Test: Motorola Devour – Der große kleine Bruder des Milestone

Erinnert ihr euch noch an das Dext? Dieses Android-Handy mit der speziellen Motorola-Oberfläche? Das Devour ist das neueste Handy mit dem Interface. Das Design ist jedoch eine Mischung aus Dext und Milestone und so wirkt auch das gesamte Handy. Doch hat es überhaupt eine Daseinsberechtigung?

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Was soll das Devour eigentlich sein?

Als das Devour vorgestellt wurde nannten wir es Baby-Droid mit Motoblur, oder Milestone, wenn man es auf die deutsche Version bezieht. Motoblur ist die von Motorola entwickelte Android-Oberfläche – dazu später mehr. Allerdings stimmt das mit dem Baby nicht ganz. Trotz des kleineren Bildschirm ist das Devour größer als das Milestone. Das Gerät fühlt sich an wie eine massive Aluminiumplatte. Man fühlt es in seiner Hand und es ist etwas zu dick für die Hosentasche. Man sieht und fühlt das Milestone-Design. Das Äußere orientiert sich also Stark an Motorolas derzeitigem Vorzeigegerät. Allerdings wirkt das Milestone mit seiner schwarz-goldenen Hülle ganz anders als das Devour mit seinen Silbertönen und dem abgerundeten Profil. Das Milestone ist also eher ein Kind der 70ger, während das Devour sich vom Design her eher an den 90gern orientiert. Wie auch immer: Beide sind hübsch und jedes auf seine Art!

Ah und es fühlt sich gut an: Der leblose Slider des Milestone ist weg und der neue Schiebemechanismus fordert dich geradezu dazu auf mit ihm herumzuspielen. Die verjüngten Slider bieten Platz um deine Finger abzulegen, während du tippst. Und da wir gerade dabei sind: Die Tastatur mit den leicht herausragenden Keys ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Milestone. Außerdem: Statt eines Trackballs oder DPads, hat das Devour ein kleines Touchpad an der linken Unterseite. Soweit so gut:

Beim Einschalten beginnt das Drama

Ein Druck auf den Einschaltknopf und man merkt, was das Devour eigentlich sein sollte: Trotz der offensichtlichen Veränderungen etwas Schlechteres als das Milestone. Der Bildschirm ist mit 3,1 Zoll deutlich kleiner als der des Spitzenreiters mit 3,7. Außerdem ist die Auflösung mit 320 x 480 deutlich niedriger als 854 x 480. Die Kamera macht Fotos mit einer Auflösung von 3 Megapixeln, leidet jedoch unter schwachen Farben und verschwommenen Bildern. Mehr noch als das Milestone, welches nicht gerade für seine gute Kamera bekannt ist.

Motorola_Devour_Testbild

Die Software lässt sich relativ leicht beschreiben (hier ein Auszug aus unserem Dext-Test):

Neu sind die Home-Screen-Widgets. Es gibt vier an der Zahl: Status, Messaging, Ereignis und News/RSS. Das News-Widget ist selbsterklärend und ziemlich cool – die anderen sind etwas trickreicher. Mit dem Status-Widget kann man seinen Status in sämtlichen gängigen Social-Networks updaten. Im Messaging-Widget wird die Kommunikation protokoliert wie E-Mails, SMS, Privatnachrichten bei Twitter und Facebook und Instant-Messenger. Das Ereignis-Widget zeigt dir alle Status-Veränderungen deiner Freunde.

Motoblur ist so gut wie es schon immer war. Allerding saß Motorola nicht faul rum, sondern hat die Software nochmal verbessert. Zusätzlich ist die Hardware nun schneller und das darunterliegende Betriebssystem kann mehr. So kommt beim Devour Android 1.6 zum Einsatz (Das Dext benutzt 1.5). Doch muss das wirklich sein? Das Milestone ist eines der besten Beispiele um zu zeigen, dass man die Android-Oberfläche nicht speziell anzupassen braucht.

Was uns gerade an dem Milestone so gut gefallen hat, war die Tatsache, dass Motorola an dem Betriebssystem (Android 2.0) nichts verändert hat. Das OS war damals die aktuellste Version und die Entscheidung sich nicht einzumischen war die Richtige. Es ging darum Googles Vision zu zeigen und hat speziellen Oberflächen wie HTC’s Sense oder Motoblur den Wind aus den Segeln genommen.

Die Schwächen von Motoblur lassen sich nicht an einer Hand abzählen. Zu den schlimmsten zählen jedoch Dinge wie: Es fühlt sich zu überladen an auf einem 3,1-Zoll-Bildschirm, die integrierten Twitter- und Facebook-Funktionen dienen eigentlich nur dazu dich zu einem Browser zu leiten. Das Devour verzichtet auf alle aktuellen und coolen Android-Funktionen wie Flash Lite, DLNA Media Sharing, Sprachbefehle, eine Navigationssoftware und vieles mehr. Das Betriebssystem ist also in die Jahre gekommen und ein aktuelles Android wäre sicherlich wünschenswert. Version 1.6 ist einfach nicht mehr aktuell und manche Anwendungen funktionieren damit gar nicht erst: Googles oder Google Earth zum Beispiel. Natürlich ist ein Update möglich. Allerdings wird ein Android-Handy mit Spezial-Oberfläche immer ein paar Versionen hinter denen ohne hinterherhinken.

Fazit

Der einzige Vorteil gegenüber dem Milestone ist der Preis. In den USA ist es zum Beispiel 50 Dollar billiger. Aber selbst das ist kein wirkliches Kaufargument. Schließlich gibt es einige Händler, die die Geräte zum gleichen Preis anbieten. Wenn man also die Wahl hat zwischen einem Milestone und einem Devour, dann sollte man sich in jedem Fall für das Milestone entscheiden – selbst wenn man ein paar Euro draufzahlen müsste. Das Devour ist nämlich nur ein abgespecktes Milestone. Die Tastatur ist besser und das Design mag einige eher ansprechen, aber wenn man beide in der Hand hält ist es nur schwer zu verargumentieren warum man sich für das silberne entscheiden sollte. [Maxim Roubintchik/John Herrman] [Motorola]

Elegantes, gebürstetes Aluminium-Design.

Bessere Tastatur und ein besserer Slider als beim Milestone und generell bessere Hardware als beim Dext.

Motoblur ist gut für soziale Netzwerke, aber neuere Android-Version erledigen diese Aufgabe ähnlich gut.

Selber Straßenpreis wie beim Milestone, das einfach ein besseres Smartphone ist!

Android 1.6 ist inkompatibel mit einigen neuen Anwendungen – selbst direkt von Google entwickelten Apps.

Tags :
  1. Schade.

    Ich hätte mir es liebend gerne gekauft, wenn es denn nicht so „abgespeckt“ wäre und Android 2.0 hätte. Das Design finde ich nämlich super!

  2. Hmmm Design ist schick, aber so wie ich das vermute, ist die Tastatur noch winziger – wenn auch Knopf-technisch besser – als beim Milestone, welches ich seit Dezember habe und nur Gutes berichten kann. Schade, dass es die 2.0.x nicht drauf geschafft hat. Und dann für den Preis…?

  3. Ihr habt bei negativ wieder vergessen zu schreiben (wie ihr es ja sonst auch macht):

    — Betriebssystem immer noch Android

    bitte noch ändern und natürlich 2 neg. zeichen

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