Selbstmordwelle bei Foxconn

Der Telegraph berichtet über das tragische Schicksal eines 21jährigen Foxconn-Mitarbeiters, der tödlich aus dem siebten Stock eines Mitarbeiter-Wohnheimes im chinesischen Shenzhen gestürzt ist. Als ob das nicht tragisch genug wäre schreibt der Telegraph weiterhin, in den vergangenen drei Wochen habe es 30 Selbstmordversuche unter Foxconn-Mitarbeitern gegeben.

Die genauen Umstände des Sturzes sind noch unbekannt. Angeblich wurde am Unfallort ein Messer gefunden und das Opfer habe mehrere Stichverletzungen aufgewiesen. Andererseits weist der Sturz aus dem Wohnheim große Ähnlichkeit mit dem Hergang früherer Suizide auf.

Unsere amerikanischen Kollegen hatten erst kürzlich die Selbstmordrate unter Foxconn-Mitarbeitern mit dem offiziellen, chinesischen Durchschnitt verglichen und konnten keine auffällige Häufung entdecken. Die Enthüllung, dass binnen drei Wochen 30 Menschen einen Selbstmord versuchten, deutet unterdessen auf ein enormes Problem beim Zulieferer verschiedener, international bekanter Hardware-Hersteller hin.

Der Kolumnist Malcolm Moore, der Foxconn für den Telegraph beobachtet, spricht von einem Suizid-Cluster, d.h. einer Gruppe von Menschen, in der die Neigung zum Selbstmord sprunghaft ansteigt. Oft sei dies bei jungen Menschen der Fall. Tatsächlich sind neun Menschen, die durch einen Sprung aus einem Mitarbeiter-Wohnheim aus dem Leben schieden, 25 Jahre und jünger gewesen und arbeiteten weniger als sechs Monate für Foxconn. Ohne Angaben zum durchschnittlichen Alter der Foxconn-Mitarbeiter bzw. der durchschnittlichen Beschäftigungsdauer sind diese Zahlen aber mit Vorsicht zu bewerten.

Laut Telegraph sieht Foxconn derzeit keine Lösung, wie man die Selbstmord-Epidemie stoppen könnte. Ein eigens angeheuerter, buddhistischer Mönch, der die Firma von bösen Geistern befreien soll, wirkt bestenfalls wie ein hilfloser Versuch. Nach allem, was man hört, könnte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen eher eine Lösung sein. [Tim Kaufmann]

[Via The Telegraph]

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  1. haha, als ob foxconn versucht etwas dagegen zu unternehmen, denen sind ihre mitarbeiter doch komplett egal, wenn da mal 30 weniger sind werden halt 30 neue hergeholt
    und wer denkt das sei ein neues phänomen, der irrt sich da gewaltig, foxconn und foxlink sind dafür bekannt schlechte arbeitsverhältnisse zu bieten und eine hohe selbstmordrate zu haben

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