Erste Hinweise auf Apples Pläne in Sachen mobile Werbung

Manchmal sind es die kleinen Hinweise: Apple hat einen "App Store Tip" für Entwickler veröffentlicht der darauf hinweist, dass künftig Apps zurückgewiesen werden, die Standortinformationen der Nutzer hauptsächlich dazu verwenden, um es Anzeigenkunden zu ermöglichen, auf diesen Standort bezogene Werbung zu schalten. Damit sollen aber nicht die Nutzer geschützt werden.

Stattdessen ist sich Mac und iPhone Entwickler Craig Hockenberry ziemlich sicher, wolle Apple sich selbst das lukrative Stück vom mobilen Werbekuchen sichern.

Reflektieren wir noch einmal: Vielleicht ist bekannt, dass Apple 275 Mio. $ in das Unternehmen Quattro – einen Anbieter mobiler Werbung – investiert hat, nachdem Google beim Kauf von AdMob schneller war. Der CEO von Quattro ist in der Zwischenzeit Vice President des Bereichs Mobile Advertising bei Apple. Apple bezeichnet sich inzwischen öffentlich als Unternehmen für mobile Geräte. Und Business Week schreibt, dass Apple an Methoden arbeitet, die mobile Werbung ebenso zu revolutionieren wie dies bereits bei MP3-Playern und Mobiltelefonen gelungen ist. Apple meint es wirklich ernst mit der mobilen Werbung.

Ein anderer Aspekt ist, dass die vor allem kostenlose Apps häufig heruntergeladen werden. Geld verdient man dementsprechend in erster Linie mit Werbeanzeigen. AdMob ist mit diesem Geschäftsmodell recht erfolgreich. Deshalb wollte Apple wohl auch verhindern, dass das Unternehmen an Google geht. Zurzeit werden meistens Banner oder so genannte Splash Ads integriert. Das hängt auch damit zusammen, dass das iPhone kein Flash zulässt und damit auch keine dynamische Flash-Werbung möglich ist.

Es ist offensichtlich, dass Apple die komplette Erfahrung der iPhone- und iPad-Nutzung kontrollieren will. Das beinhaltet auch die Werbung, die den Nutzern angezeigt wird. Apple will außerdem die mobile Werbung verbessern – für Nutzer ebenso wie für Werbende – und selbstverständlich für sich das Stück vom Kuchen reservieren.  Es braucht nicht allzu viel Fantasie, um in der Zukunft eine Werbeplattform von Apple zu sehen, die schnell und einfach Werbung in die Apps bringt und Nebeneinnahmen durch Standortbezogene Werbung oder dynamische Anzeigen generiert. Es ist ebenfalls realistisch, dass für diese Werbemöglichkeiten kein Weg an Apple vorbei führt. Apple führt dagegen ins Feld, dass so sichergestellt ist, dass die Anzeigen richtig integriert sind und gut funktionieren.

Offensichtlich ist das iPad neben dem iPhone eine weitere riesige Werbeplattform, so dass es noch mehr Sinn macht, auf mobile Werbung zu setzen. Vielleicht kommt auch alles ganz anders, aber es würde vermutlich niemanden überraschen, wenn dieses Szenario sich am Ende als real erweist. [Matt Buchanan/Gerti Windhuber]

[Apple via Dylan Beadle via Craig Hockenberry]

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  1. Das macht durchaus Sinn – außerdem könnte es auch als Reaktion auf die Android Smartphones von Google angesehen werden: Android Handy vs. Iphone, Adwords via I-Mobile-Werbung. Generell scheint es mir sowieso so, dass Apple versucht eine in-Sich geschlossene mobile Weboberfläche zu schaffen – und was läge da näher als hierin auch mobile Werbung zur Finanzierung ein- und Google, ein Konkurrent der offensichtlich in der nächsten Zukunft von mobilem Netz (Android) über Social Media (Buzz) alles abdecken möchte und damit in viele Märkte eintritt.

    Daniel / Werbeagentur Berlin

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