ganzes Arsenal von Software-Tricks an Bord. Dazu zählt zum Beispiel die Möglichkeit Videos über DLNA auszustrahlen, die neueste Version von Opera Mobile und ein Swype-Keyboard. Damit kann man tippen ohne den Finger anheben zu müssen. So kann man recht schnell seine Texteingaben tätigen. Und natürlich der Grund warum das Omnia II im Gegensatz zu den ganzen anderen Windows-Mobile-Handys einen Test wert ist: TouchWiz 2.0. Das ist Samsungs Versuch die Interaktion mit dem Handy komplett zu verändern und geht viel weiter als das erste TouchWiz auf dem ersten Omnia.

Leider ist TouchWiz ein Desaster: Es ist so voller Fehler, wie ein Handy-Interface nur sein kann. Man wird ständig gezwungen von einem Interface zum anderen durch eine Reihe von langsamen, überblendeten und unpassenden Animationen zu wechseln. Ganz ehrlich, was geht hier vor? Wie kann es sein, dass all diese Bilder von nur einem Handy stammen?

Samsung_Omnia_2_Test

Das Widget-Menü fühlt sich an, als ob es jeden Augenblick einfrieren würde. Das ganze Widget-System wirkt unorganisiert, hecktisch und hängt immer wieder. Eher eine Wulst von Verknüpfungen jeder Größe ohne einen Zusammenhang oder Hintergedanken, als ein organisiertes Interface. Und dieser Würfel ist furchtbar. Einfach nur ein Verknüpfungsmenu für Multimedia-Apps mit sechs Seiten. Er fühlt sich eher an wie ein Hindernis und nicht wie ein Interface.

Solche Dinge finden sich überall auf dem Omnia II – man kann sie einfach nicht umgehen. Das Windows Mobile Startmenu in Version 6.5 sieht eher aus wie ein iPhone-Hauptmenü. Das wäre an sich ja nicht schlecht, wenn die Oberfläche nicht die Hälfte der Scrollversuche als Druck auf einen Button registrieren würde – manchmal sogar als mehr als einen Druck gleichzeig. Warum kann man nicht einfach nur scrollen? Die neue Telefontastatur zerspaltet die letzten Anrufe in zwei Menüs. Das SMS-Interface wurde teilweise überarbeitet. Wenn man eine Anwendung mit dem Druck auf den »x«-Knopf schließt, kommt ein anderer »x«-Knopf zum Vorschein. In einer anderen Farbe und Größe und als Teil des großen, grünen Start-Menüs. Das WLAN-Menü besteht aus mehreren herumschwirrenden Icons. Man muss das kleine WLAN-Symbol in das große Netzwerksymbol ziehen, um sich zu verbinden. Den Task wechselt man wahlweise über eine Coverflow-ähnliche- oder eine Panel-Funktion. Der Mediaplayer sieht aus, als hätte man ihn einem der alten Samsung-PMPs entrissen. Die restlichen Windows Mobile Elemente sind in grellem Neon-schwarz-blau gehalten und erinnern an den »Hoher Kontrast«-Modus von Windows 98. Jede Interaktion mit dem Bildschirm wird durch eine Vibration bestätigt und vermittelt dir als Benutzer dadurch das Gefühl, als würde während der hängenden Animationen irgendwas abgeschliffen werden.

Wir möchten nicht weiter auf das Aussehen der Benutzeroberfläche eingehen. Beschränken wir uns einfach nur darauf, dass sie erdrückend hässlich ist. Jedoch ist ihr Aufbau weder erklärlich noch zu entschuldigen. Es wirkt, als hätte Samsung jedes Bisschen der Software einem anderen Entwicklerteam anvertraut und den Entwicklern auferlegt unter keinen Umständen miteinander zu reden. Alles wirkt uneinheitlich. Als Anwender ist man mit dem Gerät aufgeschmissen: Es ist als würde Samsung sich daran erfreuen, wenn man sich total verwirrt durch zig verschiedene Interface-Oberflächen kämpft. Das Interface ist noch unbrauchbarer als das Standard Windows Mobile 6.5 – und schon das zeichnet sich nicht durch seine Benutzerfreundlichkeit aus. Jeder, dem wir das Gerät in die Hand gedrückt haben, war nach wenigen Sekunden frustriert. Leider kann man das Samsung-Interface nicht abschalten. Mit etwas Mühe kann man den Start-Bildschirm anpassen – da hört es aber auch schon auf.

Das blöde an der ganzen Sache: Samsung schwört auf dieses Interface und möchte es auch auf Android und Co. bringen. Zum Beispiel ähnelt die Oberfläche sehr dem Omnia HD, das auf Symbian basiert. TouchWiz ist wie ein Virus, der sich durch alle Samsung-Handys zieht.

