Datenschutz: So spioniert Apple die Kunden aus

Die meisten Käufer sind sich der Problematik bewusst, verdrängen sie allerdings: Mit dem Kauf eines iPhones oder eines anderen Produkts, akzeptieren sie die Datenschutzrichtlinien. Datenschützer warnen. Die besonders kritischen Pasagen findet ihr hier.

Unsere Kollegen vom schweizer Tagesanzeiger haben die kritischen Stellen in Apples Datenschutzrichtlinien herausgesucht und sind dabei auf einige sehr bedenkliche Dinge gestoßen. Dabei sind sie völlig legal: Wer ein Apple-Produkt kauft, gibt mit dem Kaufvertrag sein Einverständnis zur Datennutzung. Die neuen Richtlinien gelten seit dem 21. Juni.

Wie die Daten verwendet werden:

„Apple und seine verbundenen Gesellschaften können diese personenbezogenen Daten untereinander austauschen und sie nach Massgabe dieser Datenschutzrichtlinie verwenden. Diese Gesellschaften können solche Daten auch mit anderen Informationen verbinden, um unsere Produkte, Dienstleistungen, Inhalte und Werbung anzubieten oder zu verbessern.“

Wie die Daten erfasst werden:

„Wenn Sie eine Apple-ID erstellen, Ihre Produkte registrieren, sich für einen Geschäftskredit bewerben, ein Produkt kaufen, ein Softwareupdate downloaden, sich für einen Kurs in einem Apple Einzelhandelsgeschäft anmelden oder an einer online Umfrage teilnehmen, können wir eine Vielfalt von Daten erfassen (…)“

Welche Daten erfasst werden:

„(…) einschliesslich Ihre Namen, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Informationen zu Ihrer bevorzugten Kontaktaufnahme und Kreditkarteninformationen.“ Ausserdem: „Wir erfassen Informationen wie namentlich Beruf, Sprache, Postleitzahl, individuelle Geräteidentifizierungsmerkmale sowie den Ort und die Zeitzone, wo Apple-Produkte verwendet werden (…).“ Sowie: „Apple und unsere Partner und Lizenznehmer (können) präzise Standortdaten erfassen, verwenden und weitergeben, einschliesslich des geographischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit.“

An wen die Daten weitergegeben werden:

„Mitunter wird Apple bestimmte personenbezogene Daten an strategische Partner weitergeben, die mit Apple zusammenarbeiten, um Produkte und Dienste zu erbringen, die Apple helfen, Marketingleistungen an Kunden zu erbringen.“ Bezüglich der Standortdaten: „Diese Standortdaten werden von Apple und unseren Partnern und Lizenznehmern verwendet, um Ihnen standortbezogene Produkte und Dienste anzubieten und diese zu verbessern.“

Auch der Staat kann Daten erhalten:

„Mitunter kann es für Apple nötig sein – aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen, Rechtsvorgängen, Rechtsstreitigkeiten und/oder Anfragen von öffentlichen und Regierungsbehörden innerhalb oder ausserhalb Ihres Wohnsitzlandes – Ihre personenbezogenen Daten offen zu legen. Ausserdem können wir Daten über Sie offen legen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies für die nationale Sicherheit, Gesetzesvollzug oder andere öffentliche Interessen notwendig ist.“

Wie die Daten verwendet werden können:

„Apple gibt personenbezogene Daten weiter an Unternehmen, die Dienste erbringen, wie zum Beispiel die Verarbeitung von Informationen, Kreditgewährung, Ausführung von Kundenbestellungen, Lieferung von Produkten an Sie, Verwaltung und Pflege von Kundendaten, das Zurverfügungstellen eines Kundendiensts, die Bewertung Ihres Interesses an unseren Produkten und Leistungen sowie das Betreiben von Kundenforschung oder die Durchführung von Umfragen zur Kundenzufriedenheit.“

Apple weist auf Anfrage darauf hin, dass der Kunde auf dem iPhone (OS4) und iPad unter Einstellungen / Allgemein die Ortungsdienste deaktivieren könne. Viele Apps wie beispielsweise jene der SBB oder von Navigationssystemen bieten ebenfalls die Möglichkeit, die Standortbestimmung auszuschalten. Eine ganze Reihe von Diensten lassen sich dann jedoch nicht mehr sinnvoll nutzen. [Olivia Kühni – (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)]

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  1. Gut. Ich kann mich jetzt den ewigen Besserwissern anschließen und sagen: „Ich habs doch immer gesagt. Ich habs ja gewusst! Aber neeeeei […]“

    Tja.

    AppleFanBoy’s, obs dieser Artikel reicht um euch die rosarote Brille abzunehmen, die ihr aufhabt?

    Folgt ruhig weiter dem Hype. Selbst schuld.

