Warum Apple das verlorene iPhone nicht zurückholte

Die Frage drängt sich auf: Warum ist es Apple nicht gelungen, das iPhone zurückzuholen? Wie sich herausstellte gab es dafür gleich zwei Gelegenheiten - und keine wurde genutzt.

Was in der Nacht vom 18. auf den 19. März geschah: Ein Apple-Ingenieur mit einem streng geheimen iPhone der nächsten Generation ging in eine Bar. Es war sein Geburtstag. Etwas später verließ er die Bar wieder. Sein iPhone, das auf einem Barhocker lag, nicht.

Was folgte war eine kleine Odyssee. Ein betrunkener Gast fand das Gerät, vermutete, es könnte einem der anderen Anwesenden gehören und gab es diesem. Ein anderer Gast erkannte, dass es sich bei dem iPhone um etwas ungewöhnliches handelte. Wenige Stunden später hat Apple das Gerät aus der Ferne lahmgelegt. Der Verlust war dort also mehr oder weniger sofort bekannt.

Noch etwas später erhielten wir das iPhone, nachdem wir dafür 5.000 US-Dollar gezahlt hatten. Wir haben es rund eine Woche lang untersucht und dann gestern darüber geschrieben. Dazwischen liegen drei Wochen, in denen Apple vermutlich versucht hat, das iPhone zurückzubekommen, dabei aber alles andere als erfolgreich war. Und das obwohl der Finder versuchte, es zurückzugeben. Was also ist passiert?

Eine gescheiterte Übergabe

Für den Finder war das Telefon klar als iPhone erkennbar – es funktioniert und sieht genauso aus. Es ist sogar als 3GS gekennzeichnet. Beim Auffinden lief auf dem nicht per Passwort gesicherten Gerät (!) ein Betriebssystem, das dem Standard-iPhone-OS weitgehend ähnelte. Stunden später, noch vor dem Morgen, funktionierte das Gerät nicht mehr.

Wir nehmen an, dass die Daten auf dem iPhone aus der Ferne gelöscht wurden, nach dem Apple den Verlust bemerkt hatte. Sicherheitshalber legte man gleich das ganze Gerät lahm, um zu verhindern dass das damals noch nicht öffentlich vorgestellte iPhone OS 4 bekannt würde.

Mit einem gebrickten iPhone in der Hand – was macht man da? Richtig, man ruft Apple an. Und genau das passierte: Der Finder rief bei Apples Support an, fand dort aber außer einem Support-Ticket keine Hilfe. Ein Apple-Mitarbeiter sagt dazu: „Ich arbeite für AppleCare als Second-Level-Support. Bevor die Story über das verlorene iPhone im Internet kursierte erhielt ein Kollege einen Anruf von dem Typ, der versuchte das iPhone zurückzugeben. Wir hielten das für einen Scherz bzw. gingen davon aus, dass der Anrufer eine Fälschung in den Händen hielt. Intern hatten wir keine Information über ein verlorenes iPhone erhalten, geschweige denn wussten wir von der Neuentwicklung. Der Anrufer gab uns nur eine unpräzise Beschreibung und konnte keine Bilder liefern, also – wie ich bereits gesagt habe – gingen wir davon aus dass er eine chinesische Kopie besaß. Wir hatten keine Ahnung was wir tun sollten und das ist es, was an der Arbeit für Apple nervt. Wir bekommen gerade mal genug Infos um zu versuchen, Kunden zu helfen, aber nicht genug um auf einen Anruf dieser Art zu reagieren. Hätte der Anrufer Bilder geschickt, dann hätten wir diese an einen unserer Entwickler senden können. Und ich bin mir sicher dass man auf dieser Basis eine Lösung hätten erarbeiten können. Aber wir hatten so wenige Infos, dass wir die ganze Sache mangels Glaubwürdigkeit nicht weiter verfolgten. „

Mal im Ernst, was sonst hätte denn passieren sollen? Stellt Euch folgenden Dialog vor: „Hallo, danke für Ihren Anruf bei AppleCare“. „Hallo, ich glaube ich habe einen iPhone-Prototyp gefunden.“ „Wie bitte“? „Ja, er ist rechteckig und funktioniert nicht. Ich fand ihn in einer Bar“. „Ok, danke für Ihren Anruf“.

Vielleicht hätte es geholfen, wenn Apple wenigstens intern nicht so paranoid geheimniskrämerisch arbeiten würde. Vielleicht wäre der Anruf dann auf ein Support-Level eskaliert, auf dem man damit hätte etwas anfangen können. Wenn wenigstens die Geschichte rund um den Fund nicht ganz so unglaubwürdig geklungen hätte!

Find my iPhone (oder auch nicht)

Warum also gelang es Apple nicht, das iPhone aufzuspüren? Wie jeder andere iPhone-Besitzer hätte man folgendes tun können:

  • Anrufen oder simsen: Unser Finder hat das iPhone nur recht kurz genutzt, ist sich aber sicher dass er weder einen Hinweis auf einen entgangenen Anruf oder eine SMS erhielt. Das iPhone gab am nächsten Morgen keinen Mucks mehr von sich. Sollte in der Zwischenzeit noch eine Nachricht eingegangen sein, dann ist das dem Finder entgangen.
  • Find my iPhone: Wie wäre es denn mit GPS gewesen? Apple bietet einen Dienst an, der das Aufspüren von verlorenen Geräten und deren Fernabschaltung ermöglicht. Er heißt MobileMe und funktioniert ziemlich gut. Allerdings (noch) nicht auf dem in Entwicklung befindlichen iPhone OS 4, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Fundstück lief.
  • Ein weiteres Feature von MobileMe, mit dem man ein verlorenes iPhone aus der Ferne abschalten kann, funktioniert ebenfalls noch nicht mit iPhone OS 4. Offensichtlich hat Apple eine Funktion der Exchange-Schnittstelle des iPhones genutzt, um die Daten aus der Ferne zu löschen und das Gerät unbrauchbar zu machen.

