Microsoft verpasst dem Courier-Projekt den Todesstoß

Laut unseren Quellen hat Microsoft das Courier-Projekt aufgegeben. Das ist der innovative Klapp-Rechner mit den zwei Touchscreens. Ein Gerät das zuerst von Gizmodo entdeckt wurde.

Die Microsoft-Führung hat das zuständige Team darüber informiert, dass das Projekt nicht länger fortgeführt wird. Das erfuhren wir gestern. Bis dato wurde der Courier niemals als offizielles Microsoft-Produkt bestätigt.

Aus den durchgesickerten Informationen wissen wir, dass ein Courier-Prototyp kurz vor der Fertigstellung stand. Vor allem die Kombination von Touchscreen- und Stift-Steuerung war überwältigend. Vielleicht war es das Release des iPads, das Microsoft dazu brachte seine Courier-Pläne über den Haufen zu werfen. Schließlich ist das iPad der einzige Tablet-PC von einem der wenigen großen Hersteller, den man bereits kaufen kann. Ballmer hat es sich wohl anders überlegt und will nicht in den bald übersättigten Markt einsteigen.

Wir haben bei Microsoft nachgefragt und der Windows-Entwickler hat uns noch mal bestätigt, dass der Courier nicht produziert wird. Microsofts Marketing Vizepräsident Frank Shaw sagte uns:

Wir sind immer offen für neue Ideen. Wir prüfen sie, probieren und brüten sie aus. Es ist Teil unserer Firmenpolitik neue Formfaktoren zu entwickeln und an natürlichen Benutzerschnittstellen zu arbeiten. Dadurch fördern wir Produktivität und Kreativität. Das Courier-Projekt ist ein Beispiel für diese Art von Erfolg. Wir wägen derzeit ab ob wir es in künftigen Produkten einfliesen lassen wollen. Wir haben aber nicht vor ein solches Gerät in nächster Zeit zu produzieren.

Es ist wirklich eine Schande. Der Courier war eines der innovativsten Produkte, das in den letzten Dekaden in Redmond entwickelt wurde. Was uns am Courier gefallen hat war das Interface und die vielen kreativen Ideen dahinter – nicht unbedingt das angepasste Betriebssystem.

Zugegeben: Es macht für Microsoft durchaus Sinn sich auf die Kernprodukte wie Windows 7 und Windows Phone 7 zu konzentrieren. Hoffentlich werden einige schlaue Ideen des Courier-Tablets auf die Microsoft-Tablets hinüberschwappen. Egal welches Betriebssystem letztendlich zum Einsatz kommt.

Sobald wir mehr wissen, werdet ihr es erfahren. Im Moment gibt es nicht mehr zu sagen als: Ruhe in Frieden Courier. [Joel Johnson/Maxim Roubintchik]

Tags :
  1. ja, microsoft is ja auch microsoft und nicht apple (naja, ok, M$ hat auch ne andre zielgruppe als apple…) schade isses trotzdem

  2. Sehr, sehr schade. :'( Für mich wäre das „digitale Notizbuch“ die perfekte Lösung gewesen. Kann man nicht zumindest nur an den Prototypen herankommen! :D

  3. Schade, bin zwar begeisterter iPhone Nutzer aber den courier hätte ich bevorzugt zum ipad. Wirklich Schade wär ein klarer Kauf gewesen..

  4. Schade, damit ist es amtlich – auf MS braucht man in Punkto Innovation nicht mehr zu hoffen. Man, was war ich gespannt auf dieses Produkt. Da bleibt einem nach fast 20 Jahren MS nichts mehr übrig als endlich auf Apples durchgängig schlüssige Produktpalette umzusteigen. Was ein Elend – danke MS!

  5. traurig….endlich mal was geiles von microsoft…als ob 7 phones an ein integriertes hard&software-system rangekommen wäre!

