Amazon verliert Kampf um Pauschalpreis für eBücher

Amazons eBücher Preisplanung ist zusammengebrochen. Hachette ist der dritte große US-Verlag, der dem Agenturmodel den Vorzug gibt, wie auch MacMillan und Harper Collins. Sie werden die eBücher Preise höher ansiedeln und der Verkäufer kriegt seine entsprechenden Prozente. Das $ 9,99 eBook ist also futsch.

Das Preisbestimmungssmodel, was sich gegenwärtig durchzusetzen scheint, war erwiesenermaßen zunächst von Apple angeregt worden: von $12,99 – $14,99 als vorgeschlagener Preis für Hardcover Bestseller. Die Verlage können jedoch jeden Preis wählen, den sie wollen. Steve Jobs hat also nicht ins Blaue geredet, als er erklärte, der Preisunterschied zwischen Kindle und den iBooks würde verschwinden.
Der Geschäftsführer von MacMillan, John Sarget, hat sogar ausdrücklich jene Preise als Grundlage ihrer Preisstrategie erwähnt. Insofern ist davon auszugehen, dass auch die anderen Verlage sich dem anschließen.

Mit der Mehrheit der großen amerikanischen Verlagshäuser, die das Agenturmodell vertreten, ist es logisch, dass die letzten beiden, Penguin und Simon und Schuster, nicht lange auf sich warten lassen werden. Vor allem weil sie zum Team von Steve Jobs gehören. (Harper Collins ist noch nicht offiziell umgestiegen, aber Rupert Murdoch bemerkte zu ihrer Preispolitik, dass sie dieszbezüglich neu verhandeln, also schließe ich sie mit ein). Drei von fünf! Da können wir sagen, dass der Traum von Amazon von einem Pauschalpreis von $9,99 für jedes eBuch wie eine Seifenblase zerplatzt ist.

So löst sich auch der Preisvorteil auf, den Amazon gegenüber iBooks hatte. Auch wenn Amazon keine Verluste mehr an eBüchern in Kauf nimmt, um sie noch billiger zu verkaufen, sind sie in einer unangenehmen Situation. Sie verlieren ihren Vorteil beim Aufbau der Marktanteile.

Wie beispielsweise die Strategie, mit $50 billige eBücher zu subventionieren, um einen zum lebenslänglichen Nutzer eines Kindle zu machen. Sollte es ihnen jedoch gelingen, sich auf dem Markt dennoch durchzusetzen, wie iTunes bei Musik, dann haben sie eines Tages auch die Macht, die großen Verlagshäuser in die Knie zu zwingen.

Amazon hat knapp zwei Monate Zeit, bis das iPad auf den Markt kommt – sie müssen schnell handeln! [Matt Buchanan/Elisabeth Karsten]

[via Media Bistro via MediaMemo]

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  1. Also wenn ich nen eBook Reader benutzen würde, dann wäre das eh weder Kindle noch iPad. Wieso kann man die nicht einfach unabhängig verkaufen…genauso nervig wie der apple store.

  2. Glaube im mom auch das apple wohl wieder jetzt versucht die große markt macht an sich zu ziehen und dann einfach die preise wieder niedriger zu diktieren, denn wenn ebooks zu 70% über itunes verkauft werden, dann kann man dort nicht mehr so einfach aussteigen udn selber was neues aufziehen hat bei mp3 ja auch geklappt udn im mom will doch apple die preise für tv serien und so auch drücken. Dannach werden die film preise gedrück und dann kommen die bücher dran.

    Einziger nachteil ist halt das apple dann immer mehr zum monopolisten wird und das ist halt auch nciht so gut, hoffe google hält schnell dagegen.

  3. ist das nicht auch ein philosophischer ansatz? wer will eher e-paper mit seinen vorteilen, wer will eher ein tablet, was mehr, als nur bücher kann? ich werde jedenfalls erstmal abwarten, bis ebook reader mit den von mir gewünschten features erschwinglich sind ;-)

  4. Es könnte so ausgehen wie mit den Plattenlabels: Immer mehr Menschen werden immer mehr Titel immer weniger kaufen. Schuld sind hinterher natürlich die „bösen“ Piraten und nicht etwa unausgegorene Marketing-Konzepte (auch als Wucher bekannt)

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