Nikon D3100: Erste Spiegelreflex mit echtem Video-Autofokus

Mit der D3100 legt Nikon den Nachfolger der Einsteiger-Spiegelreflexkamera D3000 auf. Damit gibt es zum ersten Mal eine digitale Spiegelreflex, die bei der Aufzeichnung von Videos einen echten Autofokus bietet. Inklusive Kit-Objektiv kostet sie rund 600 Euro.

Zuletzt hatte Canon Nikon den Rang in Sachen DSLR-Video abgelaufen. Das kam zwar ein bisschen überraschend, nachdem Nikon mit der D90 den Markt eröffnet hatte, konnte andererseits aber nicht wirklich verblüffen, denn Canon hat – anders als Nikon – eine lange Tradition bei Videokameras. Mit der D3100 schließt Nikon nun auf Canon auf. Sie zeichnet Videos mit 1080p@24fps in h.264 auf. Gegenüber den bisher üblichen 720p und Motion JPEG ist das ein großer Fortschritt.

Das Prunkstück der D3100 ist aber der Autofokus, der erstmals auch beim Videofilmen aktiv ist. Bis zu 35 Fokuspunkte werden dabei überwacht. Filmprofis lachen sich darüber zwar schlapp, aber die breite Masse ist Autofokus nun mal vom Camcorder gewohnt und möchte diesen Komfort auch auf der DSLR nicht missen. Technisch fußt der Autofokus übrigens nicht auf einem zweiten Sensor, sondern einer sehr schnellen Kontrastmessung, die durch Nikons neuen Expeed2 Bildprozessor möglich wird. Mal gespannt, wie gut das in der Praxis funktioniert.

Für den Fall, dass Ihr einfach „nur“ Fotos machen wollt: Die D3100 ist mit einem neuen 14,2 Megapixel CMOS-Sensor ausgestattet, der den CCD-Sensor der D3000 auch in Sachen Bildqualität übertrumpfen sollte. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 3200 und lässt sich in zwei Stufen auf ISO 12.800 erweitern. Der Autofokus arbeitet mit 11 Messpunkten. Mit drei Bildern pro Sekunde gehört die neue Nikon zu den eher gemächlichen Kameras, aber so ist das eben bei den Einstiegsmodellen.

In Kombination mit dem 18-55mm f3.5-5.6 Kit-Objektiv wird die ab Mitte September erhältliche D3100 rund 600 Euro kosten. [Matt Buchanan / Tim Kaufmann]

[Via Nikon]

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  1. Wo habt ihr denn die Info von dem Autofokus im D-Movie Modus her wenn Nikon selbst nichtmal drüber informiert? Ich finde dazu nichts.
    Ihr meint vielleicht die Motiverkennung und Gesichtserfassung im Live-View Modus. Der hat aber nichts mit dem D-Movie Modus am Hut. Die D90 hatte auch schon eine Gesichtserkennung.
    Jedenfalls eine super Sache, dass man jetzt in 1080p und h.264 Videos machen kann. Bin gespannt ob der Rolling Shutter und das Lichtflackern bei Neonröhren verschwunden ist. Ich hoffe.

  2. Neu ist Video-Autofokus bei den so genannten VDSLRs ja nicht. Der Titel stimmt so also schonmal gar nicht (vllt ist es ja bei Nikon neu…), die D3100 ist daher sicherlich nicht die „erste Spiegelreflex“. Meine 550D von Canon hat auch einen Video-Autofokus. Die wirklich interessante Frage bei dem ganzen ist (WENN die Informationen tatsächlich stimmen und Nikon den Video-AF als besonderes Feature der Kamera betitelt), ob der AF wirklich brauchbar ist und mit professionellen oder semiprofessionellen Camcordern mithalten kann. Das Problem liegt hier bei der großen Blende, die fast alle Objektive für DSLR haben (diese sind sowieso in erster Linie aufs Fotografieren optimiert, kein Fotograf braucht ein Objektiv, das durch das ganze Bild durchgehend scharf abbildet). Je größer diese ist, desto kleiner ist der Schärfebereich, sprich fokussiert man ein Objekt, wird alles vor oder hinter diesem Objekt unscharf. Je kleiner die Blende, desto größer wird der Schärfebereich. Bewegt sich das anvisierte Objekt woanders hin, muss die Kamera bei kleiner Blende, ganz klar, dieses erneut scharf stellen. Hier ergeben sich die Probleme beim Filmen:

    1. Bei der Kontrastmessung sind mindestens 2 Messungen notwendig, um die optimale Schärfe zu ermitelln. Heißt, man wird nie einen „glatten“ Fokussiervorgang erleben, weil sich die Kamera sozusagen immer erst verrechnet und das Motiv unscharf stellen muss, bevor es scharf wird. Wie gesagt, sind 2 Messungen „mindestens“ notwendig. Bei der 550D ist es beim Video-Autofokus so, dass es in schwierigen Situationen (auch abhängig vom Objektiv, der Schnelligkeit des Motors und Abstand zum Objekt etc.) ungefähr 3 Sekunden dauert, bis das Motiv scharf gestellt ist. Und dabei wird vielleicht 3 oder 4 Mal vor und zurückfokussiert. Da ist manuelles Fokussieren mit etwas Übung weitaus günstiger, wenn auch für den Hobbyfilmer vllt etwas nerviger und außerdem sind

    2. die AF-Motoren der meisten Objektive im AF-Modus so laut, dass man auf seinem Sommer-Urlaubsvideo die Grillen nicht mehr hört. Beim manuellen Fokussieren hingegen hört man bei vielen Objektiven nichts. Und wenn man doch ein Objektiv mit superleisem Motor haben möchte, muss man schon so weit in die Tasche greifen, dass sich eine semiprofessionelle Videokamera mehr gelohnt hätte. Daher lohnt sich eine VDSLR auch wirklich nur, wenn die Fotografie im Vordergrund steht und man die Video-Option als nettes Feature betrachtet.

    Selbstverständlich lässt sich das Bild durch kleine Blende durchgehend scharf stellen und somit das AF-Problem beseitigen, doch leider geht durch die kleinere Blende auch weniger Licht, was gerade in dunklen Situationen hinsichtlich der Bildqualität (höhere ISO-Werte um das Bild heller zu machen; dafür mehr Bildrauschen) und der Helligkeit und Erkennbarkeit des Motivs sehr ungünstig sein kann.

    Bei richtigen Hobby-Filmer-Camcordern ist zu Gunsten einer einfachen Bedienung das Objektiv für einfache Bedienung auf die Kamera abgestimmt, sodass man fast nichts mehr unscharf abbilden KANN.

    Ich persönlich kann eine VDLSR nur dann empfehlen, wenn der Nutzer sich dessen im Klaren ist, etwas mehr über Fotografie und physikalische Grundlagen lernen zu müssen. Dann lassen sich schon Urlaubsvideos im Kinoformat drehen. Von den Herstellern aus gesehen ist Video bei DSLR sowieso nur Hype, um Käufer zu locken, die später aber weder von der richtigen Fotografie noch vom richtigen Filmen Ahnung haben. So eine Kamera in den „Hobby-Fotografie“-Bereich zu stecken ist doch eigentlich quatsch! Naja, wenns ums Geld geht *Augenroll*

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