Übersteigerte Erwartungen: RIMs Versäumnisse beim BlackBerry Torch

Das BlackBerry Torch von RIM hat sich in den ersten drei Tagen nur 150.000 Mal verkauft? Gar nicht so schlecht. Das Drama liegt vielmehr darin, wie sehr sich RIM in seinen eigenen Hype gesteigert hat.

Die Leute sehen im Torch einen riesigen Misserfolg – und sie haben recht. Aber das liegt nicht an den Verkaufszahlen. 150.000 Stück sind eine ganze Menge. Eigentlich steht die Menge im Einklang mit zahlreichen Markteinführungen. Sprint hat genau soviele Evo 4G in den ersten drei Tagen verkauft und RIM hat es immerhin geschafft, dreimal soviele Geräte zu verkaufen wie Palm mit dem Pre.

Mit dem iPhone hingegen konnte das Torch nicht aufschließen. Das 3GS und das 3G sind am ersten Verkaufswochenende jeweils über eine Million Mal über den Ladentisch gegangen. 1,7 Millionen iPhone 4 wurden zum Start hin verkauft. Und hier kam RIM in Schwierigkeiten.

Der BlackBerry Torch ist nicht irgendein Smartphone für Rim. Es ist das Gerät, von dem RIMs Chef Jim Balsillie sagte, es markiere einen Quantensprung gegenüber allem bisher dagewesenem. Zahlreiche Videos und ein mysteriöser Monolith in AT&T-Läden beflügelten den Hype weiter. RIM tat gar so, als sei das Torch seine letzte Chance.

Das Ganze war gutes Marketing, wenn Sie denn nur den Kunden gut zugeredet hätten. Aber es sieht so aus, als hätte es RIM auch selbst geglaubt.

Ich weiss nicht, wieviele BlackBerry Torch von RIM ausgeliefert wurden. Aber es ist klar, dass sie erwarteten, mehr als 150.000 Stück zu verkaufen. Die Händler haben den Preis jedoch schon eine Woche nach Verkaufsstart halbiert und es dürfte schwer fallen, einen Laden zu finden, in dem die Torchs ausverkauft sind.

Es scheint absolut verrückt, aber RIM erwartete offensichtlich, ähnliche Verkaufszahlen zu erzielen wie Apple mit dem iPhone. Das Problem: RIMs Kernmarkt sind immer noch Unternehmen und die meisten Firmen aktualisieren ihre Hardware wenn sie müssen, und nicht, wenn die Hersteller es wollen. Dazu kommt: Das iPhone 4 wurde weltweit von fünf Telefongesellschaften auf den Markt gebracht – und das BlackBerry Torch ist bislang nur in den USA erhältlich. Außerdem ist es natürlich nicht besonders geschickt, dass AT&T sowohl das iPhone als auch das Torch anbietet. Schließlich kann sich der Kunde dann zwischen beiden Geräten entscheiden.

Dazu kamen Tests, die gänzlich ohne Begeisterung vom Torch sprachen. Das Smartphone hat ein 3,2 Zoll großes Display mit 480 x 360 Pixeln und einem Prozessor mit 624 MHz. Das lockt den Kunden nicht unbedingt hinter dem Ofen hervor. Wie kann es sein, dass RIM das nicht erkannte?

Wären die 150.000 Stück die gesamte Liefermenge gewesen und das Gerät als solides Werkzeug für Unternehmen mit einigen Social-Features positioniert gewesen, hätte die öffentliche Wahrnehmung besser ausgesehen. Nun wird das Torch verramscht. [Brian Barrett / Andreas Donath]

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  1. Wann hören die Leute endlich auf, Blackberrys mit iPhones zu vergleichen?
    iPhones sind Gadgets, Spielzeuge. Nett anzusehen, aber nicht unbedingt zweckmäßig.

    Blackberrys sind Werkzeuge. Optik, die den Zweck Funktionallität erfüllt. Nicht weniger, aber auch nicht viel mehr. War´s nie, und wirds wohl nie sein, so wie sich RiM im Moment anstellt.

