Plant Google den Verkauf von Anwenderdaten?

In einen siebenseitigen "Vision Statement", das 2008 verfasst wurde, wägt Googles Managerriege ab, ob es möglich ist, nicht böse zu sein und gleichzeitig mit Unternehmen mitzuhalten, die Suchanfragen und das Surfverhalten ihrer Anwender an Werbetreibende verkaufen.

Der Verkauf dieser Daten ist ein großes Geschäft geworden. Die Daten ermöglichen Werbetreibenden ihre Anzeigen genauer auf das Publikum abzustimmen. Je genauer das geschieht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Klicks und desto mehr zahlen die Werbetreibenden.

Das jetzt aufgetauchte Brainstorming-Dokument zeigt, dass Google seine Möglichkeiten abwägt, seiner Linie treu zu bleiben und diese Praktiken strikt abzulehnen oder sich der Geschäftsrealität zu stellen, in der andere Unternehmen das tun, was Google eigentlich viel besser könnte und jede Menge Geld verdienen.

Neue Unternehmen wie BlueKai und eXelate Media bieten User-Tracking-Dienste an. Google kriegt außerdem mächtig Konkurrenz von Facebook. Deshalb dürfte der Druck wachsen, die Definition aufzuweichen, nichts „Böses“ zu tun. Wir werden sehen, wie weit Google dabei geht.
[Adam Frucci/ Andreas Donath]

[Via WSJ, SlashDot]

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  1. Macht doch keinen Sinn. Google würde sich damit ja den eingenen Anzeigen-Markt kaputt machen. Wer würde schon über Google anzeigen schalten, wenn er die Daten selber hat. Google punktet doch genau hier, dass die Werbung zielgerichtet eingeblendet wird.
    Klingt genau wie das Gerücht, dass Google die Firmen in der Suche bevorzugt, die auch Werbung schalten.

  2. naja, ich sag mal so:

    man muss keine daten an dritte weiter geben um werbung an den mann zu bringen.
    man kann auch im auftrag von dritten werbung gezielt an die zielgruppe richten. dadurch bindet man den daten-käufer langfristig. schließlich gibt es nicht mehr als 6 milliarden menschen, und wenn google für einen datensatz 1€ verlangen würde könnten sie ja auch nur 6 milliarden € erwirtschaften (davon ausgehend dass der käufer die daten mit sicherheit unter der hand weitervertickt, wie’s heute ja schon massenhaft passiert – gibt nunmal keine kontrollbehörde). summa summarum nicht sehr viel für einen konzern wie google.

    googles aktuelles modell ist wesentlich effizienter, man müsste dem kunden nur deutlich machen dass es besser ist google monatlich einen kleinen beitrag zu zahlen um die besten ergebnisse zu erzielen, als facebook einmal ‚n arsch voll geld zu zahlen um mittelmäßige ergebnisse zu erzielen.

    immerhin werden die google daten auch ständig aktuell gehalten und gepflegt und das system lernt mit jedem anwender klick dazu.

    damit wären user und google und googles kunden zufrieden. der knackpunkt heißt doch marketing. die wenigsten kennen oder verstehen googles werbe-machine und die macht dahinter.

  3. @FlorianHD : Du hast mir grade viel Arbeit abgenommen. Genau das wollte ich auch schreiben.

    Wenn Google die Daten abgibt ist es in etwa so als ob Apple seine Patente verschenkt. Sie haben nichts davon, sie sind nicht Schober.

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