Mitarbeiter von Microsoft-Zulieferer leben wie Gefangene

Das muss man sich schon mal klar machen: Das Risiko, dass Eure Lieblings-Gadgets aus einer Firma stammen, deren Mitarbeiter unter miserablen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden, ist ziemlich groß. Von Apple wissen wir das schon länger, jetzt ist auch Microsoft auffällig geworden.

Ein Bericht des US-amerikanischen Nationalen Arbeitskommittees geht detailliert auf die Zustände in einer Firma namens KYE ein, die Microsoft-Hardware (Mäuse, Webcams und einige Xbox-Komponenten) herstellt. Auch für Hewlett Packard, Best Buy, Samsung, Foxconn, Acer, Logitech und Asus ist KYE tätig, wenn auch in geringerem Umfang. Auch unter der Marke Genius vertreibt KYE ihre Produkte.

Die Arbeitsbedingungen, die von oben gezeigtem Foto unterstrichen werden, müssen übel sein. Arbeiter werden als studentische Aushilfen im Alter von 16 Jahren angeworben. Sie arbeiten in fünfzehn Stunden langen Schichten und bekommen dafür nach Abzug der Kantinenkosten etwas mehr als einen halben US-Dollar je Stunde. Das Essen soll noch dazu richtig schlecht sein.

Wie in Chinas Großunternehmen üblich wohnen die Arbeiter auf dem Fabrikgelände. Jeweils 14 Arbeiter teilen sich ein einfaches Schlafzimmer mit engen Stockbetten. Als Waschgelegenheit dienen ein mit heißem Wasser gefüllter Eimer und ein Schwamm. Außerhalb vorgegebener Stunden ist das Verlassen des Betriebsgeländes nicht gestattet. Außerdem berichten weibliche Mitarbeiterinnen von sexuellen Übergriffen durch das männliche Wachpersonal.

Microsoft hat auf den Bericht umgehend reagiert. Demnach hat man sich der fairen Behandlung und Sicherheit von Mitarbeitern bei Zulieferbetrieben verschrieben. Microsoft gibt an, viel Geld in ein Programm investiert zu haben, das entsprechendes Verhalten von Zulieferern gewährleisten soll. Man untersuche den Fall und behalte sich vor, Maßnahmen zu ergreifen. Diese können von entsprechenden Trainings bis hin zum Abbruch der Geschäftsverbindung reichen.

Es wäre ja nicht ganz so schlimm, wenn sich das Problem auf KYE beschränken würde. Schwarze Schafe gibt es schließlich immer mal. Aber auch bei Foxconn und Wintek geht es übel zu. In China kommt man mit solchem Verhalten bisher durch und solange wir den großen Elektronikherstellern dafür nicht auf die Füße treten, besteht kein Anlass zur Hoffnung auf Besserung. Umgekehrt macht man sich als Kunde dieser Firmen zwangsläufig zum Komplizen der Ausbeuter. Sorry, aber so viel Ehrlichkeit muss einfach sein. [John Herrman / Tim Kaufmann]

[Via National Labor Committee]

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  1. Dass die Arbeitsbedingungen schlimm sind, und wir auf die Kosten dieser Menschen und der zukünftigen Generationen leben ist angebracht zu erwähnen, bei dem überflüssigen Zeug, was hier so gezeigt wird.

    Dass das Bild irgendwas zeigen soll, was nicht der regen Fantasie des Authors entspringt kann ich nicht nachvollziehen. Das konnte auch einfach eine Pause sein.

  2. Wir sind durch die Ausbeutung anderer das geworden was wir sind. Das war immer so und das wird immer so bleiben. Ich finde soviel erleichkeit muss auch sein.

  3. So etwas ist wirklich unglaublich… Wir kaufen diese Produkte, und denken nicht nach wer das überhaupt gemacht hat… Diese Hersteller sollten normalerweise die Verbindungen zu solchen Unternehmen schnellstmöglich abbrechen, und sich andere Unternehmen suchen. Auch wenn die Qualität des Produktes gut ist, muss so ein Konzern wie Microsoft diese Zulieferer kontrollieren. So etwas ist wirklich unverschämt!

  4. Darf man an AIDS, Seuchen und andere Katastrophen erinnern? Da sterben Leute … Ich meine die kriegen Lohn und LEBEN … WTF @ Bericht.

  5. @ menkey_ffm

    Sollten die Angaben wirklich zustimmen und diese Menschen unter solchen Bedingungen arbeiten und „leben“ dann bin ich mir nicht sicher ob man dies als Leben bezeichnen kann.

    Stell dir vor es währe dein Alltag würdest du es Leben nennen?

    Sicherlich gibt es weit aus schlimmeres Elend als dieses, Krieg, Massenmord, Sklaverei, Seuchen,…. Aber schlimmeres Übel macht das geringere nicht besser sonder läst es nur in besserem Licht stehn.

  6. Ich geh mal davon aus, dass dieAngaben stimmen, sie sind nämlich durchaus „normal“ in China, auch die Tatsache, dass in den Pausen gegessen wird oder eben direkt am Platz ein Kuzschlaf gehalten wird. Dieser Zustand betrifft auch nicht nur MS sondern weitgehend alle Produzenten die dort was bauen lassen. Nur so kann China sein Wirtschaftswachstum de facto erzeugen / behalten, da die Arbeitsbedingungen nach unserem Massstab eher unmenschlich sind. Da regen wir uns auch jetzt alle fein drüber auf und kaufen nachher trotzdem all den Kram, der dort produziert wird, der Faktor „Kunde wählt“ wird nicht funktionieren, da muss eher die Politik ran, die dafür sorgt, dass solche Bedingungen illegal werden, dann könnte es sich ach letztlich wieder lohnen lokal produzieren zu lassen, aber das will China nicht und das will (dank höherer Kosten) am Ende auch der Kunde nicht, sonst wär es nicht, wie es ist.

  7. Das die Arbeitsbedingungen in China oft schlimm sind ist nicht abzustreiten. Jedoch steht das Bild wie auch schon in anderen Kommentaren geschrieben in keinem Verhältnis zu diesen Umständen. Das Schlafen in der Mittagspause ist in China und auch in anderen westlichen Ländern üblich. Genau das zeigt das Foto.
    Auch ist das Wohnen auf dem Fabrikgelände grundsätzlich eher eine gute als eine schlechte Sache. Die Familien der Mitarbeiter wohnen meist hunderte Kilometer entfernt. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe die eher „Gefängnisse“ als Wohnräume anbieten.

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