Polizei beschlagnahmt Jason Chens Computer

Letzten Freitag hat das Kalifornische Rapid Enforcement Allied Computer Team die Wohnung meines US-Kollegen Jason Chen aufgebrochen und vier Computer und zwei Server beschlagnahmt. Auslöser war die Geschichte mit dem iPhone 4G. Die Ermittler hatten eine richterliche Anordnung von einem Richter des Obersten Gerichtshofes von San Mateo. Die Beschlagnahmung der Rechner ist jedoch gesetzeswidrig laut Paragraph 1524(g) des Kalifornischen Strafrechts.

Hier ist eine Übersicht der Dokumentation. Die persönlichen Details meines amerikanischen Kollegen sind verpixelt.

Durchsuchungsbefehl

Inventar der beschlagnahmten Gegenstände

Warum wir die Maßnahme für gesetzeswidrig halten? Nun, sie verstößt gegen das Presserecht. Es ist nicht erlaubt die Rechner von Journalisten zu beschlagnahmen, weil er nicht gezwungen werden darf seine Quellen zu verraten. Gaby Darbyshire, COO von Gawker Media hat das in Ihrem schreiben besser formuliert als ich.

Hier ist die Aussage von Jason persönlich:

„Meine Frau und ich waren aus zum Abendessen. Wir kamen gegen 21:45 zurück. Als ich zurückkam, habe ich festgestellt, dass die Garagentür halb offen war. Als ich versucht habe sie zu öffnen, kamen mir Beamte entgegen und meinten, dass sie einen Durchsuchungsbefehl hätten. Sie dürften mein Haus und alle Fahrzeuge in meinem Besitz durchsuchen. Sie zwangen mich meine Hände hinter den Kopf zu tun und haben mich nach Waffen und scharfen Gegenständen abgetastet.

Meine Frau hat das Auto an einem anderen Ort geparkt, damit es keine anderen Autos blockiert. Schließlich nahm die Polizei den Platz in der Garage ein. Die Beamten hatten einen Computer und haben alle Gegenstände katalogisiert, die sie aus meinem Haus entnahmen. Sie sagten mir, dass sie bereits seit einigen Stunden vor Ort sind. Sie mussten meine Vordertür aufbrechen, weil ich nicht daheim war, um sie zu öffnen. Sie sagten, ich würde dafür entschädigt werden.

Sie sagten ich wäre nicht verhaftet und könnte gehen, wann immer ich wolle. Sie schienen sehr darum bemüht mich möglichst schnell loszuwerden. Als ein Nachbar, den ich nicht kannte, kam und fragte was los wäre, sagten die Polizisten, dass ich mit meinem Freund mitgehen könnte. Sie würden mich anrufen, wenn sie fertig sind. Ich sagte ihnen, dass ich nicht wüsste, wer das ist.

Ich wollte den Gerichtsbeschluss sehen, den sie mir sofort zeigten. Daheim hatte ich die E-Mail von Gaby. Ich hatte sie für den Fall ausgedruckt, dass tatsächlich die Polizei kommen sollte. Ich fragte sie ob sie die E-Mail gesehen hätten. Sie sagten sie hätten sie gesehen und als Beweis beschlagnahmt. Der Beamte sagte, dass in seinen 25 Berufsjahren es das erste Mal ist, dass er so was sieht.

Sie zwangen mich weitere 30 Minuten mit meiner Frau vor der Tür zu stehen. In der Zwischenzeit haben sie den Rest meines Hauses durchsucht und alles protokolliert. Als sie fertig waren, haben sie alles in einen Laster geladen und sind weggefahren. Der verantwortliche Ermittler gab mir seine Visitenkarte und sagte, ich könne anrufen, wenn ich Fragen hätte. Außerdem sollte ich einen Schadensersatzanspruch für die Vordertür stellen. Als ich sagte, dass ich dazu nichts zu sagen hätte und er sich mit allen Fragen an Gaby wenden sollte, meinte er, dass es sich dabei wohl um ein Missverständnis handeln könnte und man es aus der Welt schaffen könnte. Ich habe darauf nicht reagiert.

