Gizmodo erklärt: Alles, was man über Kameras wissen muss

Mit einem Experten zu sprechen oder die technischen Details einer neuen Kamera zu lesen fühlt sich manchmal an, wie eine Fremdsprache zu übersetzen. Muss es aber nicht! In diesem Beitrag erfahrt ihr nämlich alles, was ihr über Kameras wissen müsst.

Wenn man eine neue Kamera kauft, wird man erdrückt von technischen Details. Der Verkäufer wird dir das Ohr abkauen und als unbedarfter Käufer steht man oft wie der Ochs vorm Berg. Damit das nicht passiert, haben wir für euch einen Spickzettel geschrieben. Darin findet ihr alle wichtigen Informationen und Definitionen.

Kameratypen

Bevor man sich eine Kamera zulegt, sollte man die Unterschiede zwischen den jeweiligen Geräten kennen. Es gibt viele verschiedene Arten von Kameras. Das hier sind die, denen man am Häufigsten begegnet.

Digitalkamera_ErklaertSchnappschuss: Auch bekannt als Kompakt-Kameras. Wenn ihr nicht wisst, welche Kamera ihr habt und welche ihr braucht, dann ist es höchstwahrscheinlich eine von diesen hier. Das hier ist die kleinste Kamera-Art. In den letzten Jahren gibt es jedoch einen gewissen Trend hin zu größeren Schnappschuss-Kameras. Die großen können jedoch nur in den seltensten Fällen mehr. Die Linse lässt sich nicht abmontieren und der Blitz ist bereits eingebaut. Sie haben LCD-Bildschirme auf der Rückseite. Damit kann man die geschossenen Fotos anschauen und den Screen auch zur Navigation und als Sucherersatz verwenden. Wenn man den Auslöser betätigt, gibt es eine kleine Verzögerung, bevor das Motiv abgelichtet wird. Viele neue Schnappschusskameras können Videos aufzeichnen und manche sogar in HD-Auflösung.

Digitalkamera_ErklaertBridge/Superzoom Kameras: Diese Kameras sehen oft wie Digitale Spiegelreflex-Kameras aus. Man sollte den Herstellern jedoch nicht auf den Leim gehen: Das hier sind nämlich nur aufgemotzte Schnappschuss-Knirpsen. Sie haben meist längere Linsen und etwas bessere technische Details als die normalen Vertreter ihrer Gattung. So hat man etwas mehr fotografischen Freiraum, mit dem man spielen kann. Leider leiden diese Kameras unter derselben Auslöseverzögerung – »shutter lag« genannt. Das Problem an Bridge-Kameras ist der Preis: Um eine gute zu finden, muss man einige Hundert Euro auf den Tisch legen. Für den Preis kann man sich auch gleich eine DSLR zulegen.

Digitalkamera_ErklaertDSLR: Das Akronym steht für »Digital Single Lens Reflex« – Spiegelreflex-Kameras also. Das bedeutet ungefähr, dass die Kamera einen Spiegelmechanismus hat, der es dir erlaubt durch die Linse zu schauen, während man ein Bild vorbereitet. Der Spiegel wird einfach beim Schuss nach oben geklappt und brennt das Foto auf den Bildsensor (das ist das digitale Gegenstück zum Film). Im Allgemeinen bedeutet das, dass die Kamera Wechselobjektive hat, einen größeren Sensor als eine Schnappschusskamera und mehr Möglichkeiten bietet das Foto zu manipulieren. Wenn man den Auslöseknopf betätigt, wird das Motiv sofort abgelichtet – nicht wie bei einer Kompaktkamera also. Viele neue DSLRs im mittleren und oberen Preissegment können heutzutage auch HD-Videos aufnehmen. Einige schaffen nur 720p, andere 1080p. Alle haben jedoch die gute Bildqualität gemeinsam. Allein schon auf Grund der besseren Linse. Leider sind diese Kameras kein komplett gelungener Ersatz für Camcorder. Das liegt vor allem daran, dass der Autofokus während der Aufnahme bei keiner DSLR zufriedenstellend funktioniert.

Das hier sind die Kameras, die Fotografen oder Leute die sich so schimpfen, benutzen. Das sind auch die Geräte, die die besten Fotos produzieren.

Eine Kleinigkeit vielleicht noch: DSLRs sind teurer als Schnappschuss-Kameras, werden in letzter Zeit jedoch deutlich günstiger. Olympus, Nikon, Pentax und Sony haben inzwischen ihre eigenen Spiegelreflex-Kameras und die sind oft schon für ein paar Hundert Euro zu haben. Das hier sind echte Kameras, die die gesamte Gattung der Bridge-Kameras eigentlich überflüssig machen.

Digitalkamera_ErklaertMicro Four Thirds/Digitale Sucherkameras: Micro Four Third steht im ursprünglichen Sinne für das abgelichtete Foto-Format (4:3). Der Begriff steht für eine ganz eigene Gattung von Kameras. Es sind Geräte mit Wechselobjektiven, allerdings schaut man bei dem Sucher nicht durch das Objektiv, was für eine SLR typisch wäre. Man benutzt in den meisten Fällen statt des Suchers den LCD-Bildschirm auf der Rückseite. Das spart Platz im Gehäuse und bedeutet, dass die Kameras etwas kleiner als gewöhnliche Spiegelreflex-Varianten sind – trotz der gleichen Vielschichtigkeit und Bildqualität. Viele von ihnen nehmen auch Videos auf und sind darin ganz gut. Sie haben nicht das komplizierte Sucher/Spiegel-System der DSLRs, dadurch gestaltet sich die Videoaufnahme deutlich einfacher. Einige dieser Kameras sehen aus wie digitale Spiegelreflex-Geräte. Zum Beispiel die Panasonic Lumix DMC-G1, während andere aussehen wie Kompakt-Kameras – zum Beispiel die Olympus EP-1.

