Alles ändert sich, auch die Regeln der Physik

"Multiversum"-Verfechter glauben, dass es andere, abgedrehte Universen abseits der Unsrigen gibt, die sich möglicherweise mit ihrer einzigartigen Physik rühmen könnten.

Das ist die eine Theorie. Eine andere kam diese Woche auf, die behauptet, dass die Gesetze der Physik in diesem Universum alles andere als konstant sind.

Unter Verwendung einer farbenfrohen Grafik und griechischen Buchstaben wie Alpha schickte sich Professor John Webb von der University of New South Wales an, die Zuhörer mit seinem Vortrag umzuhauen. Webb sagte, dass sich im Äther unsere scheinbar unzerstörbaren Gesetze biegen (Zur Erklärung: Alpha wird hier als die „feinstrukturelle Konstante“ verwendet, die alle physikalischen Gesetze bindet):

„Nach dem Vermessen von Alpha in rund 300 weitentfernten Galaxien, wurde eine Beschaffenheit festgestellt: diese magische Nummer, die uns die Stärke von Elektromagnetismus verrät, ist nicht überall die gleiche wie sie hier auf der Erde ist. Es scheint, dass sie kontinuierlich entlang einer bevorzugten Achse durch das Universum schwankt“, sagte Webb. „Die Auswirkungen auf unser momentantes Verstehen der Wissenschaft sind enorm. Wenn es sich herausstellt, dass die Gesetze der Physik lediglich als „lokale Vorschriften“ gelten, könnte es sein, dass der von uns beobachtete Teil des Universums die Existenz von Leben und menschlichen Wesen begünstigt, woanders aber die abweichenden (physikalischen) Gesetze die Entstehung von Leben, wie wir es kennen, unmöglich machen.“

Die offensichtliche Schwankung von Galaxie zu Galxie soll winzig sein – ungefahr 1/100.000 – aber offensichtlich reicht das schon aus. Webb glaubt dass – falls seine These korrekt ist – die Menschheit komplett neue Physik-Theorien benötigt. Theoretisch. [Jack Loftus/Jens-Ekkehard Bernerth]

[Science via Geekologie]

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  1. Genial. Es gibt übrigens einen SF Autor, der mit dieser Idee schon vor Jahren spielte: Vernor Vinge. Und ganz nebenbei sind die Bücher einfach nur gut :)

  2. Ja und? Hegel hat 1807 die creatio ex nihilo vorausgesagt, die die Quantenphysik nun endlich nachgewiesen hat.

    Die Physik hängt in ihren Vorstellungen immer schön weit hinterher – in diesem Fall mal lockere 200 Jahre. Ich vermute, das ist der Grund, warum Physik sich so toll für Konservative eignet, wie für unsere flockig-lustige Führungskanzlerin mit der eisernen Faust, die ja promovierte Physikerin ist. Da kann sich der Konservative mit der Modernität einfach mal ein paar Jahrhunderte Zeit lassen…

    Wer Methodenvielfalt und wirkliche grenzüberschreitendes Vorausdenken will, muss sich mit Philosophie beschäftigen. Physik hat ja stets nur alte philosophische Konzepte in neuen Schläuchen kredenzt.

    1. Solche Ideen hatten schon Aristoteles oder Thomas von Aquin. Das war aber Philosophie, die nur gedankliche Grundmauern für Wissenschaften legt. Physik hängt nicht wirklich irgendwas hinterher: Alles muss nur valide, reliabel und objektiv sein und genau deswegen wird nicht jede Überlegung sofort übernommen.
      Außerdem glaube ich, dass du dieses Beispiel wegen Stephen Hawkings Buch ausgesucht hast!? Gerade solche Bücher versuchen Gott in irgendeiner Weise (Beweise gegen/für Gott, Vergleiche dazu frühere Veröffentlichungen von ihm) einzubringen ohne wahre Aussagen machen zu können. Hauptsache es treibt die Verkäufe hoch.
      In der Quantenphysik, die ohnehin eher verwirrend als erleuchtend ist, werden keine Aussagen über Gott gemacht.
      Deswegen finde ich dein Kommentar, das pauschal über alle Physiker herzieht (Vorurteile?) und eine seltsame Brücke zur Kanzlerin schlägt, für ein bescheidenes Ergebnis deiner Denkarbeit.

    2. Ich dneke eher hier spricht der Neid eines Philosophen der es nicht schaft mit der heissen Luft die sein Mundwerk verlässt soviel Geld zu verdienen wie ein gut ausgebildeter Physiker :)

      1. Sign!

        Wenn ein Philosoph mal was gesagt hat, was dann spaeter durch physikalische MESSUNGEN bewiesen wurde, dann vergessen die Philosophen all die anderen Meinungen der tausend anderen Philosophen und sagen „Seht her, wir haben es immer gewusst!“

        Ich erinnere nur an die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft. Aber jetzt kommt bestimmt wieder ein Philosoph und meint, dass man das im uebertragenen Sinn sehen muss, und dass wir die vier Grundbausteine noch nicht gefunden haben.

        Philosophie kann jeder!

