FIFA zieht elektronische Tor-Erkennung für die nächste WM in Betracht

Es gibt Dinge, die bewegen sich langsam. Kontinente zum Beispiel. Oder die katholische Kirche. Und natürlich der Weltfussballverband, die FIFA. Aber selbst dort scheint angesichts der wettbewerbsverzerrenden Fehlentscheidungen in den Achtelfinalspielen zwischen Deutschland und England bzw. Argentinien und Mexiko ein Umdenken einzusetzen.

Zumindest hat FIFA-Präsident Sepp Blatter zugegeben, dass es zu Fehlern gekommen ist und versprochen, dass die FIFA die Diskussion über technische Hilfsmittel erneut auf die Tagesordnung setzen wird. Insbesondere die Technik, die eine präzise Tor-Erkennung, könnte bei der nächsten WM zum Einsatz kommen.

Mensch Sepp, als wäre das das einzige Problem. Wie wäre es mit Torrichtern? Und zwar nicht mit den Blindschleichen, die man im Rahmen der letzten Champions League getestet hat, sondern mit vollwertigen Richtern, die den Hauptschiri auch mal korrigieren, wenn er zu Unrecht einen Elfer gibt bzw. verweigert. Wo bleibt der Videobeweis, der in anderen Sportarten längst Gang und Gäbe ist und diese auch nicht ruiniert hat? Über Regeländerungen, die nervtötendes Zeitspiel oder „Mit rausgestrecktem Hintern den Ball abschirmen, damit er ins Aus rollt“ beseitigen, gar nicht zu reden. Langsam glaube ich, dass die katholische Kirche schon längst Kondome verteilt, wenn die FIFA beginnt, den beliebtesten Sport der Welt endlich konsequent weiter zu entwickeln. [Tim Kaufmann]

[Via ESPN]

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  1. 1. Torrichter waren bei der Championsleaque nicht dabei. Euro League heißt der Wettbewerb wo es getestet wurde.
    2. Zeitspiel wird geahndet. Langsam spielen bzw den Ball abschirmen gehört zu Fußball dazu. Ein Einwurf ist schließlich taktisch besser als ein Ballverlust.
    3. Videobeweis für Tore braucht man mit elektronischer Tor-Erkennung nicht. Für Tätlichkeiten wird der Videobeweis nach dem Spiel ja schon genutzt.
    (Das hierbei mit zweierlei Maß gemessen wird, ist etwas anderes siehe: David Villa, Thorsten Frings)

  2. @jc: Zeitspiel wird völlig willkürlich geahndet. Ich finde man sollte Nachspielzeiten generell streichen und ab der 75. Minute fünfzehn echte Spielminuten spielen lassen. Den Ball abschirmen damit er ins Aus geht unterbricht den Spielfluss unnötig. Man müsste die Regel nur so ändern, dass der Einwurf gegen die Mannschaft gegeben wird, deren Spieler den Ball zuletzt kontrolliert (nicht „berührt“) hat. Dass man den Videobeweis ergänzend zur elektronischen Tor-Erkennung bräuchte habe ich nicht gesagt, ich habe ihn per se gefordert. Für die geschädigte Mannschaft ist es nämlich beispielsweise ziemlich fruchtlos, wenn Vergehen nach Spielende geahndet werden.

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