    *setzt sich in sein Eck und lacht weiter schelmisch in sich hinein*

    1. Frage an Gizmodo – wo ist jetzt die substantielle Aussage, die den reißerischen Aufmacher „So spioniert Apple die Kunden aus“ rechtfertigt? Ich kann in den AGBs nichts finden, was nicht auch anderswo drin steht. Und jeder der heute, wo auch immer, unbar einkauft, akzeptiert ähnliche AGBs. Wir werden heute praktisch überall und jederzeit „ausspioniert“. Hier gilt es Kontrollmechanismen zu etablieren!

      Wie gering jedoch das Bewusstsein der Verbraucher in dieser Hinsicht wirklich ist, zeigt die Diskussion hier. Abgesehen von 2-3 Beiträgen nur gegenseitige Diffamierungen und kleinkindliches „Ätsch, Bätsch“. So bekommen wir Verbraucher nie eine Kontrolle über unsere Daten und Apple, Google & Co. (Liste beliebig verlängerbar) sammeln fleißig weiter und machen dann mit den Daten, was sie wollen.

  2. Das mit der überbordenden Datennutzung seitens Apple war ja auch schon vor dem 21.06. ähnlich (die haben nur noch ein paar Kohlen zugelegt). Jetzt kann keiner mehr schreien, dass er dies nicht gewußt haben will. Aber so what, sollen doch die Apple Fanboys/-girls mit runtergelassenen Hosen durch die reale/virtuelle Welt wandern. Frei nach dem Motto „erst augeraubt und dann noch nachgeschaut“!

  3. Ist doch den Apple-Kunden wurscht, ob sie mit dem Kauf die Hosen runterlassen^^ Aus ihrer Perspektive sehen sie ja nicht, was die anderen sehen :D

  4. Als würde google etwas anderes machen oder eure ach so geliebten Social Networks oder eure paybackkarten die jeden einkauf speichern! Ich bin kein Applefanboy und habe auch kein Apple Produkt!

  5. google, appel, … alle machen das selbe: die speichern daten über uns. das ist nichts neues und wer das nicht will sollte sich vom internet, smartphones, o.ä. fernhalten.
    aber dass appel speichert wann wir uns wo aufhalten und dies auch noch an dritte weitergeben ist schon heftig, finde ich.

    PS: schon mal gefragt warum das appelsymbol ein angebissener apfel ist? also mal ehrlich man beißt doch keinen apfel an und läßt ihn dann liegen. also entweder muss dieser apfel ziemlich scheiße geschmeckt haben oder er war vergiftet, also lasst lieber die finger davon.
    ;-)

  6. @jim
    @foat

    also ich konnte mich bei google registrieren (googlemail) ohne personenbezogene daten eingeben zu müssen.
    und somit kann ich mein samsung galaxy s uneingeschränkt nutzen.
    das doch schon mal n unterschied oder was meint ihr.?????? apple is da wesentlich krasser.
    bei google weiss keiner wer ich bin….:)

    @ foat…….ja das symbol von apple…:)
    es ist das symbol für die vertreibung aus dem paradies wenn mans genau nimmt.
    damit dürfte auch diese frage geklärt sein….haha

  7. @unknown
    Aber doch nicht gleich deine Adresse und alles ;)
    Irgdenwann landet post in deinem Briefkasten von irgendem verrein wo du dich selber garnicht gemeldet hast …
    Das hat Apple für dich getan :)

  8. Bin gerade mit einem Juristen die AGB’s von Apple durchgegangen – weil man an diesen heißen Tagen nix besseres zu tun hat… ;-)

    Auch wenn ich nicht zur eingefleischten Apple Fangemeinde gehöre muss ich jedoch einräumen, dass in den AGB’s nichts ungewöhnliches steht. Wenn ich ein Gerät anbiete, das über eine Softwareschnittstelle (SDK) Dritten die Möglichkeit bietet, Standortdaten zu bestimmen und zu (un-)bestimmten Zwecken zu nutzen, muss dies so (nicht wie oben, denn der Text wurde durch Gizmodo geändert oder unvollständig zitiert) in den AGB’s angeben. Auch die Geschichte mit der Weitergabe an Partner (wie Kreditinstitute oder Wartungsfirmen o.ä.) ist vollkommen korrekt.

    ich hab z.B. einen Kabel Deutschland Anschluss. Als da mal was defekt war kam eine Elektrofirma XY in’s Haus. Die hatten sämtliche personenbezogenen Daten, die ich bei KDG angab, incl. Beruf und Handynr. usw. Tja, die Elektrofirma ist ja nicht irgendein „Dritter“ sondern handelt im Namen von KDG. Und so ist es auch hier. Schlimm wäre es, wenn Apple schreibt, sie gäben (oder gar verkaufen) Daten an Dritte.

