Im Fernsehen ist fast alles getürkt

Wenn es noch eines Beweises bedurft hat, dass Bilder lügen, dann haben die renommierten Stargate Studios diesen mit einem neuen Youtube-Video erbracht. Darin zeigen sie zahlreiche Original-Szenen aus bekannten TV-Serien - und zwar sowohl vor der digitalen Nachbearbeitung wie auch danach. Das ist ziemlich aufschlussreich.

Selbst bei vermeintlich simplen Motiven, etwa einer auf der Straße geführten Unterhaltung zweier Protagonisten, stammen große Teile der Hintergrund-Szenerie in schöner Regelmäßigkeit aus dem Videocomputer.

Vermutlich kann man so schneller und günstiger produzieren. Man karrt keine Schauspieler an verschiedene Sets, sondern dreht unabhängig von Tageszeit (Beleuchtung!). Highlights wie der berühmte Ben-Hur-Statist mit Armbanduhr werden damit aber auch immer weniger wahrscheinlich. Schade eigentlich. [Adam Frucci / Tim Kaufmann]

[Via That’s How It Happened, Kottke]

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  1. Welche Industrie verarscht uns, die Verbraucher, nicht nach Strich und Faden? Filmindustrie, Musikindustrie, Nahrungsindustrie, …

  2. Hihi, das gemogelt wird ist klar. Und beeindruckend ist es allemal was derzeit möglich ist.
    Wenn man die Angänge bedenkt, „Fototapeten“ die über Rollen gedreht wurden um einen Fahr-Effekt zu erzielen und so…

  3. Wer zum Thema DESinformation und die Folgen für eine Gesellschaft etwas Fundiertes lesen mag,dem sei das Buch “ Der Informationscrash“ des Ökonomen Max Otte empfohlen. Ihr kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Mehrwert liegt aber vor allem dort,wo es um ein Einordnen und um ZUSAMMENHÄNGE geht.

  4. oha. also dass SO viel getrickst wird, wusste ich nicht.
    aber dass man zb szenen in NY nicht einfach in einzeln dafür gesperrten straßen und stadtteilen drehen kann, war mir klar. es ist ja schon erstaunlich, dass csi ny zb nicht zu 100 prozent greenscreen bei den aufnahmen verwendet.

  5. Fantastisch! Wenn man bedenkt, wie offensichtlich der Effekt noch in Filmen aus den 70ern war, ist das echt erstaunlich wie echt das aussieht.

  6. Ein schöner Einblick in die unwirkliche Welt von Film und Fernsehen. Ich habe mir vor vielen Jahren mal eine Premie bei cinema bestellt, ein Buch welches sich schlicht „Making of…“ nennt oder so ähnlich. Das ist schon sehr beeindruckend das mal an zu sehen.
    Diese Screenings die hier gezeigt wurden, erinnerten mich unweigerlich an „Cloverfield“ von J.J. Abrams. Im Making of des Films findet man zich solcher Kulissenszenen und irgendwann fragt man sich, was an dem Film eigentlich echt ist.
    Man wird viel geblendet wenn man US Produktionen zeigt. Produktionskosten werden damit aber definitiv gespart, aber es zeigt auch wie groß der Druck geworden ist Kostenefizent zu arbeiten. Da hat der Computer wieder viele Arbeitsplätze eliminiert die einst beim Film nötig wahren.

    Um so schöner das es noch Filmkünstler gibt die wissen was echte Filmkunst ist. Schaut euch ggf. mal „The Fall“ von Tarsem Singh (2006, kam aber erst letztes Jahr auf DVD raus) an oder sucht im Internet nach Fakten zu diesem Filmwerk. Es mag eins schwerer Film sein, viele werden die Story dröge finden, aber dieser Film ist so gut wie nur möglich jenseits der Computereffekten entstanden. Man hat Drehorte auf der ganzen Welt aufgesucht um diesen Film zu verwirklichen. Es ist ein Film der durch seine Bilder lebt, seine Statisten, den Schauspielern… Vermutlich tun sich genau deswegen viele schwer den Film zu verstehen, wer weiß :-)
    Er hat zurecht 2007 einen Kirstallbären auf der Berlinale gewonnen im Bereich Generation 14 Plus und noch weitere Nominierungen.

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