Letzter Aufruf für eine einsame Raumsonde auf dem Mars

Habt Ihr ein paar News zum Schicksal der Mars-Sonde Phoenix vermisst? Das wird vermutlich daran liegen, dass auch die NASA seit dem ziemlich harten Mars-Winter 2008 nichts mehr von der Sonde gehört hat. Diese Woche erhält die Phoenix die letzte Gelegenheit, sich zu melden.

Von Ostermontag bis zum darauffolgenden Freitag lauscht der Mars Odyssey Orbiter nach Signalen der Phoenix. Die NASA hofft, dass die Solarzellen der Phoenix so viel Saft geliefert haben, dass es für eine Reanimation der Sonde ausreicht.

Man muss das mal positiv sehen: Beim Start der Phoenix hätte niemand erwartet, dass sie überhaupt so lange hält. Statt drei Monaten lief sie volle fünf! Aber wenn man schon etwas auf den Namen Phoenix tauft, dann ist es ein wenig schade, wenn es sich dann nicht aus der Asche erhebt. Vielleicht wird’s ja noch was. Und wenn nicht, dann gehört die Zukunft ja ohnehin den Tumbleweed-Rovern. [Brian Barrett / Tim Kaufmann begin_of_the_skype_highlighting     end_of_the_skype_highlighting]

[Via MSNBC, Bild von Getty]

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  1. Ich finde die „Lebensdauer“ von 3 und jetzt 5 Monaten doch irgendwie immernoch seeehr kurz, wenn man bedenkt dass z.B. die Sonde Neptun seit 20 Jahren durch das All fliegt und immernoch treu ergeben Signale liefert. Ich vermute hinter einer so kurzen Lebensdauer eher die „Lizenz zum Neubauen“ der Wirtschaft zugute.

  2. @deepestblueandy: Der Unterschied ist dass sich die Sonde Neptun im Vergleich zur Phoenix in einer „sauberen“ Umgebung befindet. Daher die geringe Lebenserwartung.

  3. Klingt einleuchtend, aber rechtfertigt das eine Lebenserwartung die 1/40 so lang ist wie der in „sauberer“ umgebung (von der Entwicklung der Energietechnik seit dem Start der Neptun vor 20 Jahren mal ganz abgesehen).

  4. Ja rechtfertigt sie. Das Problem ist, dass – wie „ich“ schon sagte, die Umweltbedingungen auf dem Mars deutlich different von denen sind, die Neptun ertragen muss. Dazu gehören die stärkere mechanische Beanspruchung durch die Bodengebundenheit, Sandstürme, Temperaturdifferenzen, jahreszeitliche Schwankungen, unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, jahreszeitlich abhängige Sonneneinstrahlung mit Auswirkung auf die Energieversorung, Verschmutzung der Solarpaneele durch Staub, auch mit Auswirkungen auf die Energieerzeugung und und und

  5. @ich
    @Peter

    ich wollte mich ja schon geschlagen geben, denn die argeumentation schien geballt und mächtig, aber da eilte echo5-7 herbei und ich recherchierte…und siehe da die „Opportunity“ ist laut wikipedia tatsächlich seit Anfang 2004 auf dem Mars und ist noch quick lebendig ;)

    your turn :P

  6. Naja, ich sehe da keinen Widerspruch. Andere Rover, andere Gegenden, andere Aufgaben, demzufolge andere Konstruktion, andere Beanspruchungen – und Glück. Der Grund wird aber sein, dass Opportunity und Spirit Rover sind, wenn ich nicht irre. Die kann man auch vor widrigen Bedingungen wie Stürmen in Sicherheit bringen oder an einen Hang der Sonne entgegen stellen. Phoenix ist stationär. Vielleicht ist auch das der Grund, warum die Lebensdauer nicht auf Ewigkeiten ausgelegt ist. Ist ja auch sinnfrei, immer die gleichen Steine im anderen Licht zu fotografieren :)

  7. @ peter
    das stimmt wohl, so interessant sind steine nun wirklich nicht :D
    ich würde sagen, wir einigen uns bezüglich der lebensdauerfrage auf unentschieden ;) :P

  8. phoenix ist nach dem vogel benannt, da die sonde mehrere jahre in einer lagerhalle der nasa stand aufgrund von bugetkürzungen. später wurde sie generalüberholt und hoch geschossen.
    orbiter oder gar interplanetar-sonden kann man nicht mit landern und schon gar nicht mit stationären sonden vergleichen.
    ein beispiel: alle sonden, die auf der venus gelandet sind, sendeten maximal ne stunde oder zwei. ok, die venus ist nicht der mars, aber dieser ist auch nicht gerade sehr freundlich. sandstürme mit bis zu 600 km/h, kälte, strahlung… alles faktoren, die nicht gerade sehr positiv für die lebensdauer der sonde sind.
    die großen unterschiede zwischen opportunity und phoenix sind wahrscheinlich die mobilität und die widerstandsfähigkeit. die rover sind einfach robuster und für den winter besser gewappnet. man müsste sich wirklich mal die gelder für die jeweiligen projekte anschaun, um sich ein genaueres bild darüber schaffen zu können.
    ENDE.

  9. @deepestblueandy: Lol, klar können wir gerne uns drauf einigen, wenn es Dich glücklich macht :) Wäre ja eigentlich schön, mal von Gizmodo zu erfahren, ob das Anfunken erfolgreich war. Aber fürchte, wir werden das erst erfahren, wenn jemand ne Phoenix-App fürs iPad entwickelt ;)

  10. @Peter: Der letzte Satz hat meinen Tag gerettet. Selten so gelacht … Besonders wenn man sich vorher alle Artikel der letzten 3 Tage angeschaut hat.

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