Fazit

Wenn ihr auf Windows Mobile schwört, ist es nicht schwer eine vernünftige Alternative zum Omnia 2 zu finden. Ihr könntet zum Beispiel das HTC HD2 oder eines der älteren HTCs kaufen – das Touch Pro 2 zum Beispiel. Selbst mit Windows Mobile 6.1 ist es um Welten besser als das Omnia II. Solange man das Interface nicht komplett ersetzt, ist das Omnia II nicht brauchbar. Wieder ein Gerät mit guter Hardware, das an einer schwachen Software scheitert. Schade, aber wir warten geduldig darauf, was das neue Samsung-Handy-Betriebssystem Bada uns bringt. [John Herrman/mr]

Gute Hardware für ein Windows Mobile Gerät.

Die Kamera ist besser als bei den meisten anderen Geräten, aber trotzdem lichtschwach.

Es ist ein Windows Mobile Handy. Für manche ist das ein No-Go, für andere ein Kaufargument.

Es hängt fast immer, trotz schnellem Prozessor.

Als Benutzer kriegt man Kopfschmerzen. Vergleichbar mit dem Lesen eines winzig gedruckten Textes im Dunkeln oder betrunken das Alphabet rückwärts aufzusagen.

Tags :
  1. Samsung hat schon mit dem Galaxy ein total unfertiges Produkt auf den Markt geworfen.. ganz ehrlich? samsung ist für mich gestorben!

  2. Naja, wenn dass ein Omnia II sein soll (Sieht euch mal die Bilder an)… sieht wohl eher wie eine günstige China Version aus. Solch ein Beitrag sollte gelöscht werden. Wenn ich Samsung wäre würde ich diese Seite verklagen.

    Gruss
    Hampi

  3. Wünsche Deinen armen Augen gute Besserung,lol.

    Besitze das Gerät seit 3 Wochen und bin sehr zufrieden.

    – Sehr gute Kamera
    – Um einiges schneller als das Touch Pro
    – mit der neuesten Firmware hackt da überhaupt nix
    – schon gar nicht im Startmenü
    – Display ist eben sehr empfindlich (und das ist gut so für Leute, die wissen wo sie hinklicken müssen, lach!)

  4. Ach ja: Wer sich jedes mal einen Fingerkrampf holen möchte, wenn er mal eine SMS schreiben will, soll sich gerne das überdimensionierte HD2 kaufen…

  5. vielleicht sollte man mal erwähnen, dass es für WinMo zig verschiedene Oberflächen gibt. Man muss TuchWiz ja nicht verwenden…
    Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den meisten anderen Handys, bei denen man an die Oberfläche gebunden wird und nichts ändern kann. Das tolle an WinMo ist, dass man eben fast alles an seine Bedürfnisse anpassen kann. auch wenn das ein wenig Zeit und Aufwand bedeutet…

  6. Wer nicht weiß wie man ein Handy bedient und nicht mal grundegende Einstellungen für seine Bedürfnisse ändern kann sollte sich nicht daran versuchen einen derart übertrieben despektierlichen „Testbericht“ zu verfassen.
    NATÜRLICH kann man das zugegeben nicht gerade überragende Samsung-UI abschalten!
    Und mit Sätzen wie „vergleichbar mit dem Lesen eines winzig gedruckten Textes im Dunkeln oder betrunken das Alphabet rückwärts aufzusagen“ disqualifiziert ihr euch sowieso schon als ernstzunehmenes Magazin.
    Deshalb ein lautes JA fürs OmniaII und ein lautes NEIN für gizmodo-Praktikanten, die hoffentlich zum letzten mal einen testbericht schreiben durften!

  7. Gerade solche aussagen machen gizmodo sympatisch und deswegen lese ichs so gern. Weiter so und lasst euch nicht von unqualifizierten kommentaren abschrecken!

  8. ok, dann hab ich vermutlich eine Witzeseite als ernsthaften Test missverstanden. Lustig ist er tatsächlich.. na dann, weiter so!

  9. Manche sind Schafe, manche Lämmer. Gizmodo-John schießt den Bock ab. ;o) Dieser „Test“ ist wohl tatsächlich nur ein Witz. Als Besitzer eines aktuellen Omnia 2 kann ich exakt nichts davon bestätigen. Doch hier geht es ja auch überhaupt nicht um das Samsung Omnia II i8000, wie der Titel des neckischen Verriss suggeriert, sondern um ein „Verizon-Irgendwas“…

    Grüße
    Ralf

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