Der Abschied vom Bücherregal?

Wie sieht es künftig wohl aus, wenn wir umziehen? Sind schwere Bücherkartons passé und werden nur noch durch einen einzigen E-Book-Reader ersetzt? Beim Gedanken daran zerbricht mir das Herz. Ich kann mir nicht vorstellen, ein Leben zu führen, ohne von Bücherregalen umgeben zu sein.

Russell Smith von „Globe and Mail“ hat zu diesem Thema einen Artikel verfasst. In dem Stück mit dem Titel „Ein Abgesang auf das Bücherregal“ erklärt er, dass es Bücher einmal genauso gehen wird wie den CDs. Statt in großen CD-Regalen horten die Menschen nun Musik als digitale Dateien. Immer mehr Menschen kaufen sich E-Book-Reader und empfangen Bücher via E-Mail, IRC, Torrents oder Links.

Bedeutet es, dass altmodische Leseratten wie ich bald aussterben? Ist es merkwürdig, dass ich ein Buch von Amazon per Post verschickt habe und sollte ich stattdessen lieber E-Books als Geburtstagsgeschenk versenden? Hmm, ich weiß nicht. [Rosa Golijan / Florian Zettel]

[Globe and Mail via NYT]

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  1. Was für ein Schwachsinn, Bücher gibt es schon ewig und wird es auch noch ewig geben. Ich selbst lese sehr sehr viel und gerne , gibt doch nichts besseres als den Duft eines neuen Buches. Für mich käme selbst in 100 Jahren nie ein E-Book in Frage. Für gewisse Thematiken ist eine konservative Einstellung sicherlich nicht falsch und sollte viel mehr präsenz zeigen.

    Wie auch immer, Todgesagte leben länger…

  2. @Chris:
    Schon mal ein eBook in der Hand gehabt?
    Ich selbst habe zwar eine ähnliche Einstellung wie du, für eine gebundene Ausgabe eines Buches würde ich jedes digitale Buch stehen lassen.
    Aber für billige, literarisch nicht gerade wertvolle Paperbacks (die aber dennoch unterhaltsam sind), wie ich sie jeden Tag im Zug mit rumschleppe? Nee, da nutze ich doch lieber meinen eReader…

  3. Ebookreader haben definitiv einen Vorteil. Zumindest für Unterhaltungswerke sind sie perfekt geeignet. Bei Fachliteratur und Nachschlagewerken wird es schwieriger, allerdings hat ein Ebook auch dort einen Vorteil: die Suchfunktion. Und man kann einfach (für sich selbst) eine kurze Zusammenfassung herauskopieren.

    Festplatten im Bücherregal seh ich aber dennoch nicht, Stichwort Onlinespeicherplatz.

  4. Es hieß auch, dass Filme der Untergang des Radios werden würden und dass Kinos keine Zukunft haben, wenn jeder einen Fernseher haben kann – weder das eine noch das andere hat sich bestätigt. Mit handfesten Büchern und E-Books wird es nicht anders sein. Die Sparte wird nur um ein Medium erwartet, mehr nicht.

  5. Vielleicht gehe ich das Thema auch zu subjektiv an. Ich bin auch ein treuer Freund der modernen Technologie aber bei Büchern hört diese auf. Einen E-Reader hatte ich schon mal in der Hand und er hat sicherlich seine Vorzüge, dennoch würde ich nicht dazu greifen. Nennt mich konservativ und stellt mich an den Pranger aber von der Ansicht bringt mich keiner weg :)

    @Käpt’n Nemo: Ja der Tod der gedruckten Lyrik ist das sicherlich nicht, da muss noch einige Zeit verstreichen. Schließlich gibt es ja auch noch Schallplaten in einer Welt die von Mp-3’s dominiert wird ;)

  6. Es gibt denke ich für beides einen markt der nicht klein ist. Fachliteratur und richtige Klassiker wird doch jeder gerne den besuchern zeigen udn zu jederzeit griff bereit haben und nicht erst aufs aufladen oder reparieren von eread zu warten. Dennoch gibts viele geschichten und auch schreiber die vieleich mit selbst bestimmten preisen für kleine gute geschichten somit eine größere menge an leser finden werden. Auch für den urlaub oder so ists halt viel praktischer einen ereader als 10 bücher mit zu holen.

