Die E-Book Kriege haben begonnen: Amazon nimmt Bücher von Macmillan aus dem Angebot

Bücher des Macmillan Verlages verschwanden am Samstag plötzlich von der Amazonwebsite. Der Grund, laut New York Times, ist, dass Amazon den Verlag dafür bestraft, dass der Preis für Kindle Books $15 betragen soll. Das wird nicht gut ausgehen.

Am Sonntag kam die Bestätigung von John Sargent, Geschäftsführer von MacMillan, dass die Ursache für die Nichtverfügbarkeit ihrer Bücher bei Amazon tatsächlich der beginnende Preiskampf um die E-Bücher ist.

Es fühlt sich an, wie eine Wiederholung des Unfugs den zunächst Universal Music und später NBC Universal bei ITunes veranstaltet haben, um dem Einfluß entgegen zu wirken, den iTunes aufgrund der wahnwitzigen Martkanteile hatte. Hier ist es im Grunde die gleiche Situation: Der Inhaltlieferant möchte mehr Geld und Kontrolle über ihre Inhalte, kämpft mit dem überwältigend dominanten Dienstleister, der den Inhalt verkauft. Letztes Mal sind alle einen Kompromiss eingegangen und jeder war schließlich fast glücklich: Universal und NBC bekamen eine flexiblere Preispolitik, iTunes bekam DRM-freie Musik und mehr Fernsehsendungen, um seinen Katalog zu verkaufen.

Verlage haben mit Amazon im Prinzip zwei Probleme: zum einen Amazons überwältigender Marktanteil an eBüchern (weil das zu mehr Macht für Amazon führt und weniger für sie) und dem Etablieren von $9,99 als dem Buchpreis schlechthin, was Verleger als Abwertung der Bücher empfinden. (Hardcover Bestseller kosten schließlich bis zu $30).

Der Unterschied in diesem Kampf ist, dass Macmillan einer der Verlage ist, die unterschrieben haben, Bücher an Apples iBook Laden zu liefern. Es gibt einen Ort an dem sie verfügbar sind und zwar auf seriöse Weise. Das war nicht wirklich der Fall mit den Platteln Labels, welche versuchten, Alternativen zu fördern um die Macht von iTunes zu schwächen – sie scheiterten. (Interessanterweise scheint diese kleine Episode einen Artikel in der New York Times zu bestätigen, dass Verlage hofften, durch Apple von der Tyrannei durch Amazon gerettet zu werden, da Apple Verlagen erlaubt ihre eigenen Preise festzulegen.)

Der $15 Preis den Macmillan bei Amazon durchsetzen wollte ist dennoch ein bißchen merkwürdig, wenn man zwei Dinge in Betracht zieht:

Steve Jobs sagte Walt Mossberg dass Bücher im iBook Laden das gleiche kosten würden, wie für Kindle und das WSJ teilte vorige Woche mit, dass $15 der empfohlene Preis von Apple ist. Den Preisvorteil von Kindle aufzuheben, wäre ein geschickter Weg den iBook den Weg zu ebnen, nicht wahr?! Die Verlage kriegen mehr Geld, und iBooks in voller, Augen strapazierender Farbe kosten das gleiche, wie Kindle Bücher. Alle gewinnen – bis auf Amazon (Update: Es ist bekannt, dass Amazon Geld verliert, beim Angebot von Bestsellern für $9,99 – also frage ich mich, ob $15 diese Gleichung verändern würden.)

Trotzdem – wenn Bücher dasselbe kosten, wie eBücher und Verlage anfangen auszusteigen, wird es ihnen mehr schaden, als sie für ein paar zusätzliche Dollars pro Buch gewinnen können. Aber wir sind ja erst am Anfang… [Matt Buchanan, Jack Loftus/Elisabeth Karsten]

[via Bits, Publishers Marketplace, Boing Boing]

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