    Vergleicht mal AGB’s von den anderen. Die sind alle im Großen und Ganzen gleich. Abgesehen von Ortungsdaten – solche Geräte hat ja nicht jeder (hier wäre mal die AGB von Kameraherstellern, die Geräte mit GPS herstellen, interessant – eigentlich müssen die mich auch darauf hinweisen). Ausserdem hat der Schweizer an sich einen ganz anderen Bezug zu AGB’s. Ich hab in der Schweiz (ähnlich wie in den USA) schon Toiletten gesehen, auf denen ein Verbot zum Trinken des Inhalts angebracht war – nur so am Rande…

  9. Wieder mal ne lustige Erörterung der AGBs…

    „Hab ich´s doch gesagt“
    „Apple ist halt scheisse“
    „Scheiss Apple Fanboys“

    Blablabla, jeder, der nen Mobilfunk-Vertrag hat, wird solche AGBs auch unterzeichnet haben. Ob HTC, Nokia oder was weiß ich.
    Ebenso wenn ihr nen Abo bei Jamba oder was auch immer macht.
    Ebenso wenn ihr Online-Bestellungen macht, oder Newsletter abonniert…

    Das sind standart AGBs die jedes Unternehmen in einer ähnlichen Art nutzt.

    Aber das merkt der normale User nicht, da er nur die schönen News und Blog Einträge liest, die gegen bestimmte Hersteller gerichtet sein sollen…

    1. @Träumer
      Also ich hab keinen Mobilfinkvertrag bei Nokia, hab nur die Hardware gekauft. Da ich die bei Amazon gekauft habe weis Nokia nix von mir! Trotz der Navi-Software schickt keiner meinen Standort irgendwo hin.

  10. Ich kauf mir trotzdem bald ein iPhone. Und das Beste daran ist: Ihr Hater könnt nix dagegen machen, außer Euren Dünnpfiff in irgendwelchen Kommentarspalten abzulassen. Fröhlich Flamen noch.

    Selbstverständlich ist das totale Scheiße, das Apple und andere Firmen solche Daten soeichern, etc – dagegen muss vorgegangen werden. Und ich für meinen Teil, angagiere mich im Gegensatz zu 99,9% Leute hier in Sachen Datenschutz.

    http://www.privacyfoundation.de
    http://www.wirspeichernnicht.de
    http://www.vorratsdatenspeicherung.de

    1. Und ich kauf mir morgen Tortillas bei Rewe. Für 1,79. Und ich zahle bar! Und du kannst gar nix gegen machen! Ätschibätischi! Lalalalalalaaaa!

    2. „Und ich für meinen Teil, angagiere mich im Gegensatz zu 99,9% Leute hier in Sachen Datenschutz.“

      Ein paar Links reinkopieren ist genau so viel Engagement, wie Tierschützern eine neue Zahnbürste für die ölverschmierten Küstenlebewesen zu reichen…

  11. Als ob Apple die einzigen sind, die Daten sammeln….

    Rewe und Penny z.B. haben persönliche Daten eingesackt, wenn man mit Karte bezahlt hat.
    Mit der Unterschrift auf der Rückseite des Bons hat man dazu noch sein OK gegeben…

    Nennt mir ein großes Unternehmen, dass solche oder ähnliche Klauseln wie Apple sie hat nicht in der AGB aufgenommen hat…

    Wer seine Daten für sich behalten möchte sollte in die Arktis auswandern und am besten kein Flugzeug nehmen (Lufthansa sammelt auch) und das Boot nicht im Penny kaufen (siehe oben)…

  12. Mir ist das einfach zu 100% total egal. Die wissen wo ich war als ich das letzte Spiel runtergeladen habe? Schön, bitte. Viel Spass mit dieser Information. Is mir wirklich latte.

  13. Hui! Da ist was an mir vorbeigegangen. Ich dachte um Datenschutz kümmert sich keiner mehr….
    Kann auch sein das ich das auch nur aus meiner verdrehten Ansicht sehe seid dem ich ein paar äußerst interessante Texte von Sascha Lobo gelesen habe. Sehr empfehlenswert….

    1. Leute Leute, wie blöd seid Ihr eigentlich? Erstens ist Apple nicht die Telefongesellschaft, sondern der Hersteller des Telefons. Eure Kundendaten haben auf ein Mal eben nicht nur die Telefongesellschaft, sondern der Telefonhersteller und demnächst Gott und die Welt. Und es ist Apple – der Telefonhersteller, nicht die Telekom, die demnächst Euer Verhalten auswertet, um iAds zu schalten… und spätestens mit den iAds gehen dann die Informationen über Euch raus in alle Welt. Aber ich vergaß… wenn Apple Daten sammelt und Profile erstellt, dann nur zum Wohl des Kunden.

      Zweitens zum Thema „die Anderen sind auch so böse wie Apple“. Seit wann ist es eine Rechtfertigung für das Fehlverhalten des einen, wenn der andere es auch tut?

      Kein Wunder, dass Applekunden inzwischen unter Intellektuellen als Neandertaler zählen…

  14. Das beste an dem Artikel ist
    Unsere Kollegen vom
    Das heisst Gizmodo-Mitabreiter glauben von sich, dass sie Journalisten sind. Ich schmeiss mich weg. Gegen Eure Berichte ist die Bild ein Kultur-Magazin.

  15. Mit der face Time Kamera beim iPhone4 kann Apple zu 100% dich ausspionieren da gibt’s für die User der 4.Generation 3 Wege wegschneiden oder Kamera zukleben oder jailbreak mit den richtigen packages

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