  6. Dazu müsste M$ erst einmal kreative Köpfe rwkrutieren,die dann auxh ein Projekt durchziehen dürfen ohne das Gates oder Balmer zuviel eEinfluss nehmen, und alles verschlimmbessern ( ich denke nu an Zune oder dies komische Smartphone was demnächst kommt)

  7. wie kann mann als unternehmen nur so dumm sein!! ich stimme geekonaut voll zu, iphone ist toll aber das ipad ^^.
    kann nicht irgendwer einfach die software vom courier kopieren und in den appstore bringen..dann würde ich mir auch ein ipad kaufen.
    wollt mir echt so ein courier kaufen!!

  8. Das sieht schon sehr nach PR aus, was da M$ hingelegt hat:
    1. Apple laesst Geruechte durchsicker, dass sie einen Tablet bauen. Schwubbs graebt M$ die alten Plaene wieder aus und erweitert sie um ein Element, das sonst keiner hat.
    2. Apple sichert sich den Namen iSlate und schwubbs redet Balmer bei einer Praesentation nur noch von Slate PCs.

    Die Frage ist jetzt: Was bekommt M$ dafuer, dass sie fuer Apple Werbung machen? Vielleicht hat Apple M$ ja schon laengst gekauft. Das wuerde einiges erklaeren. M$ ist ein Marketing-Trick… Hihi

  9. Wirklich schade, ich hätte es gekauft wenn es nicht zu teuer gewesen wäre. Vll kommts ja noch – heimlich. Bleibt zu hoffen 7 Phone schlägt ein :)

  10. Schade, eigentlich wäre das ja das perfekte Gerät für Schüler/Studenten gewesen. So wäre es kein Problem gewesen, langsam auf papierlose Schulen umzustellen

  11. Verdammt, das Teil hätte ich zu 100% gekauft und mich schon sehr drauf gefreut! Ich verstehe wirklich nicht, warum M$ den einstampft, den viele Kollegen dachten genauso und jedem, dem ich´s gezeigt habe, war auch begeistert… Aber wie schon viele geschrieben haben, scheint es M$ mit Innovationen nicht so zu haben und setzt eher auf Langweilig. Schade, ich hoffe, dass es demnächst noch einen anderen innovativen Hersteller gelingt etwas alltagstaugliches zu entwickeln, den Apple kommt mir nicht ins Haus…

  12. Herr, wirf Hirn vom Himmel!

    Da hat Microsoft einmal eine wirklich hervorragende Idee,
    die auch auf einhellig positives Echo stößt und
    dann versenken man die Sache einfach!
    Bei so viel Dummheit, bleibt einem doch glatt die Spucke weg.

    Die vom Schreiber angesprochene Sättigung des Marktes als Grund für diesen Rückzug, kann ich nicht nachvollziehen.
    Den Zune hat man schließlich auch auf den Markt gebracht und auch weiter gepflegt, trotz iPod.

    Was bleibt ist die Erkenntnis, das Microsoft wohl zurecht am Zukunftsmarkt schlechthin, und zwar dem für mobiles Internet, vollkommen von Apple und Google überrollt werden wird.
    Über kurz oder lang kann das Microsoft auch insgesamt das Genick brechen.
    Und zwar dann, wenn man über den Umweg der mobilen Endgeräte und Apps, immer mehr Nutzer von Windows entwöhnt.

  13. Sehr schade, das Courier sah so aus wie iPad done right. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein anderer Hersteller dieses Konzept aufgreift.

  14. hoffe auch das das konzept jemand übernimmt en multitouch mit stifterkennung am besten noch sensitiv wäre echt praktisch z.b. zum zeichen ähnlich dem cintiq von wacom. die zwei displays sind mir persönlich nich so wichtig könnten aber auch ganz geil einsetzbar sein etwa als tastatur oder eben wie im video des courier. wirklich bedauerlich das M$ das nich durch zieht wäre ebenfalls meine erste wahl gewesen erlich gesaht is das ipad nich mal ne alternative.

  15. Schade, das wäre das Gerät gewesen was ich schon immer haben wolte. So ein mist von MS das aufzugeben, Wär mir so ein Gerät bau hat mich als Kunde gewonnen, aber anscheinend will keiner.

