Apples iGroup Patent: Kontakt zu iPhone-Nutzern in der Nähe

Die Zahl der Apple Patente ist ziemlich mau im Vergleich zu dem was Apple an Produkten herausbringt. Aber dennoch wünscht man sich manchmal, dass sie einfach dranbleiben! Wie zum Beispiel bei iGroups. Das Konzept ist ein ortsgebundenes soziales Netzwerk, das einen umgehend mit den iPhone Nutzern in näherer Umgebung in Kontakt bringt.

Der technische Aspekt ist einigermassen merkwürdig: iPhones tauschen via Bluetooth ein “Identitäts-Zeichen“ aus und bilden so kleine Gruppen von Leuten, die sich dann mit Hilfe eines weiter entfernten Servers zu größeren Gruppen formen können – abhängig von den Daten ihres Aufenthaltsortes.

Aus der Patent-Beschreibung:

“Eine Anzahl von Geräten, die sich gleichzeitig am gleichen geographischen Ort aufhalten, können ‚Zeichen‘ aussenden und empfangen. Diese Zeichen können ausgetauscht werden, indem man eine Kommunikationsverbindung benutzt, die eine beschränkte Kommunikationsreichweite hat. Zeichen, die von einem Gerät empfangen werden, können lokal gespeichert werden und/oder weitergesendet werden an einen vertrauenswürdigen Dienst, der ferngesteuert in einem Netzwerk operiert. In manchen Ausführungen können die Zeichen mit entsprechenden Zeitmarkierungen verbunden werden, um den vertrauenswürdigen Dienst bei der Verbindungsherstellung zu unterstützen oder die Zeichen in anderer Weise zu vernetzen, zum Beispiel mit Zeichen aus anderen Geräten. Der Dienst kann die Zeichen und die Zeitmarkierungen analysieren, um herauszufinden, welches dieser Zeichen sich wann an einem bestimmten Ort befand. Gruppen können aufgrund dieser Analysen geschaffen werden . Andere User können als potentielle Mitglieder der Gruppe erkannt werden und eingeladen werden, der Gruppe beizutreten.“

Wenn die Sache mit dem Identitätszeichen (ID-Token) geklärt ist, kann man miteinander alles teilen: Texte, Fotos, Kontaktinfos – was auch immer.

Anwendungen wie Foursquare und SuperGlued können schon einiges von dem, was iGroups anregt, aber sie haben alle das gleiche Problem: es sind nur Anwendungen. Wenn die Anwendung nicht so allgemein präsent ist, wie beispielsweise Facebook und Menschen sie tatsächlich öffnen, wenn sie sich bei einer Veranstaltung aufhalten, dann wird dieses Konzept nicht funktionieren. Aber die Möglichkeit dazu könnte attraktiv genug sein, Menschen dazu zu bringen, sie auch bei einem Event zu benutzen. Die Ergebnisse könnten spannend sein: inzwischen gibt es sehr viele iPhone-User da draußen und man könnte dann mit einer Menge Leute kommunizieren

Die Optimisten könnten die iGroups Funktion als geeignet sehen, Veranstaltungsbesucher hilfreich miteinander zu vernetzen – während ein Zyniker sich wahrscheinlich vorstellt, wie sie alle in einem Konzert hocken und auf ihre Displays starren statt auf die Musik zu hören… Und schließlich gibt es den neutralen Beobachter, der daran erinnert, dass dieses Konzept niemals das Licht der Welt erblicken wird, weil Apple das mit den iPhone Patenten seltenst hinkriegt – und er hätte wahrscheinlich Recht.

Aber es ist eine interessante Frage, wieviel Vernetzung wir ertragen und auch wollen: ich würde zum Beispiel mein iPhone während eines Konzerts ausschalten: da will ich Musik hören und das Erlebnis mit anderen teilen und nicht Fremden eine SMS schicken, die erzählt wie toll es ist, diese Musik zu hören … [John Herrmann/Elisabeth Karsten]

via PatentlyApple via NickBilton]

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  1. was soll denn an der idee interessant sein? das geht auch ohne handy. man nennt das „miteinander reden“. wie bescheuert muss man eigentlich sein, um tatsächlich sein handy zu brauchen, um zu sehen, dass andere leute um einen rum stehen / sitzen / liegen?
    gut, wenn man natürlich wert darauf legt, sich künftig nur noch mit iphone-opfern zu unterhalten, ist das natürlich ein sinnvolles tool. auch für alle anderen, die nicht jeden scheiss mit dem angefressenen apfel drauf als großartig empfinden. die haben dann ihre ruhe, weil die iphone-nutzer nur noch mit der nase am display kleben auf der suche nach neuen kontakten um sie herum…

  2. Beschreiben die da nicht eine grundlegende Bluetoothfunktionalität? Ach stimmt, beim iPhone sind diese ja nicht freigeschlatet. Inovation!

  3. Ich frage mich, wo die Innovation liegt, die bei einem Patent erforderlich ist. Solche Anwendungen gibt es schon lange, selbst für das iPhone. Auch wenn Apples Vorbot, solche Anwendungen im Hintergrund auszuführen die Erreichbarkeit natürlich massiv senkt.

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