Steve Wozniaks Meinung zu Apples Sicherheitsrichtlinien und Gray Powell

Euch ist letzte Woche sicherlich nicht die Geschichte mit dem verlorenen iPhone entgangen. Steve Wozniak, der Mitgründer von Apple, hat uns kontaktiert und uns eine interessante Geschichte zu Apples Sicherheitsticks erzählt: An dem Tag, als das iPad vorgestellt wurde, hat ein Entwickler ihm zwei Minuten lang vorab ein Exemplar gezeigt und wurde anschließend dafür entlassen.

Diese Geschichte verstärkt nur unser Bild von Apple: Schonungslose Geheimhaltung und sogar Rachsucht. Es bringt auch neues Licht in die Geschichte rund um Gray Powell. Wir erinnern uns: Ein Apple-Entwickler, der einen geheimen Prototypen in einer Bar liegen lässt. Aber genug der Vorworte, hier ist das, was Woz schreibt:

***

Ich weiß nichts Genaueres über diese Geschichte aus Apples Perspektive.

Ob der Entwickler das iPhone außerhalb des Sicherheitsbereichs haben durfte, weiß ich nicht.

Durfte er außerhalb des Firmengeländes nur getarnt nutzen? Ich weiß es nicht.

So wie es aussieht, wurden keine Funktionen, die das Gerät als ein neues iPhone klassifizieren einem Außenstehenden gezeigt. Dank Powell. Die Analyse von Gizmodo zeigt einige interessante Punkte, aber keine großen Überraschungen.

Ich glaube (und habe gehört), dass der Entwickler, der sein iPhone 4G verloren hat, nicht entlassen wurde. Vielleicht wurde der Fall individuell untersucht und man ist zu dem Schluss gekommen, dass kein grober Verstoß gegen die Apple-Richtlinien vorliegt, oder dass der Schaden nicht groß genug ist. Ich bin froh: Ich hasse es, wenn jemand seinen Job verliert.

Was ich jedoch sagen kann ist: Der Entwickler, der mir damals das iPad während der Vorstellung für zwei Minuten gezeigt hat, wurde tatsächlich entlassen. Ich habe nur kurz mit dem Gerät rumgespielt und ein paar Dinge ausprobiert, die ich auf Apples Webseite gesehen habe. Mir hat niemand verraten, dass es ein 3G-Modell ist und ich konnte es auch nicht wissen. Mir wurde gesagt, dass der Entwickler bis nach Mitternacht warten musste, um es außerhalb des Apple-Sicherheitsgeländes zu zeigen. Zusätzlich bin ich sogar quasi ein Apple-Mitarbeiter, dem er es gezeigt hatte. Meine Vermutung ist, dass er das iPad außerhalb des Firmengeländes haben, es aber niemandem zeigen durfte.

Ich habe meine Apple-Freunde nie dazu gezwungen mir Informationen vorab zu verraten. Aber ich bin auch nicht in der Gruppe, für die frühe Kenntnisse über ein Produkt wichtig sind. Gerüchte spielen für mich keine Rolle. Deswegen hatte ich kaum Interesse daran das iPad länger als nur ein paar Minuten zu sehen.

Meiner Meinung nach hat Apple keinen Schaden davongetragen, dass ich das Gerät gesehen habe.

Ich habe dies Steve Jobs an dem Abend verraten, als das iPad vorgestellt wurde. Er sagte, es wäre „keine große Sache“. Wir haben danach kurz über familiäre Dinge geredet. Trotzdem wurde der Entwickler entlassen. Ich bin mir sicher, dass Apple dem Mann gesagt hat, dass jeder in dieser Situation entlassen werden würde. Überschneidet sich dies mit der iPhone-Geschichte? Was habe ich vergessen?

Sicherheit ist schön und gut, aber vielleicht wäre 10 Prozent Freundlichkeit und 90 Prozent Schärfe auch schon genug.

Anmerkung der Redaktion: Überschneiden sich die Geschichten? Nun, es ist schwer zu sagen. Der Entwickler aus Wozniaks Erzählungen und Gray Powell wollten beide nichts Böses. Dass Powell das Gerät jedoch unabsichtlich verloren hat und nicht bewusst jemandem gezeigt hatte, würde jedoch erklären, warum er immer noch für Apple tätig ist. Er hat nicht gegen seinen NDA verstoßen – es war einfach nur ein Fehler.

