Kurztest: First Else – Endlich Handys nur mit einer Hand steuern

Es gab in der Vergangenheit viele Konzepte, um die Steuerung eines Mobiltelefons zu erleichtern. Dieses neue Konzept von der israelischen Firma Else macht auf mich jedoch den besten Eindruck. Das Gerät ist nicht nur hübsch, sondern auch eines der innovativen Produkte auf dem diesjährigen Mobile World Congress.

Komplett neues Konzept

Wir stellen uns folgende Situation vor: Man ist unterwegs und hält in der linken Hand sein Telefon. In der rechten irgendwas anderes. Man möchte einfach nur im Telefonbuch eine Nummer raussuchen oder mal eben eine SMS schreiben. Mit dem Else ist das alles kein Problem – selbst wenn man nur eine Hand frei hat. Das Gefühl ein solches Handy zu steuern kann man schwer beschreiben. Stellt es euch so vor: Es gibt drei Menü-Punkte. Jeder von diesen Haupt-Menüpunkten hat um die 10 Unterpunkte und von diesen Unterpunkten gibt es wieder Unterpunkte.

Sagen wir, man möchte eine SMS an Kontakt A senden. Dazu geht man auf Kommunikation, dann auf neue Nachricht, dann such man einen Kontakt aus und fängt an seinen Text zu tippen. Das klingt jetzt auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Mit dem Else braucht man seinen Daumen (ja, man steuert alles nur mit dem Daumen) nicht vom Display zu nehmen. Das heißt, man setzt ihn ein mal auf und kann durch mehr oder weniger geschickte Slide-Bewegungen in alle Untermenüs. Die entsprechenden Optionen tauchen einfach rechts neben den bisher offenen auf.

Wie fühlt es sich an?

Es ist kantig, maskulin und erinnert vom Design her ein Wenig an das Milestone von Motorola – denkt euch aber die Tastatur weg. Der Bildschirm wirkt für das Gehäuse eigentlich zu klein. Zumindest solange er aus ist. Wenn man das Gerät anmacht, weiß man warum das so ist: Schließlich gibt es neonblau beleuchtete Infoelemente an der Oberseite des Gerätes. Das sieht zwar cool aus – aber ein größerer Bildschirm wäre sicher noch cooler gewesen. Mal davon abgesehen scheint das Display einen bläulichen Schimmer zu haben – die Farben wirken etwas kalt – wie man bei dem Avatar-Trailer ganz gut erkennt. Mag sein, dass in der finalen Version diese Schwäche noch ausgebessert wird. Ansonsten ist das Gerät für seine Verhältnisse nicht zu groß und liegt erstaunlich gut in der Hand. Es hat ein gutes Eigengewicht und ist nicht zu schwer – zumindest nicht so schwer wie zum Beispiel das Milestone. Aber kommen wir doch mal auf die wirkliche Neuerung zu sprechen:

Das Interface

Nun, es braucht etwas Übung, um das Handy schnell und effizient steuern zu können. Nach ein paar Minuten geht die Steuerung aber sehr gut und natürlich von der Hand. Ab und an hat man jedoch die Gewohnheit den Finger vom Display zu nehmen in einem unangebrachten Augenblick und ruft dadurch Menüoptionen auf, die man eigentlich nicht aufrufen wollte.

Besonders überrascht hat mich die Tastatur. Zunächst dachte ich: Die ist doch viel zu klein, um darauf mit meinen Fingern zu schreiben. Ich habe es aber ausprobiert und siehe da: Das Unternehmen hat einen Algorithmus eingebaut, der automatisch erahnt was man schreiben möchte und selbst wenn man sich vertippt, die Worte korrigiert. Das Wörterbuch basiert auf dem Web und ist somit immer aktuell. Sogar Gizmodo konnte ich problemlos damit schreiben – beachtlich.

Bei dem Ganzen Interface musste ich mir immer wieder die Frage stellen: Warum hat das noch niemand vorher gemacht? Alles in allem ist das hier aber ein sehr durchdachtes und gut gemachtes Handy-Konzept. Richtig: Es ist noch ein Konzept. Die mir gezeigten Prototypen funktionieren zwar alle, aber sind noch nicht marktreif. Man kann damit bereits telefonieren, SMS und Emails verschicken und all die anderen Dinge erledigen, die man von einem Handy erwartet. Bis die finale Version fertig ist, kann es aber noch ein paar Monate dauern.Und wann sie auf den Markt kommt ist nochmal eine ganz andere Frage.

Wir halten euch auf dem Laufenden und sobald wir den ersten finalen Prototypen vorliegen haben gibt es natürlich einen Test in voller Länge und mit Kleinigkeiten, die jetzt noch fehlen mögen. [Maxim Roubintchik]

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  1. Also bediene meine handy schon immer nur mit einer hand sobald die zweite dazu kommt klappts net mehr richtig, okay benutze auch noch ganz altmodische mit zahlen tasten. Kann sein das man bei großen handys irgentwann net mehr mit dem daumen ganz zur anderen Seite kommt aber dann muss es für mich schon größer als der ipod touch sein den den bediene ich auch mit einer Hand noch ganz gut.

  2. Steuer (Noch) mein Sony c905 auch nur mit einer Hand. Kleiner Finger stützt das Handy ab Daumen tippt. Ganz selten benutze ich zwei wenn ich schnell schreiben möchte.

  3. Ich hab es so verstanden, dass die neuerung ist, dass man den bedienenden daumen nur ganz selten vom bildschirm heben muss, und somit das handy immer sicher in der hand liegt.

  4. gott seit ihr mongos, natürlich könnt ihr eure beschissenen handys mit 2″ bildschirmen mit einer hand steuern. aber könntet ihr das mit dem selben os auf einem 3″ bildschirm?

    ürwürw kann ich schon lange

  5. „Das Wörterbuch basiert auf dem Web.“ – Wahnsinn! Da kennt es ja Trilliarden von Woertern und das in allen Sprachen! Leider gibt es ja auch Unflaetiges und sogar Illegales im Web, da muss man dann aufpassen, was man tippt…

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