    1. Willst du, dass ich ein Buch darüber schreibe?
      Das fängt mit den Push-Diensten an, Installation von Software durch den Admin over the air etc..
      Wenn es interessiert: Wikipedia, Blackberry dort vor allem unter Back-Office nachschauen.

    2. Anständiges Push wurde ja bereits erwähnt. CDMA Modelle. Administrierbarkeit over the Air. Die Infrastruktur, die dahinter steht. Hardware-Tastatur. Außerdem kann (muss) man Blackberrys nich Jailbraken. Für Privatanwender nicht wirklich relevant, aber ich will nicht wissen, was ein gejailbreaktes iPhone in ner Firmeninfrastruktur für ne potentielle Sicherheitslücke darstellt. Wenn es sowas überhaupt gibt.

  2. ja, ja… kommt mal wieder runter…
    bevor hier wieder diese kinderreien losgehen
    alà `BB besser als Iph*ne und umgekehrt…`

    mit dem Torch hat RIM definitiv nur einen leeren Blumentopf gewonnen,
    bleibt nur das dieses ominöse Storm3 besser sein wird…
    alà Torch ohne QWERTZ und Slider schnickschnack und einen gescheiten prozessor

    ist mir aber eigentlich wurst,
    ich will nur den WebKit Browser und Flash auf meinen BB 9700,
    der rest wie das OS_6 ist mir banane….

    gr33tz

  3. Das Teil kostet 99 Dollar. Ungefähr 75€. In der Preisregion ist es schon super, allein weil es einen Touchscreen hat.
    Warum erwarten alle 1Ghz in der Preisregion? 600Mhz sind für den Preis doch mehr als genug.

    Nochmal für Gizmodo: Das Handy ist nicht High End. Das Handy soll aber auch nicht High End sein. Das Handy kostet vor allem aber auch nicht High End. Wo ist das Problem?

    1. Ähm – wenn ich das richtig sehe, kostet das Torch 200 Dollar (o.k. jetzt knappe hundert) mit Zwei-Jahres-Vertrag. Online – ohne Vertrag – wird das Teil für ca. 600 Euro angeboten.

  4. Ich glaube langsam, Gizmodo-Blogger vergleichen sogar ihre Mütter mit dem Apple-Telefon. Fazit: Mutter scheisse, Apple-Telefon viel besser.

  5. Ich glaube, dass RIM den Zug endgültig verpasst hat. Blackberrys scheinen definitiv nur etwas für Geschäftskunden zu sein. Schon seit 2 Jahren nutze ich einen BB Bold und habe bisher auf grundlegende Veränderungen gehofft. Nichts passiert. In zwei Jahren hat der Hersteller nicht viel hinzugelernt, siehe Storm 1 und 2.

    Das was RIM uns mit dem Torch als Neuheit verkauft, gibt es schon seit 2 Jahren bei den anderen Herstellern. Ich bin sehr enttäuscht über diese Entwicklung. Blackberrys sind tolle Geräte mit enormem Potential. Der Hersteller will seine Geschäftskunden mit zu großen Veränderungen nicht verscheuchen, aber viele Neukunden wird er auch nicht hinzugewinnen.

    Wer ein Handy dieser Preisklasse im Jahr 2010 mit weniger als 1 GHz ausstattet, will auf dem ganz großen Markt nicht mitmischen.
    Statt weiter neue Handys zu produzieren, sollen sie viel mehr an der Qualität der bestehenden Produkte arbeiten. Aber der große Absturz kommt , noch schneller als gedacht für RIM. Erst dann werden Sie, hoffentlich, wieder konkurrenzfähig.

    MfG

    1. Sachtmal, wie doof kann man eigentlich sein?

      Was bringt mir eine 1 GHz CPU in einem Gerät, dass ineffizient mit den Ressourcen umgeht?

      Genau, nix! Ausser einer marginalen Penis-Verlängerung.

      Das Torch läuft hervorragend mit der CPU. die Taktrate ist sowas von irrelevant, das sollte doch eigentlich mittlerwiele jedem klar sein…

  6. Irgendwie erinnert die story bischen an palm, auf dem consumer markt scheint rim nix zu reissen, mal sehen ob ein starker business markt reicht um unabhàngig zu bleiben

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