Auf der anderen Seite werden Entwickler, die bewusst gegen ihren NDA verstoßen sofort entlassen. Schließlich kennen sie die Lage und ihre Richtlinien und verstoßen trotzdem dagegen.

Das ist wohl der Ehrencode von Steve Jobs: Fehler werden verziehen. Mutwilliger Verstoß gegen die NDAs wird jedoch bestraft. Auch wenn das Gerät Wozniak zu zeigen keine Auswirkungen hat, ist es dennoch ein Verstoß gegen die Richtlinien.

Man muss seinen Mitarbeitern vertrauen können – erst recht in einem Unternehmen, in dem die Überraschung ein wichtiges Werkzeug ist. Aber, auf der andere Seite: Ohne Steve Wozniak gäbe es kein iPad. Es gäbe kein Apple, so wie wir es heute kennen. Ein Unternehmen in dem ein solcher Mensch das neue Produkt einige Stunden vor der Vorstellung nicht sehen darf, ist kein innovatives Unternehmen, sondern eines das von Angst kontrolliert wird. [Steve Wozniak/Maxim Roubintchik]

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  1. Ich arbeite bei Aplle und wir haben keine Angst im Unternehmen. Die ist verboten unter Androhung von Biergartenbesuchen.

    mfg Birnchen

  2. Man… wie kaputt muss das Ego sein um zu behaupten das man bei Apple arbeitet.

    Man wirkt nicht gleich interlektueller oder klüger wenn man sich versucht damit zu schmücken, dass man in einem „angesagten“ Unternehmen arbeitet.

    Wie erbärmlich…

  3. Ich hab die letzten 1,5 Jahre gerne Gizmodo gelesen. ABER DIESE SCHEIß IPHONE DEBATTE KOTZT! Ja ihr seid ganz toll… usw. aber macht bitte jetzt mal normal weiter!

  4. noch viel erbärmlicher ist es, das wort „intellektueller“ falsch zu schreiben. aber gleich so richtig. apple-fanboy?
    im übrigen ist der artikel ein weiterer witz auf der langen wäscheleine gizmodos, wo es nur darum geht, die selbst produzierte sensation noch ein wenig am leben zu halten. dieses dämliche iphone 4G interessiert mittlerweile kein schwein mehr, inklusive des getöses darüber, wer wann warum was verloren hat und deswegen vielleicht gefeuert wird. fakt ist: wenn der typ das telefönchen wirklich verloren hat, so war das zumindest massiv dämlich – dafür kann man ihm meines erachtens durchaus zu recht den stuhl vor die tür setzen. dass er seinen job immer noch hat, spricht jedoch eher dafür, dass die ganze chose gar nicht so unabsichtlich geschehen ist, wie seitens apple und anderer protagonisten stets behauptet wird. schließlich feuert man ja auch leute, die das iPad kurz vor der präsentation rumzeigen.
    alles in allem ist die ganze geschichte aber in etwa so wichtig wie der berühmte sack reis, der in china umgefallen ist.

  5. Naja, überraschend ist es nicht, dass ein Apple-Fan ‚intellektueller‘ falsch schreibt – bei Apple findet sich zusammen, was zusammen gehört: Leute, die glauben, dass ein Telefon, auf dem die Hälfte aller angebotenen Apps Furz- und Schüttelapps sind, „smart“ ist …

  6. Schade das hier nicht auf die Story eingegangen ist. Ich finde die Sichtweise von Steve Wozniak nämlich menschlich durchaus plausibel, aus Unternehmersicht bleibt aber nur, das jemand der so eklatant gegen die Richtlinien verstösst auch wirklich gefeuert gehört. Zum einen ist nämlich nicht zu garantieren ob der betroffene Entwickler das Teil noch jemand anders gezeigt hätte, nein im Prinzip ist jedes Vertrauen dahin. Steve Wozniak hätte doch auch selbst zu Jobs gehen können und beim Plaudern über familiäre Dinge fragen können, ob ers vorab sehen darf.

    Ich kann dem meissten an der Apple Politik nicht abgewinnen, deswegen hab ich auch kein iPhone, aber hier haben die gemacht, was sie tun mussten um glaubwürdig zu bleiben und weiteren Verstössen keinen Vorschub zu leisten.

    bye Rene

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