  16. Das Courier war (und ist) ein tolles Konzept und ich kann nur erahnen was M$ dazu getrieben hat es einzustampfen – oder besser gesagt auf Eis zu legen.

    Schöne Konzeptvideos in denen die Bedienung lediglich simuliert wird und nett gestaltete Designstudien sind eben lange noch kein fertiges Produkt, auch wenn man beim Betrachten der professionell gemachten Videos fast zu diesem Schluss kommen konnte.

    Das Courier war eben lediglich ein glänzendes, funkelndes Show-Car, kein Produkt das morgen angeboten werden sollte. Wie in der Automobil-Industrie lotet man in Designteams mit gewagten, futuristischen Konzepten erst mal das theoretisch mögliche aus, um dann in der Serie doch nur das ein oder andere Feature zu realisieren. In der Marktpsychologie nennt man das das MAYA-Prinzip: Most Advanced Yet Acceptable (sinngemäß: Das Neuartigste, das zu diesem Zeitpunkt vom Markt akzeptiert wird).

    Entscheidende Faktoren, warum ein Produkt nur eine Studie bleibt und nicht realisiert wird sind technischer, rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Natur.

    Zum Beispiel geht es darum, ob im schnittigen Gehäuse der Designstudie auch genug Platz für leistungsfähige langanhaltende Akkus ist. Gibt der dedizierte Mobilprozessor genug Leistung um die gezeigte schnelle und flüssige Bedienung jederzeit abzurufen zu können? Hätte die Software in der Realität wirklich perfekt die Trennung von Stift und Fingereingaben beherrscht? Funktioniert die Handschrifterkennung perfekt bei einem so kleinen Gerät? Und alles immer unter der Prämisse wenig Energie zu verbrauchen…

    Wie sieht es aus mit Patentrechten, z.B. auf Multitouchbedienung. Hier liegen ungeheuer viele Patente bei Apple. (Tatsächlich besitzt Apple sogar ein Patent auf Stiftbedienung von kapazitiven Bildschirmen und der Unterscheidbarkeit von Handballensignalen zu Fingersignalen – und genau darauf setzt das Courier unabdingbar) Allein dieser eine Punkt kann das ganze Projekt kippen. Könnte das Courier wirklich so realisiert werden, oder würden Apples Anwälte (oder die anderer Firmen) am nächsten Tag vor der Tür stehen?

    Ein digitaler Notizblock wäre natürlich eine geniale Sache, aber es kann nicht alles sein, was das Gerät leistet. Eins ist klar, das Courier mit seiner luxuriösen Ausstattung wäre kein Gerät zum Schnäppchenpreis geworden. Und wer viel Geld ausgibt erwartet mehr als nur ein monofunktionales Gerät. Wie sieht es mit der PC-Synchronisierung oder Zubehör aus? Wie das Angebot an Spielen, Magazinen, Programmen und eBooks. Wie sehen die Musik- und Videostores aus? Auch müssen Verträge mit Contentanbietern, Mobilfunkprovidiern, Serverfarmen und Rechteinhabern geschlossen werden. Wie sieht die zukünftige Produktpipeline aus? Kann man den User über Jahre hinweg mit einem logischen Upgrade-Pfad begeistert bei der Stange halten? Welche Programmierumgebung muss den Programmierern geboten werden um die Vorzüge dieser neuen Bildschirmwelt ausloten zu können? Gibt es genug talentierte Leute im Unternehmen mit freien Kapazitäten für ein solches Großprojekt, oder will man sich auf andere Produkte oder Märkte konzentrieren?

    Begibt man sich ernsthaft auf den Markt für Slatecomputer, begibt man sich automatisch auf eine Vielzahl von Märkten und muss darin bestehen – oder scheitert eben, wie viele halbherzige Mitbewerber es zur Zeit gerade vormachen (JooJoo und Co). Wir erleben zur Zeit doch gerade Tag für Tag, dass es offensichtlich nicht ausreicht einen Flachbildschirm mit einem Prozessor und einem Akku zusammenzukloppen um einen erfolgreichen Tablettcomputer bauen zu können.

