RealNetworks gliedert Rhapsody aus – was bleibt dann noch übrig?

Wenn ein Konzern einen Unternehmensteil ausgliedert, dann trennt er sich damit üblicherweise von einem schlechten Geschäft. Für RealNetworks gilt das auch. Allerdings handelt es sich beim Musik-Download-Dienst Rhapsody nicht um irgendeinen Seitenast im Unternehmens-Organigramm, sondern schlicht um das Kerngeschäft. Es gab mal eine Zeit, da gehörte der RealPlayer wie der AcrobatReader und ein Zip-Tool zu den Programmen, die man als erstes auf einem neuen Rechner installierte. Das ist verdammt lange her. Heute braucht man den Player nur noch auf irgendwelchen drittklassigen Websites. Flash erledigt das Thema Online-Video besser als der RealPlayer.

Das von RealNetworks auf den Markt gebrachte Tool zum Kopieren von DVDs haben Gerichte gekillt. RealArcade ist fein, aber klein. Als ob das nicht reicht ging kürzlich auch noch der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Bord. Und so war Rhapsody zuletzt das einzige Pfund, mit dem RealNetworks wuchern konnte.

Es ist schwer vorauszusagen, was nun aus Rhapsody wird. RealNetworks wird sich künftig wohl auf Dienstleistungen für Unternehmenskunden konzentrieren. Der Öffentlichkeit wenig bekannt ist, dass RealNetworks schon in der Vergangenheit große Telekommunikationsanbieter mit Warteschleifenmusik, Video on Demand, Musik-Downloads und gebrandeten Streaming-Diensten versorgte. [John Herrman / Tim Kaufmann]

[Via MediaMemo]

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