Twitter für Android im Test – So sieht die Zukunft für Twitter-Apps aus

Die offizielle App von Twitter für Android ist nicht nur zweifelsfrei die beste Twitter-App auf der Plattform – sie ist gleichzeitig ein Blick in die Zukunft Twitters auf jedem Smartphone.

Bereits ab der Sekunde, in der man die App öffnet, ist es die geschliffenste Twitter-Anwendung auf Android – mit Lichtjahren Vorsprung. Hochqualitative Grafik, optimales Zusammenspiel aus Design und Funktion, ein animierter Hintergrund mit zwitscherndem Vögelchen, wenn Trending Topics „hereinflattern“. Butterweiche, makellose Animationen bei fast jeder durchgeführten Aktion. Es fühlt sich einfach glatt und raffiniert an, wie keine andere Twitter-App auf Android sonst. Etwas deprimierend, wenn man bedenkt, dass das Betriebssystem bereits seit 18 Monaten existiert. Manche mögen sagen, es sei etwas Cartoon-mäßig, aber es passt einfach perfekt zur generellen Twitter-Ästhetik und fühlt sich soviel leichter an, als alles, was sonst so für Android exisitiert (selbst das gute Zeug).

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Die Botschaft ist klar: Twitter möchte den Standard für weitere Apps auf allen Smartphones definieren. Sie haben diese App mit dem Android-Team entwickelt, wie damals mit den Leuten von Blackberry – und sie haben Tweetie fürs iPhone gekauft. Interessant ist, wie die App von Betriebssystem zu Betriebssystem variiert. Die „Natürlichkeit“ der BlackBerry-App, ist offensichtlich BlackBerry-Interface-bedingt – einmal verglichen mit der offiziellen Facebook-App für BlackBerry wird die gemeinsame DNA offenbar. Mit Twitter für Android sieht das etwas anders aus: Die App soll sich so anfühlen, soll so aussehen wie sich Twitter die perfekte Anwendung vorstellt. Es hat weder den gleichen Look, noch das „Feeling“ einer anderen App auf
Android (auch wenn das wahrscheinlich die definierende Charakteristik jeder Android-Anwendung ist), sondern eben die eigene, spezielle Erscheinung einer Twitter-App.

Dennoch ist es absolut perfekt in Android integriert: Twitter synchronisiert sich mit den Kontakten und so kann bei jedem Aufruf eines Kontakt-Profils der neueste Tweet gelesen bzw. direkt die Twitter-Seite der Person aufgerufen werden, die mit den standardmäßigen Android-2.0-Headshot-Thumbnails ausgestattet ist. Klickt man also drauf, werden alle Arten der Kontaktaufnahme angeboten und der Kreis somit geschlossen.

So perfekt das Ganze scheint – ein, zwei kleine Mängel gibt es noch immer, die allerdings weniger auf die App selbst, als auf Twitters Kernfunktionen zurückzuführen sind: Multiple Accounts werden nicht unterstützt, die Chatansicht wird schmerzlich vermisst (man kann nur einen Tweet zur Zeit, nicht aber die ganze Konversation sehen) und ab und zu geraten die UI-Conventions von Twitter und Android aneinander und sorgen für Verwirrung. Zum Beispiel wird der Menü-Button äußerst wenig für das Aufrufen von Features verwendet (wie es sonst die meisten Android-Apps tun), damit sich die meisten Features bereits auf dem Schirm befinden. Verbirgt sich dann doch mal was hinter dem Menü-Button, ist es umso verwirrender. Verschiedene Schriftgrößen wären ebenfalls hilfreich (wenn Android bessere Fonts hätte, würde das auch schon helfen). Ein besseres Setup für die @Erwähnungen wäre auch nicht übel. Das andauernde Neuladen geht zu sehr auf den Akku.

Abgesehen von den paar Dingen, die definitiv noch fehlen, hat es bereits jetzt jede andere Twitter-App ersetzt, die ich vorher auf Android genutzt habe. Das generelle Erlebnis und die meisten Features sind einfach so gut. Wichtiger noch: Die Anwendung zeigt die Zukunft für Twitters mobile Apps auf: hochglanzpoliert, komplett „natürlich“ und allen anderen Twitter-Apps auf der Plattform überlegen. Auch wenn sich das vielleicht zu Ungunsten einiger guter Features auswirkt, die Twitter selbst nicht für notwendig hält. Wobei Tweetie fürs iPhone hier eine Ausnahme bilden dürfte, bestand die Stärke der App doch vor allem immer darin, tonnenweise Features in eine leicht nutzbare Anwendung zu stopfen. Man wird sehen, was davon übrigbleibt, wenn es als „Twitter auf dem iPhone“ wiedergeboren wird. Basierend auf den BlackBerry- und Android-Apps, besteht aber eigentlich kein Grund zur Sorge. Außer man hasst die Farbe Blau. [Matt Buchanan / Florian Zettel] [Twitter]

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  1. Die App habe ich auch getestet. An sich ist die Funktionalität nicht schlecht, mich störte aber die zu enge Einbindung in Android. Die Synchro zusammen mit den Mail-Accounts fand ich nicht so gut, Mir fehlte auch die Funktion, dass sich die App die Stelle merkt, wo ich in der Timeline das letzte mal war. Bin wieder zu seesmic zurückgekehrt.

  2. […] die beste Twitter-App auf der Plattform – sie ist gleichzeitig ein Blick in die Zukunft (http://www.gizmodo.de/2010/05/06/twitter-fur-android-im-test-%E2%80%93-so-sieht-die-zukunft-fur-twit…) Posted in Twitter Artikel VZ Tags: Apps, review, smartphones, Software « Happy […]

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