Bekleidung aus Bakterien hergestellt

Nein, dieses Oberteil wurde nicht aus menschlicher Haut genäht, sondern aus Bakterien!

Die Designerin Suzanne Lee züchtet in ihrer Badewanne sehr dünne Schichten bakterieller Zellulose. Die Zutaten: Hefe, Bakterien und gesüßter grüner Tee. So lange sie nass sind kann man die Schichten verweben und verformen. Naja, so richtig „weben“ kann man das eigentlich nicht nennen, denn in Wahrheit werden einfach zwei Lagen Zellulose aufeinander gepresst, um sie miteinander zu vereinen.

Ist die Zellulose trocken, dann ähnelt sie Papier. Das klingt zwar nicht nach hohem Tragekomfort, aber hey – „Nachhaltigkeit“ und so.

Das Problem, das ich mit Lees Klamotten habe, sind nicht die Bakterien oder dass die Sache optisch bestenfalls als „schlicht“ zu bezeichnen ist. Lee setzt auf den Slogan „Stellt Euch vor, wir könnten Bekleidung wachsen lassen“. Als ob die Menschheit nicht schon ziemlich gut darin wäre, Bekleidung wachsen zu lassen. Wir nennen das dann Baumwolle. Oder – etwas indirekter – Wolle und Seide. Wenn’s sein muss, dann fegt einfach auf, was beim Friseur von mir liegen bleibt. Aber das „Wachsen lassen“ ist nun wirklich nicht das Problem. [Mark Wilson / Tim Kaufmann]

[Via Bio-couture, ecoutree, inhabitat]

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