Unerhofft kommt oft: HP kauft Palm

HP kauft Palm. Nein, nicht HTC, nicht Google und auch nicht die vielen anderen Firmen, die man kürzlich mit einem Kauf Palms in Verbindung gebracht hat, sondern HP. Der Hardware-Riese wird dadurch über Nacht zu einem der wichtigsten Player im Smartphone-Markt.

Palms wirtschaftlicher Niedergang ist schon seit den letzten Quartalszahlen ein offenes Geheimnis und dass nur eine Übernahme das Unternehmen retten können würde, war seither auch klar. Gestern nun hat HP verkündet, dass man Palm bis Ende Juli für 1,2 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Palm-Chef Jon Rubinstein soll im Unternehmen verbleiben.

Die Ankündigung ist eine Riesenüberraschung, nachdem von HTC über Google bis hin zu Lenovo so ziemlich jeder Hardware-Hersteller verdächtigt wurde – nur eben nicht HP. Für Palm bedeutet das den herbeigesehnten Rettungsanker. Für HP ist es eine erstklassige Gelegenheit, quasi über Nacht zu einem der wichtigsten Player im Smartphone-Markt zu werden.

Außerdem ist Palm ein Schnäppchen. Zwar zahlt HP mit 5,70 US-Dollar je Aktie deutlich mehr als das Papier unmittelbar vor der Ankündigung an der Börse wert war. Doch Palm hat einen rapiden Kursverlust hinter sich. Noch vor kurzem war das Unternhmen mehr als doppelt so viel wert. Außerdem kauft HP nicht nur Palms Hardware, sondern erhält gleichzeitig auch die Kronjuwele – Palms Smartphone-Betriebssystem webOS.

Bestenfalls profitiert Palm als HP-Tochter von den enormen Ressourcen der neuen Mutter. Vielleicht schafft webOS sogar den Sprung vom Smartphone auf andere Geräte. HPs TouchSmart-Oberfläche könnte davon profitieren. Und vielleicht ist neben einem HP Slate mit Windows 7 ja auch noch Raum für ein Slate mit webOS.

Doch die Übernahme hat auch ihre Risiken. Schlimmstenfalls könnte das innovative Unternehmen Palm im beige-grauen Einerlei des Großkonzerns HP sang- und klanglos untergeht. Innovative Produkte wie den Pre würde es dann nicht mehr geben. [Brian Barrett / Tim Kaufmann]

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