Und natürlich könnte es sein, dass Apple auf den Entwicklergeräten einen eigenen Dienst nutzt oder der Öffentlichkeit nicht zugängliche MobileMe-Funktionen genutzt hat, um den Prototyp zu deaktivieren.

Die Mutter aller Fragen

Das größte Rätsel bleibt aber, wieso der Prototyp Apples Firmengelände überhaupt verliess. Natürlich werden wir darauf wohl nie eine Antwort erhalten. Aber bedenkt man, dass Apple normalerweise alles und jeden, der an einem neuen Produkt arbeitet, zum Schweigen vergattert, dann überrascht es schon, dass es der Prototyp bis in eine doch ein paar Kilometer entfernte Bar geschafft hat. Dass der Mitarbeiter damit so sorglos umging, dass er es schließlich vergass, toppt das ganze noch. Absicht, Dummheit oder einfach nur menschlich? Ziemlich sicher ist: Das wird Apple nicht noch mal passieren. Selbst wenn doch Absicht dahinter gesteckt haben sollte (was ich nicht glaube), dann lässt sich diese „Masche“ nicht beliebig wiederholen. [Tim Kaufmann]

  1. gähn… Apple kriegt auch für jeden Scheiß ne kostenlose publicity. Wenn man sonst keine Inhalte hat, schreibt man halt zig mal am Tag seine persönlichen Gedanken zum immergleichen Applethema.

  2. „Das größte Rätsel bleibt aber, wieso der Prototyp Apples Firmengelände überhaupt verliess.“ Seid ihr wirklich sooo naiv? Das war nicht weniger als pure Absicht, Marketing … Man, man, man euer ApfelFöhn hat euch doch schon das Hirn rausgeblasen :|

  3. Oh bitte. Entweder ihr kauft euch auch ein iPhone, dann stören euch die Meldungen nicht mehr so sehr in eurem wichtigen Leben, dass ihr ständig motzen müsst. Oder besser noch: Lest halt keine Meldungen über Apple.

    Was erwartet ihr denn? Meldung über das neueste BS für ein Apple Lisa?

  4. Vielleicht hätte der Finder das verwaiste Telefon auch einfach an der Bar abgeben können. Dort rief dann nämlich sein Besitzer -recht verzweifelt – gleich an.

    Aber das wäre ja zu einfach gewesen, nicht wahr?!

    Kinners, det war nicht janz sauber.

  5. @Klartext
    Bill-Gates-Kinder müssen ja Apple News lesen denn von Microschrott gibt´s ja nix außer Bluescreens und Fehlermeldungen.

  6. @“Bill-Gates-Kinder und AppleKinder:Macht doch einfach einen Treffpunkt aus und nehmt eure IPhones und Windows Phones mit und bewerft euch gegenseitig

  7. @Klartext was ich von Gizmodo erwarte? Ich erwarte, dass Gizmodo das postet wofür die Seite ins Leben gerufen wurde! Es ging bei Gizmodo nämlich um Gadgets und nicht um irgendwelche Storys die keine Sau interessiert! Außerdem ufert die Seite zu nem Apple FanBlog aus und davon gibts doch genug! Ich will endlich wieder News über Gadgets… Schau dir mal die letzten Seiten an, was siehst du? KEINE Gadgets – da muss man erst paar hundert Seiten zurück gehen um was interessantes zu sehen. Ich wünschte mir wirklich mal, dass Chefs der Moderatoren reinschauen würden und auch die Comments lesen würden… vllt. würden die sehen, dass die Seite nicht mehr viel mit der ursprünglichen Idee zu tun hat.

  8. alter macht doch nen film drüber und nennt ihn gannz innovativ „lost“.
    ihr stinkt euer iphone auch und die story ist so blöd wie der ganze blog hier.

  9. @Blubbingblubb falls es dir nicht aufgefallen ist das iPhone ist ein gadget
    und nachdem es viele Leute gibt die es besitzen wird darüber auch viel berichtet um damit viele Menschen zu erreichen
    weil wie viele leute interessieren sich bitte für einen neuen innovativen kloroboter?

  10. Wenn ein neues Taschenmesser rauskommt, möchtest du anscheinend täglich 20 News darüber und willst auch sehn was der Autor damit so alles schneidet? An einem Tag schneidet er Papier, dann was zu Essen, dann versucht er sich an Wasser und merkt, dass das sich das irgendwie net schneiden lässt, versuchts aber weiterhin …

  11. Kritik an dieser Stelle ist schwierig. Momentan gibt es einfach wegen iPad und iPhone-Prototyp sehr viel Buzz im Netz und deswegen ein Gefühl bei den Nutzern, dass eh schon sehr viel los ist um die Marke Apple. Ein Blagautor muss sich also entscheiden: Mach ich mit beim Apple-Buzz und greife Nutzer/PIs/Visits für meine Seite ab ? (Und zwar doppelt: die Leute, die sich für jede kleine Apple-Nachricht interessieren UND die, die solche Leute gerne bashen – wie hier in den Kommentaren). Oder mache ich nicht mit und verpasse damit die Chance auf mehr Traffic auf meiner Seite. So oder so gibt’s Kritik („Manno hier gibt’s nix über die spannenden Apple-Neuigkeiten zu lesen!“ oder „Manno hört endlich mal auf über jeden Apple-Pups zu berichten!“) – man kann es also nicht wirklich richtig machen, außer ein ausgewogenes Verhältnis zu schaffen.

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