Die Beamten gaben mir eine Inventarliste und haben vorher Fotos gemacht damit sie nichts beschädigen. Abgesehen von den Gegenständen, die sie mitgenommen haben, scheint es keine Schäden zu geben – von der Einganstür abgesehen. Diese wurde eingeschlagen.

Die Geschichte des neuen iPhones

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  1. Keine Ahnung wie es mit dem Fundrecht in den USA aussieht.. aber wer eine gefundene Sache für Geld an 3. verkauft macht sich Strafbar… da kann auch kein Presserecht helfen ,)

  2. in amerika herrscht doch noch recht und ordnung…
    da sieht dein kollege vielleicht mal, wie es ist, wenn man mit fremder Leute Eigentum Unfug treibt…
    und das Presserecht jetzt als Schutzschild nutzen zu wollen…erbärmlich!

  3. Ich sehe da schon einen Grund für die Hausdurchsung: Der Kerl hat sich der Hehlerei Schuldig gemacht und jetzt muss erstmal abgeklärt werden ob der noch mehr geklautes Zeug zuhause rumliegen hat

  4. Apple scheint echt gute Kontakte selbst zu Regierungskreisen zu haben. Mit so einem Riesen legt man sich nicht an. Anstatt das Iphone erst bei Apple zu melden muss man es ja filmen und ne Story draus machen. Apple ist pissed. Viel Spass noch Gizmodo USA mit Apple

  5. Irgendetwas musste auch passieren.

    Außerdem … so im nachhinein waren die Beiträge über den Prototypen wie Geschenkeauspacken vor Weihnachten. Mit dem Lesen hab´ ich mir die Freude/Spannung auf das Sommer-Keynote verdorben.

  6. Das ist ja schon der Hammer.Sowas gäbe es hier in Deutschland nicht.
    Apple macht sich bei mir grad sowas von unbeliebt….erst krieg ich erst beim 5ten 27 Zoll iMac ein halbwegs brauchbares Gerät, dann bringen die so ein Ding wie mit dem Chen hier.Krass.
    Was kann der für die Dusseligkeit eines Apple Mitarbeiters und die Unfähigkeit Apples, sich das Teil einfach bei Chen abzuholen?

  7. Hm, ist nicht so einfach… irgendwie scheint hier die Verhältnismässigkeit verloren gegangen zu sein. Der grosse Apfel scheint hier ein wenig Druck ausgeübt zu haben.

    Ist es strafbar, wenn man etwas Verlorenes kauft (oder dem Finder einen „Finderlohn“ gibt) und dann an den Eigentümer zurückgibt (nachdem man es angeschaut hat ohne es zu zerstören oder zu beschädigen)?

    Das Teil ist wohl längst zurückgegeben, aber wenn die Justiz erst mal läuft…. kaum zu glauben.

  8. Klar haben sie es beschädigt.. sie haben es schliesslich zerlegt.

    Gizmodo hat mit dem deal den reibach ihres Lebens gemacht… millionen von extra page-hits :)

    Sollten sie wirklich geglaubt haben das das ohne Folgen bleibt ?

  9. und ich hab den Namen und die Mail von Scape plötzlich in den Kommentar-Eingabefeldern.
    Obwohl ich hier gar nicht angemeldet bin, schreibe nur als Gast !

  10. Die Apple- Gestapo halt- war gestern ein großer Bericht auf SPON.

    Ich weiss nicht warum sich Apple so anstellt. Die haben doch für ihr neuestes Gerät die Werbung ihres Lebens bekommen. Und das für lau.

    Apple geht so langsam den MS- Weg. Sich ganz schnell bei vielen Menschen unbeliebt machen.

    Steve sollte die Macht von Seiten wie gizmodo etc. nicht unterschätzen.

  11. Millionen von Extraklicks für ne Hausdurchsuchung, Rechner, die man erst wiedersieht, wenn sie ins Computermuseum können, eventuell nen Strafprozess am Hals, ein funktionsloser angeblicher iPhone-Prototyp den eine Apple-Hansel genauso angeblich in the wild getestet haben soll (wenn das Teil schon funktionslos war, dann hat der Typ wahrscheinlich getestet, ob es zu schwer in der Tasche ist) … Wenn sich das mal nicht gelohnt hat :D Happy aua!

  12. hajo… Da frage ich mich nur mit welchem verdacht diese Hausdurchsuchung angeordnet wurde. Also heißt das wenn man in den USA etwas findet sollte man es liegen lassen da man sonst sofort verdächtigt wird. auch nicht schlecht. da sieht man mal wieder welchen einfluß ein großer Konzern auf den Staat hat.

  13. Na anscheinend konnten Apples Anwälte vor dem Richter ein so gute Szenario aufbauen, dass man eine solche Durchsuchung und Beschlagnahme durch bekam. Ich vermute sie verdächtigen im schlimmsten Fall eine Beauftragung für den Diebstahl und/oder wollen an den geheimnisvollen „Finder“ heran kommen.

    Und anscheinend hatte Gizmodo den Braten eh schon gerochen und wollte den Mitarbeiter unter den Schutzstatus eines Journalisten stellen. Ich frage mich aber, warum der Brief an das Durchsuchungsteam gemacht wurde – wenn er wirklich Journalist ist, kann er einen gültigen Presseausweis zücken und dann ist es nicht so easy mit der Beschlagnahme vom Material bei einem Journalisten.

  14. Jedenfalls bestärkt mich das alles in meiner langjährigen Entscheidung, nichts von Apple zu kaufen.
    Hat diese Firma nicht ein grässliches Corporate Identity?
    Zum Glück gibt es mittlerweile genügend gute OpenSource mit Linux & Co für die eigenen Computeranwendungen – vorallem auch für Smartphones und Tablets.
    Und so eine unrühmliche Sache, bei der der Apfel einen Blick auf seine faule Seite gewährt, bringt nur mehr und mehr iUser dazu, sich aus der Sklaverei zu befreien und mit dem ersparten Geld etwas Sinnvolles zu tun.

    PS mit dem Motto „Des Kaisers neue Kleider“:
    Übrigens braucht Apple gar kein so ein TamTam um den Prototypen zu machen. Der kommt voraussichtlich erst im Sommer 2010 mit der Hardware daher, die andere Lowbudget-Mittelklasse-Smartphones sein 6 Monaten schon haben und das Aussehen scheint von neuen HTC Legend „ausgeborgt“ zu sein (Déjà-vu, Déjà-vu, Déjà-vu).

  15. In der Empfehlung Nr. R (2000) 7 des Europarat Ministerkomitees fand ich folgendes:
    In Europa ist der Begriff „Journalist“ zutreffend für jede natürliche oder juristische Person, die regelmäßig oder beruflich Informationen sammelt und an die Öffentlichkeit durch ein Massenmedium verbreitet.
    Würde nicht Chen alleine durch seine Berufsausübung hier als Journalist gelten? Und so könnte er sich bei uns auf den Grundsatz 6 dieses Schriftstückes berufen, wonach bestimmte Massnahmen (Abfangen von Mitteilungen, Überwachung, gerichtlich angeordnete Durchsuchung und Beschlagnahme) nicht angewendet werden dürfen, wenn sie dazu dienen, das Recht des Journalisten, eine quellenidentizierende Information nicht bekanntzugeben, zu umgehen?
    Dort steht auch, dass der Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte die letztliche Kontrolle darüber hat.

    Und dieser Grundsatz ist aus meiner Sicht wichtiger, als für irgendeine angemockte Firma den Verkäufer ihres neuen nicht gut genug bewachten und abhanden gekommen Telefons zu finden…

    Bei uns in Europa scheint das zum Glück besser geregelt zu sein.

  16. Ich denke mal dass es da eine Einigung geben wird ohne dass hier ein Prozess dann letztendlich dabei herauskommt. Aber überzogen finde ich das allemal von Apple.

  17. Ich verstehe garnicht warum ihr alle behauptet das Apple was damit zu tun hat. Das Gizmodo die Aufmerksamkeit der Polizei mit dieser miesen Geschichte auf sich gezogen hat ist ja wohl offensichtlich. Find das total kindisch zu behaupten das Apple da irgendwie in einer Strafverfolgung mit drin steckt und völlig klar ist ja wohl auch das es sich hier nicht um ein normales Handy handelt sondern um einen Prototypen von ungewissem Wert.

    wenn meine oma ihre tasche vermisst meldet und sie im internet veröffentlicht wird würde die deutsche polizei ja wohl auch danach fahnden…da sagt doch auch keiner meine oma ist voll gemein und hat nen krassen einfluss auf die polizei.

    Habs mittlerweile auch satt das sich die Seite auf dieser einen Sache aufbläht.einfach nur lächerlich

  18. @ Jake:
    > … warum ihr alle behauptet das Apple was damit zu tun …
    Weil die kalifornische Polizei warscheinlich ‚was besseres zu tun hat, als für ein geklautes+verticktes Handy „von ungewissem Wert“ (höhöhö – super!) innerhalb weniger Wochen mit der großen Kavallerie auszurücken, beim Journalisten einzudringen und seine elektronischen Unterlagen+Geräte zu kassieren.
    Logisch?

    > Habs mittlerweile auch satt …
    Lösung: Befehlstaste-W oder Befehlstaste+Alt+Apfel+“CD Auswurfstaste“

  19. das ist arm was manche so reden. der typ der es zuerst gefunden hat, hat es bei apple gemeldet, aber apple wolte nicht das die menschen erfahren das es das echte iPhone ist und hat es bestritten das es ihr zeug ist, also hat ersa dan gizmodo verkauft. gizmodo stellt es auf seiner webseit vor und apple wird sauer. PECH GEHABT APPLE. das sind schlechte verlierer, komunistische strategien sind das die apple hat, sonst nicht.

  20. […] die Applefans in der AZ-Redaktion: Polizei beschlagnahmt Jason Chens Computer – DAS GADGET WEBLOG – DIGITAL LIFESTYLE TODAY AND TOMORRO… __________________ Man sollte mit Prognosen vorsichtig sein. Besonders, wenn sie sich auf die […]

    1. ich denke dass ich mir auch in Zukunft Apple Produkte ansehen und auch kaufen werde.. das Apple eine solche Strategie mit Mitarbeitern verfolgt wie z.b der Fall mit dem Ipad ist doch nichts neues siehe letztes jahr wo ein Apple Mitarbeiter aus Fernost ein 3G verliert… am ende bringt er sich um!

      Jetzt zu Gizmodo wie hättet ihr gehandelt wenn ihr den Prototyp gefunden hättet. Wahrscheinlich auch beim Apfel support angerufen oder???? das euch dann dort niemand glauben schenkt is doch wohl klar. Natürlich hätte der Prototyp auch ein Fake sein können bevor sie das iphone aufgemacht hatt wussten sie das bestimmt nicht.

      Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die endgültige Version wenn überhaupt eins gibt :D
      vielleicht ist die halle auch nur zum Gerücht anheizen gebucht oder zur vorstellung von neuen Mac´s…

  21. Als wenn das was besonderes wäre, das selbe ist hier in deutschland vor kurzem auch passiert. Der motor jouranlist wilhelm hahne http://www.motor-kritik.de/ worde auch alle daten über quellen udn so beschlagnahmt, und als geheimnis verräter dargestellt. Dabei war er wohl der einzige der veröffentlicht hat wie der staat 300 mio an der nordschleife verbrannt hat.

  22. Ein Durchsuchungsbefehl zählt wohl mehr als eine email von seiner Antwältin :D
    Dass Apple das Teil zurück haben will hätte sich gizmodo auch denken können, also heult nicht so rum.

    1. Nix Scheiss Bullen, wer Fundgegenstände unterschlägt, hat damit zu rechnen auch mal durchsucht zu werden.. Mal ein wenig den Grips anstrengen oder das StGB lesen.

      1. wieso unterschlagen? der typ ders gefunden aht hat einige mal bei apple angerufen und die habens fürn scherz gehalten, also selber schuld.

        und apple hat den prototypen ja schon längst wieder. denken die villeicht er hat ihn nachgebaut?^^

        sone aktion is klar überzogen.

      2. „oder das StGB lesen.“
        Heist nur in den USA anders.
        auserdem solltest du auch mal nachlesen
        Journalisten werden nach der amerikanischen version anders behandelt.

  23. @ iberdyne

    so gesehen ist die frage überhaupt wonach die polizei fahndet, denn das wird aus den beschreibungen nicht ersichtlich…Ich glaub da ist mehr dahinter als uns schöngeredet wird, schließlich ist das gerät selbst ja wieder in apples händen

    Ich glaube nicht das mal apple beim superior court angerufen hat um giz eins auszuwischen, auf sowas würde sich doch keine gesetzesinstanz einlassen

    Und im endeffekt bringt das ja keinem was die sachen zu konfiszieren es sei denn da steckt mehr dahinter, zumindest meine annahme

  24. lol :D
    als ob das noch was bringen würd :D
    ich würd eher mal ne hausdurchsuchung bei dem typ machen der das iphone inner bar verloren hat :D

  25. Und im endeffekt bringt das ja keinem was die sachen zu konfiszieren es sei denn da steckt mehr dahinter, zumindest meine annahme

    Erfahrungsgemäß steckt hinter solchen drastischen Durchsuchungen mit Beschlagnahmung praktisch aller Arten Computer, Handys, Datenträger etc. auch eine gehörige Portion Repression und Einschüchterung – „Seht, ein vermeintlicher Fehltritt und das kann euch blühen!“. Denn selbst wenn sich so eine Polizeiaktion hinterher als unrechtmäßig herausstellt und man nach einigen Wochen oder Monaten sein Zeug zurückbekommt – in der Zwischenzeit ist der Schaden bereits geschehen. Zumal bei dem technischen Equipment dabei nicht nur die Kosten einer Neuanschaffung entstehen (denn wenn der PC auf der Wache liegt, und man den aber braucht, sich einen neuen kaufen muss), sondern auch wichtige Daten weg sind (und ja meist gleich auch externe Backups mitgenommen werden, u.U. komplett weg sind).

  26. Ihr kauft ein Teil, von dem Ihr gewusst habt, dass der Verkäufer weder das Besitz- noch Verkaufsrecht hatte und tut nun so, als seid Ihr ein Opfer von Polizeiwillkür? Mein Gott, Ihr seid naiver als Hauptschüler!

    1. Peter, dir ist schon bewußt, dass man selbst als Schwerverbrecher (was Gizmondo wohl nicht mal in deinen Augen ist) durchaus Opfer von Polizeiwillkür werde kann?

      Halt, ist so vll zu kompliziert. Deshalb ein einfaches Beispiel: Du fährst besoffen Auto und wirst von der Polizei angehalten. Die Beamten hauen dir ein paar in die Fresse und du beschwerst dich bei einem Peter. Der erklärt dir dann, dass du naiver bist als ein Hauptschüler (schöne Einstufung, so nebenbei) und du ja wohl freiwillig besoffen gefahren bist und deshalb die Prügel verdient hast?

      Merkwürdige Welt in der ich lebe.

      1. was die Polizei da gemacht hat steht in keinem Verhätlnis zur Tat. Wobei man aber durchaus sagen muss dass die Iphone Geschichte sicher nicht legal war.
        @Peter: so Aussgaen wie“Mein Gott, Ihr seid naiver als Hauptschüler!“ sind einfach nur lächerlich und Hauptschüler Niveau. Bitte sein lassen.

        1. Was das Verhältnis zur Schwere der Tat anbetrifft, konstruiert sich die Schwere des Tatbestandes auch aus dem Wert des Gegenstandes (ein Prototyp kostet keine 500 Euro sondern deutlich mehr), dem wirtschaftlichen Nutzen, den Gizmodo daraus zog und der Vorsätzlichkeit. Und – sorry -, aber das legale Mittel einer Hausdurchsuchung gleichzusetzen mit illegaler körperlicher Gewalt – gegen wen und durch wen auch immer – ist mehr als oberflächlich – genauso wie same-to-yous.

    2. Ich glaube viele Leute möchten in Deiner Welt leben, Peter. Zum Beispiel Nixon hätte sich einen Keks gefreut (Watergate-Affäre), sämtliche Steuerbetrüger die jetzt durch die Steuer-CDs überführt werden, Politiker deren illegale Machenschaften durch Journalisten die Informationen von Informanten bekommen haben aufgeflogen sind, etc.

      Mal ganz abgesehen davon: rechtfertig der Kauf eines Handys das jemand gefunden hat eine Hausdurchsuchung? (und um NICHTS Anderes geht es hier – ein Handy!) Bei einem Journalisten? Mit Beschlagnahmung von vertraulichen Daten über Informanten? Wohl kaum. Journalisten geniessen (zum Glück) einen gewissen Schutz was Informanten angeht – und wenn der so offen getreten wird hoffe ich auf massive Klagen von Gizmodo gegen sämtliche an der Aktion beteiligten und das da Köpfe bei der Polizei rollen – und falls Apple die Polizei falsch informiert hat dann auch da.

      1. Übrigens: Es handelt sich um einen Blogger – nicht jeder, der sich zu einem Sachverhalt äußert, ist auch Journalist und kann sich demzufolge auch nicht auf die entsprechenden Rechte berufen. Ein Salatblatt ist noch kein Hors d’oeuvre.

        1. Nein, nicht jeder Blogger ist Journalist… Aber da Chen das hauptberuflich macht und mit dem Vollzeitjob sein Geld verdient, fällt er nunmal unter diese Kategorie.

        2. Ja.
          http://www.nytimes.com/2010/04/27/technology/27iphone.html
          Gawker Media COO (chief operating officer) Gaby Darbyshire bestätigte, dass Jason Chen ein Journalist ist, der in Vollzeit für das Unternehmen arbeitet.
          Davon wurden die Beamten übrigens in einem ausgedruckten Brief im Haus bei der Durchsuchung ebenfalls informiert (siehe Text oben zu „die Aussage von Jason persönlich:“).

  27. Ob rechtlich einwandfrei oder nicht, das Gerät zu kaufen und Details zu veröffentlichen, bevor Apple das macht, ist sicher fragwürdig.
    Sonst find ich, dass Blogger rechtlich schon wie Journalisten behandelt werden sollten und sowas wie die Tür eintreten ist ja mal wirklich überflüssig.
    Darf man eigentlich das Haus ohne Anwesenheit des Besitzers durchsuchen?

  28. Dann hoffe ich doch für Euren Kollegen das Beste und dass er die beschlagnahmten Güter unbeschädigt schnell wieder zurückbekommt!
    Wenigstens scheint es in den USA einen Schadensersatzanspruch zu geben, den gibt es in Deutschland wohl auch, wird aber in den meisten Fällen zurückgewiesen, zur Not bezeugen halt ein paar Polizisten, dass der Defekt vorher schon vorhanden war.

    Aber daran sieht man, wie schnell man heute, egal in welchem Land, unter Generalverdacht gerät und wie schnell derartige Methoden gegen einen angewendet werden, diese Durchsuchung war einfach nur unnötig und wohl eine pure Schikanemaßnahme – weil mans eben kann (und macht).
    In Deutschland sieht es übrigens genauso aus, da wurden schon Hausdurchsuchungen wegen triviialeren Begründungen durchgeführt, wie wir wissen reichen dazu teilweise bereits zwei Suchbegriffe bei google aus. Schöne neue Welt! Passiert jedes Jahr ein paar tausend Mal.

    Ach ja, macht Euch darauf gefasst, dass Euch (gizmodo.de) so etwas auch noch passieren kann, denn irgendwie seid ihr ja mit dem Kollegen „verwandt“ und eventuell gibt es ja bei Euch „Beweise“ – was auch immer. Vielleicht etwas paranoid gedacht, aber lieber damit rechnen, als am Ende den großen Schaden haben.

    @Neljae:
    Natürlich darf man das, die Anwesenheit des Besitzers ist nicht erforderlich. Bei anderen Delikten macht man es sogar so, dass man den Bewohner erst einmal 24 Stunden in Haft sperrt und währenddessen seine Wohnung durchsucht, um unbequemen Fragen aus dem Weg zu gehen bzw. um einfach alles mitnehmen zu können, was nicht niet- und nagelfest ist und dabei die Bude verwüsten („war schließlich vorher schon so unaufgeräumt“).
    Nach 24 Stunden darf derjenige dann auch gerne wieder nach Hause gehen, war wohl dann doch nicht so gefährlich…

    Wenn Du Pech hast, darfst Du dann sogar noch die Rechnung vom Schlüsseldienst bezahlen (hier macht man eher selten den Schimanski).

