Großbritanniens Zug-Experte enthüllt sein jüngstes Werk

Während wir uns mit defekten Klima-Anlagen im ICE plagen denken die Briten schon an die nächste Zug-Generation. Paul Priestman, Designer des auf der Insel weit verbreiteten Virgin-Pendolino-Waggons, sieht seinen Mercury in der Tradition des Rolls Royce und der Concorde. Wir hätten da noch einen anderen Ahn in Rot ausgemacht - schließlich ist der Mercury ein Doppeldecker.

Priestmans Mission ist eindeutig: Er will Großbritannien davon überzeugen, dass ein mit Hightech vollgestopfter Hochgeschwindigkeitszug wie der Mercury eine tragende Rolle in einer nachhaltigen, CO2-armen Verkehrstechnik einnimmt. Und wie der Rolls und die Concorde ist der Mercury die Kombination aus mangelnder Ingenieurskunst und totalem Luxus.

Bildergalerie

Der 400 Meter lange Doppeldecker wäre der erste Zug auf der Insel, der eine Höchstgeschwindigkeit von 225 Meilen pro Stunde (rund 350 km/h) erreicht. Dazu trägt die verlängerte Nase bei, die zu den längsten der Welt gehört. Passagiere finden sich in recht konventionellen Sitzen wieder, die mit Entertainment-Systemen gepimpt wurden. Kinder vergnügen sich in der Spielecke, Erwachsene an der Bar. [Kyle VanHemert / Tim Kaufmann]

[Via Priestmangoode, Dezeen]

Tags :
  1. Von außen ist er ja noch ganz akzeptabel aber die Inneneinrichtung ist nach allem, was man sieht ein totalausfall. Die Sitze sind ja noch normal aber ohne Gepäckablage? Holzboden und -treppe oder soll das Immitat sein? Geht mal gar nicht. Fahrräder lehnen am Glas und fallen bei der ersten Kurve durch den Raum und auch die Sofaecke ist alles andere als praktisch und gelungen. Was soll dieser hirnrissige Glasraum neben der Treppe sein?
    Zum Glück hat der Entwurf keine Chance auf realisierung.

    1. In der Tat hat das Konzept wohl eher geringe Chancen auf Realisation. Ich finde es dennoch wichtig, sich über das Reisen Gedanken zu machen… gerade wenn man Kunden von der fliegenden Billigsardinenbüchse in den Zug bekommen, muss man dessen Möglichkeiten ausschöpfen und die liegen vor allem in der Möglichkeit, die Garnitur multifunktional zusammenzustellen.

  2. Das Problem in England sind nicht die Züge, sondern das marode Gleissystem. Darüber hinaus gibts es dort kaum Strecken, die lang genug sind, um effizient mit einem High-Speed Zug befahren zu werden.

  3. Von der Ästhetik her, sicherlich ganz nett. Wirkt auf den Bildern recht hochwertig. In der Praxis allerdings sicherlich äußerst bedingt tauglich. Die „Chill-Lounge“ – diese schon weiter oben in den Kommentaren schon beschriebenene – Glasecke sehe ich auch nur als Platzverschwendung an. Außerdem mögen die lange „Sofaartigen“ Bänke nett aussehen, ich denke aber das man dort im Verhältnis deutlich weniger Leute unterbringen kann als in konventionellen Zugabteilen mit je auf jeder Seite zwei Sitzen… Da der Gang genau bei den den Füßen der Passagiere anfängt, dürfte sich das auch mit höherem Komfort gehabt haben… Insgesamt: Wenig überzeugend.

  4. Der Zug bleibt wahrscheinlich reine Fantasie.

    Das ist mir eine ICE lieber. Die Probleme des ICE liegen ja nicht an Siemens sondern an der Bestellung der DB. Der ICE wird ohne Probleme auch erfolgreich bei + 40° Hitze -30° in Spanien, China und Rußland eingestzt.

  5. Hitzeschock für die Fahrgäste: In Waggons der Bahn soll es wegen der Ausfälle von Klimaanlagen noch heißer gewesen sein als bisher bekannt. In einem der Pannen-ICE seien laut einer internen Fehleranalyse Temperaturen über 70 Grad gemessen worden, berichtet nun „Frontal 21“. Da sieht man, wo man hinkommt, wenn man ein Unternehmen auf Teufel komm raus privatisieren und an die Börse bringen will. Die Politiker sollten doch einsehen, dass manche Unternehmen besser im Staatsbesitz bleiben sollen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising