Frauenheld Larry kriegt wieder aufs Dach

Das populäre Computerspiel "Leisure Suit Larry" kann man jetzt im Browser spielen. Das gilt auch für viele andere Klassiker der Spieleschmiede Sierra.

Unsere Kollegen vom schweizer Tagesanzeiger sind auf eine wahre Fundgrube für Spiele-Nostalgiker gestoßen. Die Website Sarien.net lässt Adventure-Klassiker aus den 80er-Jahren wieder aufleben. Nutzer können direkt im Browser die grössten Hits der Spieleschmiede Sierra spielen. Zum Beispiel das äusserst humorvolle „Leisure Suit Larry“ um den Verlierer Larry Laffer, der bei den Frauen landen will und auch schon mal im Hinterhof verprügelt wird. Und er bekam auch die Folgen des Kondom-Verzichts zu spüren. Liess der Spieler in einer Szene ungeschützten Geschlechtsverkehr zu, starb Larry einige Szenen später im Spiel – „Game over“. Alle schlüpfrigen Szenen, sofern sie aufgrund der damaligen Simpelgrafik überhaupt als solche zu erkennen waren, wurden artig mit Zensurbalken versehen.

Oder „Police Quest“, wo der Spieler den Alltag eines Streifenpolizisten erlebt und sich zum Drogenfahnder hocharbeitet. Ebenfalls enthalten ist „Space Quest“, das aufgrund seines Humors schnell Kult-Charakter gewann. Praktisch: Die Spielstände lassen sich in den Browserversionen sogar speichern: Die Website generiert einen Link, den man als Lesezeichen speichern kann und einen beim nächsten Mal an der gleichen Stelle weiterspielen lässt. Die Games funktionieren meist gut, laufen aber ungewöhnlich schnell ab. Zudem fehlen die Sound-Piepser und hin und wieder steht die Figur mitten in einer Wand. Da muss nachgebessert werden.

Grenzenlose Freiheit

Alle diese Sierra-Spiele galten einmal als das Mass der Dinge. Waren Adventures aus den Anfängen der Computerspiele vor allem textbasiert (bestenfalls wurden die Ereignisse mit Grafiken illustriert), schien man mit „Larry“ und Co. die grenzenlose Freiheit zu haben. Man sah seine Spielfigur, die man mit den Cursortasten frei durch die Gegend bewegen konnte. Das Prinzip der Textkommandos wurde beibehalten. Um Aktionen auszulösen, tippte man beispielsweise „Talk to Man“, „Open Door“ und andere Befehle ein.

Die Adventures spiegeln auch die Geschichte von Ken und Roberat Williams wider, die das Unternehmen Sierra gründeten und quasi in Heimarbeit ihr Imperium aufbauten. Zu Beginn nannten sie als Hotline noch ihre private Telefonnummer, mussten dies aufgrund der vielen Anrufe schnell ändern. In den 90er-Jahren ging es mit dem Unternehmen bergab. Die Konkurrenz liess auch nicht lange auf sich warten: Lucasfilm Games bliess mit „Maniac Mansion“ und „Zak McKracken“ zum Angriff – und einer verbesserten Steuerung. Der Spieler musste nicht mehr mühsam alle Kommandos eintippen, sondern hatte eine Auswahl von Verben zur Verfügung, die sie zu Befehlen kombinieren konnten. [Anatol Heib (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)]

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  1. Das waren noch Zeiten… Da hat man noch was lernen können beim Spielen. Weil war ja Alles auf Englisch. Und nix mit Klick hier und Klick da und schau doch mal wo der Mauszeige die Form ändert. Alles per Texteingabe. Ich weiß noch… ich war in der 4. Klasse. Konnte so gut wie kein Englisch. Aber die Basics hat man mit Space Quest schnell gelernt. Den tatsächlichen Witz hinter den Spielen hat man natürlich erst etwas später erkannt, als man die Texte komplett verstanden hat.

    Unvergessen auch die Möglichkeit bei den späteren Spielen die Musik anstatt über die am Atari ST nicht so berauschenden Soundfunktionen per Midi über einen Synthesizer auszugeben… das war seiner Zeit wirklich ein überragender Sound.

    „you look into pocket of man and find….“
    „nothing“

    so long florian

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