    Und nein, mir persönlich ist es noch nicht passiert, aber ich kenne Jemanden, der…

  29. BLEIBT ZU HOFFEN DASS DIE GESCHEHNISSE GIZMO’S APPLE HYPE ENDLICH MAL ZUENDE BRINGEN!!!

    wäre zumindest für mich die logische schlussfolgerung

  30. So schnell wird man zum Spielball von juristen und Co. Was soll man sagen? Apple die dunkle Seite der Macht? oder halt genug der Werbung für das Teil und lasst den jungen Mann nun in Ruhe weiter seine Informationen verbreiten.

  31. @master bla

    spätestens wenn Steve Jobs tatsächlich (s)einer Krankheit erliegt wird der Hype um Apple sich wieder auf ein normales Maß reduzieren. Ich hoffe, dass sie es sich in der zwischen Zeit nicht ganz mit Adobe verscherzen.

    Für die Börse ist Jobs eh schon eine tickende Zeitbombe.

  32. ob es die Durchsuchung seiner Wohnung rechtens war, ist fuer mich eigentlich ne klare Sache.
    Chen hat ein persoenliches Gestaendnis ins Inet gestellt, wo er davon berichtet bewusst etwas von jemand gekauft zu haben, was dieser Person nicht rechtmaessig gehoerte. (Tatbestand: Kauf von Hehlerware).
    Aus Sicht der Polizei, ist doch in dieser Situation davon auszugehen, dass Chen, zu seiner eigenen Bereicherung, gegen Gesetze verstoesst, und das moeglicherweise in seiner Wohnung Beweise fuer weitere Gesetzesverstoesse zu finden sind.
    Betrachtet es doch mal objektiv, seht ihr es dann anders?

  33. interessanterweise sind die „wir sind so starke jungs“-nachrichten rund um dieses prototypen-schmierentheater bei gizmodo plötzlich verschwunden, keine silbe zur deppert-zerknirschten reaktion des typen, der sich so dumm gar nicht stellen kann, dass man ihm das „hab ich nicht gewusst“ abnimmt. übrigens hat man ihn seitens gizmodo offenbar auch darin bestärkt, dass das alles relativ okay ist, was ich persönlich on top ne ziemliche kacknummer finde.

  34. hi,
    wie würden die Reaktionen aussehen, wenn z.B. MS zu solchen drastischen Maßnahmen greifen würde ? Würde man dann immer noch den Bericht eines Technologie Blogs über ein neues Produkt als Schwerverbrechen bezeichnen – MS das arme Opfer, das sich nur verteidigt? Apple kann sich fast alles erlauben. Man erinnere sich nur an das Firmware update 1.1.3, mit dem gehackte iphones (das machte man i.d.R mit iphones, die man im Ausland erworben hatte und in Deutschland nutzen wollte) gesperrt wurden, oder das seriöse Autoren oder Medien (s. Mark Fiore bzw. Stern) ihre Inhalte nicht veröffentlichen dürfen…
    Für mich geht der Stern von Apple langsam unter.
    Man denke nur an 1985 – da ist Jobs unter anderem entmachtet worden, weil er die Belegschaft terrorisierte. (googeln nach John Scully vs Steve Jobs).
    Nur zu Info, ich habe mehrere Apple Produkte (Imac, Macbook pro, Ipod) aber ich konnte nie den Hype verstehen. Apple rechner sind anders, haben aber auch ihre Macken.

  35. Etwas weiter oben stellte einer der kommentierenden Leser die Frage, warum hier manche so wie ich vermuten, dass Apple hinter der Hausdurchsuchung steht.

    Ich denke dieser Link geben einen guten Anhaltspunkt dafür.
    http://news.yahoo.com/s/ynews/ynews_ts1795

    Apple sitzt nämlich im Hauptausschuss/Lenkungsausschuss (engl. steering committee) der Rapid Enforcement Allied Computer Team (REACT) Task Force, die die Wohnung des Gizmodo Journalisten gestürmt hatten und die Geräte mitnahmen (Hier die komplette Liste der Mitglieder: http://publicintelligence.net/rapid-enforcement-allied-computer-team-react-task-force/)
    Soviel an die noch immer Misstrauischen unter uns…

    Kann es vielleicht sein, dass diese REACT Task Force von den Mitgliedern des Steering Commitees (unter anderem MS, Apple, Synatec, …) benutzt wird, um gegen Widersacher eine ordentliche und schnelle Handhabe zu haben?

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