Das hier ist derzeit eine kleine Randgruppe und die Einstiegspreise sind noch sehr hoch: Sie beginnen teilweise bei vielen Hundert Euro. Außerdem werden derzeit nur Geräte von Panasonic und Olympus angeboten.

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Gizmodo erklärt: Alles, was man über Kameras wissen muss

Teil 2: Sensor
Teil 3: Objektive
Teil 4: Software
Teil 5: Speicher

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  1. „Eine 200mm-Linse auf einer normalen DSLR wird zu einer 300mm-Linse bei einer Vollformat Spiegelreflexkamera.“
    Im Abschnitt „Sensor“ findet sich obiger Satz, der vollkommen falsch ist. An Vollformat sind 200mm nunmal 200mm. An APS-C werden dann 300mm draus.

    „Die Brennweite bestimmt die Entfernung, die notwendig ist, damit die Linse sich auf das Licht einstellen kann. In der Praxis verhält sich die Brennweite ungefähr proportional zur Länge des Objektivs und bestimmt wie stark die Linse ein Motiv vergrößert.“

    Was soll der erste Satz bedeuten? Die Brennweite bestimmt den Bildwinkel – und selbst das gilt nur bei Fokussierung auf „unendlich“ und ist nur eine grobe Vereinfachung. Und die Korrelation Objektivgröße ~ Brennweite halte ich auch für sehr gewagt…

  2. Schöner Eintrag Maxim!

    Meine Tips:
    = Lesen lesen lesen. Ein neueres Modell einer Firma muss nicht immer besser sein, manchmal sind sie sogar schlechter. Deswegen Testberichte lesen und Bilder vergleichen. Es gibt im internet Webseiten die Testfotos von Digicams sammeln. Damit kann sich schon selber ein Bild (hihi) von der Kameraqualität machen.
    = Ausprobieren. Beim Händler mal einen Akku geben lassen und die Kamera testen: zoomen, knipsen, anschauen, bedienen.
    = Große kamera (DSLR) bedeutet nicht automatisch bessere Bilder. Mit den meisten DSLRs muss man sich beschäftigen um sie richtig bedienen zu können und damit gescheite Fotos machen zu können. Die Wahl der richtigen Blende und Belichtungszeit erfordert etwas übung und auch ein gewisses Händchen dafür. Manche kleine (gute) „Schnapschussknipse“ macht bessere Fotos wie eine DSLR im Automatikprogramm.
    = Überlegen was man mit der Kamera machen will. Zum „immer-dabei-haben“ ist eine DSLR zu groß, zu sperrig und zu schwer. Da ist man mit einer Kompakten besser bedient.
    = Wenn es eine DSLR sein soll muss man sich überlegen WAS man Fotografieren will;
    Was für Objektive braucht man dazu.
    Mein Tip für „alles mögliche“ wäre ein „Reisetele“. Da deckt einen Brennweitenbereich zb von 18 bis 250mm ab, kann also vom weitwinkel bis zum nahen heranzoomen alles. Dabei geht zwar etwas qualität verloren aber man braucht nicht mehrere Objektive zum wechseln mit sich herumtragen (Gewicht und teuer).
    Der nächste Punkt bei DSLRs den man mit betrachten sollte ist ob der Bildstabi im Kameragehäuse oder im Objektiv eingebaut ist. Im Objektiv eingebaute Stabis zahlt man bei dem Kauf jedes Objektivs mit. Bei einem Stabi im Kameragehäuse sind die Objektive meist günstiger.

  3. „Eine 300mm-Linse auf einer Vollformat Spiegelreflexkamera wird zu einer 200mm-Linse bei einer bei normalen DSLR.“
    Ähm, mir scheints, als hätte hier jemand das Crop-Prinzip nicht verstanden. Nochmal zum mitschreiben: Ein 200mm Objektiv hat an APS-C den gleichen Bildwinkel wie ein 300mm Objektiv an Vollformat. Denn 200*1,5 = 300. Alles klar?

    Insgesamt finde ich den Artikel, insbesondere in Bezug auf DSLRs eher suboptimal.

  4. Na da muss ich Maxim aber mal etwas verteidigen.
    Ein Profi der sich mit sowas auskennen muss wird den Bericht hier vermutlich nichtmal eines Blickes würdigen, allerhöchstens nur um Fehler darin zu finden.
    Ich denke das soll eher was für den etwas unentschlossenen sein und die Begriffe mit dnen man bei MM, Saturn oder bei anderen ansonsten erschlagen wird. Ob ein 300er Objektiv nun tatsächlich zu einem 200er wird wird die meisten Neulinge kaum interessieren da sie ohnehin damit noch keine erfahrung haben und eher ein Objektiv ausprobieren und danach entscheiden.

  5. Mag sein, Gördi. Ich habe beim Verfassen meines Kommentars aber in erster Linie an die vielen Umsteiger aus der analogen Spiegelreflexfotografie gedacht – und die kann sowas durchaus sehr verwirren!

  6. […] Die Fotos der 5-Megapixel-Kamera können sich wirklich sehen lassen. Zumindest bei Tageslicht und solange man keine Nahaufmahmen machen möchte. Denn wie alle Handy-Kameras ist das Objektiv des X6 nicht besonders Lichtempfindlich, weil der Sensor einfach zu klein ist. Wer sich für dieses Thema interessiert, erfährt mehr in unserem Digicam-Special. […]

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