Kolumne: Jahreswechsel in Geek – Was war, was wird

2009 war ein hartes Jahr für Tech-Fans. Wie immer fühlte es sich wie eine riesige Herausforderung an, auf der Höhe der neuesten Entwicklungen zu bleiben. Dabei war diese zögerliche Schwere im Nacken auch auf den zweiten Blick völlig unbegründet, denn an wirklich bahnbrechenden Produkten war das zuende gehende Jahr doch recht arm.

Statt wirklicher Innovationen gab es eine rasante Entwicklung des schon länger dagewesenen zu beobachten: An der Windows-Front freute man sich über eine Belohnung für das Auslassen des leidigen Vista-Fehltritts, Smartphone-Fans wurden mit einer Auswahl neuer, hochglänzender aber an Innovation mangelnder Wählscheiben im Taschenformat überhäuft. Und auch im Netz stachen allenfalls die Vor- und Vorvorjahresgewinner mit neuen Rekorden heraus. Facebook hat jetzt mehr Mitglieder als die Vereinigten Staaten von Amerika Einwohner und Google zählt schon lange nicht mehr mit.

Und sonst? Nicht viel, außer der Hoffnung, dass im kommenden Jahr alles besser wird. Größer, schneller, effizienter – und sinnlicher. Zugegeben, Vorboten gab es schon in diesem Jahr einige, doch wenn alles gut geht wird uns Apple in kaum vier Wochen mit einem neuen Highlight in Sachen Multitouch überraschen und den Vorhang für den Apple Tablett öffnen. Auch wenn selbst Fanboys Schwierigkeiten haben ein bisher leer gebliebenes Einsatzfeld für ein solches Gerät zu finden, darf man zuversichtlich sein, dass wieder einmal der Funke überspringt. Schließlich wussten die meisten Nutzer auch nicht, dass sie unbedingt ein iPhone brauchen, bevor sie eines hatten. Auf das gleiche Pferd namens Konsumenten(un)Vernunft setzt auch Google mit seinem gekonnt vorbereiteten Rundumangriff. Über den Wolken soll alles stattfinden und man muss nicht unbedingt bis über beide Ohren pessimistisch sein um zu glauben, dass 2010 leicht in einem Datenchaos und wahr werdender Angst vor dem Big Brother enden könnte.

Immerhin verspricht uns das kommende Jahr dabei gut zu unterhalten. So genannte Medialocker speichern unsere Musik, Filme und Spiele und machen sie überall abspielbar, natürlich in Lossless, HD und immer besserer Qualität. Wie beliebt das Stremmen aktueller Film- und TV-Highlights ist, bewiesen im ausklingenden Jahr bereits Seiten wie Hulu – dasselbe wird sich im kommenden Jahr in kostenpflichtiger Version vervielfachen, möglicherweise in designierten Set-Top-Boxen, die sich direkt an ein Abo anschließen. Kostenlos werden dagegen die heute schon etablierten Web-Plattformen bleiben und – so sehr sich dass manche Eltern oder Arbeitgeber wünschen – auch für Soziale Netzwerke schlägt noch lange nicht die letzte Stunde. Zuviel neue Mitglieder gibt es noch immer zu gewinnen, zuviel Potential verbirgt sich in der kommerziellen Erschließung der Datenansammlung. Und da sich ohnehin schon alles mit jedem vernetzt, was spricht denn dagegen, die zahlreichen Firmenprofile stärker mit ihren kostenpflichtigen Angeboten zu verknüpfen? Das muss man Twitter, Facebook und Google sicher nicht zweimal fragen.

Dagegen dürfte es auf dem Smartphone-Markt noch einmal spannend werden: Nachdem im vergangenen Jahr in allen Lagern ordentlich geklotzt wurde, um irgendwie mit dem Domino-Effekt des iPhones mithalten zu können, wird 2010 ebenso gnadenlos Opfer Förden. Wer das Rennen unter den Betriebssystem-Rivalen iPhone, Androide, RIM, Symbian, Memo, Bada, Palm und Windows Mobile macht, bleibt abzuwarten – für den Konsumenten bleiben dabei jedoch hoffentlich die leistungsstärksten und stabilsten Systeme übrig. Neben all dem lassen Ankündigungen neuer und vielfältigerer – gähn – E-Reader sowie das übliche Hardwarewettrennen viel Platz zum Träumen und Hoffen, nämlich darauf, dass 2010 endlich ein wirklich hartes Jahr für Gadget-Fans wird. Mit echten Innovationen, die man gar nicht voraussagen kann. Prost Neujahr! [Katia Giese]

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