    Auch das Kombidisplay war und ist eine geniale Idee. Zugeklappt schützt es das Gerät, macht den Footprint kleiner, aufgeklappt bietet es neben mehr Bildschirmfläche eine logische Buchmetapher mit vielen Vorzügen des Laptop-Klapp-Systems sowie extrem flexibler Aufstellung: beide Seiten flach, eine hochgeklappt, Hoch- und Querbedienung, etc.

    Doch das schwerwiegendste Problem (neben den rechtlichen Aspekten, die nur M$ selbst überblicken kann) ist der Preis. Die gezeigte Leistung, die luxuriöse Ausstattung, die kompakte Bauweise mit 2 hochkarätigen Displays – all das auf Basis eines neuentwickelten Dual-Touch-Betriebssystems hätte den Gerätepreis sicher oberhalb der 1000-$-Marke platziert und damit einem Massenverkauf erst einmal im Wege gestanden. Doch genau der wäre notwendig, will man eine kritische Masse an Geräten verkaufen um das System für alle Beteiligten (Hersteller, Kunden und 3rd-Party) attraktiv zu machen. Unglücklicherweise – zumindest aus Sicht des Courierkonzepts – hat Apple hier mit aggressiven Preisen bereits eine gewisse Marktsensitivität und Marktdurchdringung erreicht, was es zukünftigen Mitbewerbern in diesem Segment um so schwerer macht.

    Fazit: Es ist ein langer Weg von einer (wenn auch faszinierenden) Studie bis zum finalen marktfähigen Produkt – gerade bei einem so ambitionierten Konzept wie dem des Courier.

    Wie auch immer – faszinierender als die Hardware fand ich immer die Software des Projektes. Vielleicht begegnet uns das Courier ja in Softwareform auf anderen Geräten wieder. Und vielleicht sogar auf solchen mit einem Apfel drauf.

  17. also das konzept war weder neu noch einzig

    urprünglich sah der XO2 auch so aus -ö wurde wegen zu hohem Preis aufgegeben.
    MSi hat so ein Gerät gerade auf der CES vorgestellt.
    Mich würde so ein Teil auch interessieren, wenn es denn ohne Big I und Big M auskäme.

    kanidat wäre für mich klar eine tegra 2 plattform mit pixel qi-display das wäre das ultimative School-Book, jedenfalls wenn Ihr mich fragt ,-)

  18. So ein Mist! Ich wollte das auch unbedingt haben. Aber Pingo hat schon Recht, allein die Patente die Apple auf die Touchgesten hält, verhindern eigentlich jedem anderen Produzenten eine wirklich gut funktionierende Gestensteuerung zu entwickeln.
    Apple ist eigentlich die Technobremse – nicht nur in diesem Fall, das zeigt sich auch generell bei von Ihnen verwendeten Hardware, die immer hinterherhinkt.
    Das schlimmste daran ist, daß sie sich aufspielen, als ob sie die Einzigen wären, die solche Ideen haben, dabei haben sie alle Anderen längst geknebelt und vom Zug geworfen, wenn ich mal so metaphorisch sein darf.
    Das iPad wäre auf jeden Fall keine wirkliche Alternative zu dem Courier gewesen, zumindest nicht so wie das Courier präsentiert wurde. Ich denke ich bin nicht der einzige, der sich endlich einen richtig guten, leicht bedienbaren, exakten und leicht tragbaren digitalen Notiz-/Zeichenblock wünscht.
    Tja schade Microsoft, ihr wurdet mir grade wieder einigermaßen sympathisch, nachdem ich mir Windows 7 zugelegt habe und noch nie eine bessere Handschrifterkennung (OHNE TRAINING) erfahren durfte.
    Ist doch irgendwie witzig, wie sorgfältig die Firmen an den tatsächlichen Wünschen der Kunden vorbeigehen – ja nicht zu gute Geräte machen, sonst verkaufen wir in Zukunft keine Neuen mehr.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising