Erster Google-TV-Empfänger kommt von Sony, basiert auf Android „Dragonpoint“

Auf Googles TV-Pläne wurden wir letzten Monat aufmerksam, als die New York Times darüber berichtete. Heute haben wir mehr darüber erfahren. Demnach wird Sony gemeinsam mit Google nächsten Monat eine spezielle Variante von Android vorstellen, die auf den Namen "Dragonpoint" hört.

Dragonpoint! Das könnte alles möglich sein – ein Code-Name für ein Widget-Interface oder ein komplett neuer Fork des Android-Projektes. Wir haben Google um einen Kommentar gebeten, doch dort will man zu den Spekulationen keine Stellung beziehen. Also müssen wir mit dem Vorlieb nehmen, was Bloomberg berichtet:

„Sony will Samsung und LG verlorene Marktanteile wieder abnehmen. Dazu  will man gemeinsam mit Google und Intel Fernseher und Blu-ray-Player mit Internet-Zugang entwickeln. Intel, deren Prozessoren in 80 Prozent aller Personal Computer stecken, will neue Geräteklassen erobern, darunter Handys und Unterhaltungselektronik … Intel wird eine modifizierte Version ihres Atom-Chips bereitstellen, auf dem eine neue Version von Googles Betriebssystem Android läuft, die Dragonpoint heißt.“

Sonys Blu-ray-Player/Settop-Boxen/TVs werden also mit Android laufen und außerdem pocht ein Atom-Herz im Inneren. Zu vermuten ist außerdem irgendeine Form von hardwarebeschleunigter Video-Ausgabe. Wenn sie nicht von NVidia stammt, dann handelt es sich vermutlich um einen vergleichbaren Chip von Intel. Logitech wird eine eigens entwickelte Fernbedienung mit starkem Keybord-Charakter zum Projekt beitragen. Das meiste davon wussten wir schon letzten Monat, aber die Dragonpoint-Kiste ist neu.

Um Android auf den Fernseher zu bringen, muss Google einen Weg gehen, den zuvor noch kein Software-Hersteller beschritten hat. Desktop-Betriebssysteme wie Windows müssen enorm intensiv angepasst werden, damit sie auf einem TV-Gerät funktionieren (siehe Windows Media Center). Ein mobiles Betriebssystem entsprechend zu adaptieren, das ist eine ganz andere Sache. Einerseits kommt das Bedienkonzept der Steuerung über eine Fernbedienung eher entgegen. Andererseits will der vergleichsweise gigantische, zusätzliche Raum des TV-Displays erst einmal sinnvoll gefüllt werden.

Ich gehe davon aus, dass Dragonpoint optisch keine Ähnlichkeit mit Android aufweisen wird. Und das ist gut so. Google muss nicht weniger als ein Betriebssystem für mit dem Internet verbundene Fernseher entwickeln, das sich herstellerübergreifend einsetzen lässt. Diese Plattform stünde Entwicklern offen, die sich beim Schreiben ihrer Programme nicht mit geheimniskrämerischen Herstellern und Insellösungen auseinandersetzen müssen. Nebenbei könnte Google-TV zum Befreiungsschlag für Sony werden.

Die gemeinsame, offizielle Ankündigung durch Sony und Google  wird für den 19. oder 20 Mai erwartet. [John Herrman / Tim Kaufmann]

[Via Bloomberg]

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