    Denke aber das der bücher markt kaum schrumpft und gleichzeitung der ebooks markt gewaltig ansteigt also mehr leute werden lesen. Genauso wie das lesen schon viel angestiegen ist seit dem die ganze jugend internet nutt und weniger tv guckt.

  7. Also ich sehe dem auch eher mit gemischten Gefühlen entgegen.
    Zum einen sind E-Books bzW e-book reader allein dadurch praktisch, dass sie leichter sind und nicht zu klobig. Allerdings fehlt mir persöhnlich die Haptik eines echten Buches und das langsame umblättern würde mir gehörig auf die Nerven gehen.
    Ich werde jedoch meine ersten „wirklichen“ E- book erfahrungen machen, wenn ich mir, sofern es denn rauskommt, das Windows Courier holen werde….
    Ich finde diese gerätschaft überaus praktisch da ich als Student dann nicht tonnenweise Scripte mit mir rum schleppen muss und dennoch randnotizen machen kann.
    Wenn ich dieses Teil hab, werde ich mir mit sicherheit auch andere, unterhaltungsliterarische E- Books besorgen um mich auf Bahnfahrten nicht zu langweilen.
    Das echte Buch werde ich mir trotzdem immer in den Schrank stellen, da es einfach keinen Vergleich dazu gibt.

  8. Ich dachte auch erst, das langsame umblättern würde mich nerven – Aber das ist nur ein Umdenken. Sicherlich, wenn man einen Seitenwechsel wie in einem PDF erwartet wird man enttäuscht. Aber im Vergleich zu einem echten Buch? Wie schnell kann man denn mit den Fingern umblättern? Bis man umgeblättert hat hat auch der eReader schon die nächste Seite dargestellt…

  9. @Chris S.
    „Bücher gibt es schon ewig und wird es auch noch ewig geben.“

    Ewigkeitsansprüche! Anforderungen formulieren sich zum Glück
    nicht aus: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Wenn die Vorteile
    einer Sache die Nachteile einer Anderen überwinden, ist das immer
    der Tod des „Althergebrachten“. Wie sehr das auch einen Einzelnen
    in seiner Befindlichkeit trifft. eReader zeigen sich schon jetzt, in ihrer
    Beta-Phase, dem klassischen Buch in etlichen Belangen überlegen.
    Mit Sicherheit werden auch haptische Ansprüche in Zukunft erfüllt.
    Wer mit seinem Bücherregal „nur“ optische Designansprüche
    befriedigt sehen will, oder seine Bildung demonstrativ zur Schau
    stellt, befindet sich schon auf dem Abstellgleis. Von Umwelt- und
    Energieaspekten oder der Freiheit einer Sebstverlegerischen
    Tätigkeit wollen wir erst garnicht sprechen …

    Und NEIN, ich habe noch keinen eigenen eReader oder verkaufe sie,
    oder habe Anderweitig mit ihnen zu tun.

  10. Ich glaub, das ist nur was für Leute, die ein Buch im Jahr lesen oder lediglich Bücher sammeln, ohne sie zu lesen. Und was eventuelle Ewigkeitsansprüche anbetrifft… versuch mal ne 20 Jahre alte Textverarbeitungsdatei zu öffnen, dann lernste die Vorzüge von Papier zu schätzen.

  11. Vor 15 Jahren, als die CD aufkam, wurde schon einmal das Ende des Buches gepredigt… tatsächlich ist die Printproduktion seither kontinuierlich gestiegen. Wer behauptet, das Buch würde durch ne Festplatte ersetzt, beweist eher, dass er (zu) selten ein belletristisches Buch liest.

  12. Das gedruckte Buch ist zwar auch meines Erachtens zu schön zum Aussterben, doch in einem Punkt muss ich meinen Vorrednern widersprechen:
    Gerade bei Fachliteratur sind E-Book-Reader sehr interessant, da diese in regelmäßigen Abständen erneuert wird und es nun mal keine Update-Funktion für gedruckte Bücher gibt.

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