        1. „die anderen Meinungen der tausend anderen Philosophen“

          Nur damit ichs verstehe – was ist an verschiedenen Denkperspektiven jetzt falsch? Physik ist nicht die Wahrheit, sie versucht sich, an das anzunähern, was sie für Wahrheit hält und erkennt dabei selbst, dass erstens Wahrheit nicht erreichbar ist und zweitens Wahrheit als Wahrheit nicht erkannt werden kann. Damit könnte also auch alles ganz anders sein. Wahrheit ist also Fiktion. Und hier kommen die anderen Denkperspektiven ins Spiel. Und darüber hinaus haben empirische Wissenschaften ein weiteres Problem, ihre unüberwindbare Grenze: Alles, was nicht beobachtbar ist (ob direkt oder indirekt, ist egal), kann sie im Sinne eines kognitiven Prozesses einfach nicht klären. Diese Grenze überschreitet Philosophie.

          Der Punkt ist nicht, ob etwas valide oder invalide ist, der Punkt ist, ob es denkbar ist. Alle Physik konstruiert nur verbal ne vermeintliche und durch das Fach selbst konstruierte Wahrheit. Kennt dabei aber nur eine Methode (ne empirieähnliche), deren Richtigkeit sie aber mit eigenen Mitteln nicht beweisen kann – dafür braucht sie die Wissenschaftstheorie, die ein Teilgebiet der Physik ist. Physik ist demnach nichts weiter als ein Teilgebiet der Philosophie – und genau als das hat sich auch Newton verstanden – als Naturphilosoph (der hat sich selbst immer so genannt und nie Physiker). Fakt ist aber, dass physikalische Entdeckungen immer durch die Philosophie vorausgedacht wurden. Die Physik ist also nichts weiter, als ein methodisch fixierter Arm der Philosophie, der aufgrund der in ihr geltenden Wahrheitsannahme von der Philosophie vorausgedachtes nachweist. Übrigens bildet die Physik, das, was hier im Großen stattfindet im Sinne eines re-entry nach: Der Physiker hat erst eine Annahme und richtet an ihr seinen Versuchsaufbau aus.

          Ob man es nun anerkennen will oder nicht, die Physik hängt in ihren Denkmodellen dem Zeitgeist immer hinterher. Es geht gar nicht anders.

        2. Interessante Sichtweise…

          Allerdings glaube ich nicht, dass man in einer Wissenschaft generell dem „Zeitgeist“ folgen sollte.
          Diesen Anspruch hat speziell die Physik nicht.
          Ich sehe den Anspruch der Physik in dem Punkt dass die messbare Realität durch sie beschrieben werden sollte. Natürlich muss man etwaige Modelle dann jedes mal anpassen wenn durch neue oftmals genauere Messmethoden ein anderer Blickwinkel auf die Daten gewonnen wird.
          Der Physik jedoch vorzuwerfen sie würde hinterherhinken, nur weil Theorien erst als gute Modelle angenommen werden wenn sie durch Messungen oder Beweise, die auf Grundlage von vertretbaren Annahmen beruhen, finde ich doch sehr mutig.

          Recht geben muss ich dir bei der Tatsache dass Die Physik letztendlich, zumindest historisch gesehen ein teilgebiet der Philosophie ist. Allerdings sehe ich auch hier nicht die Konsequenz dass die Philosophie hier eine größere Allgemeingültigkeit hat.
          Wenn es darum geht physikalische Fakten zu beschreiben würde ich nicht auf das Urteil eines Philosophen vertrauen, genau wie ich in medizinischen Fragen eher den Arzt als den Physiker bevorzugen würde, obwohl Medizin letzen Endes auch nur ein Teilgebiet der Physik ist.

          Den Vorwurf dass Messungen anhand von Annahmen geplant werden kann ich ncith entkräften. Allerdings sehe ich hier nichts verwerfliches: In jeder Wissenschaft (und übrigens auch in jeder Pseudo-Wissenschaft oder sogar der Religion) muss man als Startpunkt unbeweisbare Annahmen wählen (mathematisch auch Axiome genannt). Dies ist auch in der Philosophie nicht anders.
          Allerdings hat die Philosophie hier die Freiheit auch offensichtlich unsinnige bzw. der Alltagserfahrung widersprechende Annahmen zu wählen, während die Physik immer an unsere hier erlebbare Realität angepasst sein muss.

  3. das ist vermutlich der grund warum das iphone 4 hier in unserem teil der galaxie signalstörungen hat und es bei den Xavianern in der andromeda galaxie während den betatests einwandfrei funktioniert hat!

    1. mal unter uns foaty, halt einfach den rand. möchte nicht, dass dieser kranke mist, den du verzapfst auf meinen guten namen zurückfällt, du penner.

    2. Wie ein Vollidiot ein so interessantes Thema mal wieder total zunichte machen kann, indem er es für nötig erachtet, seine bescheuerte Abneigung gegen Apple kundzutun. Fi** dich doch einfach.

      An Iota: Du sprichst mir aus der Selle

      An Polygon: Und genau bei „Objektivität“ gibt es doch kein Weg an der Philosophie vorbei. Was genau ist denn „objektiv“? Ab wann gilt etwas „objektiv“? Ist dieser Maßstab richtig? Warum gelten nur die Theorien als „wahr“, die von der Allgemeinheit als solche erachtet werden? Es sind nur Theorien und wenn man ganz radikal vorgeht könnte man auch die Meinung vertreten, dass es so etwas garnicht gibt. Aber ohne das funktioniere die Menschheit überhaupt nicht.

      Diese ganzen Erklärungsversuche unseres Daseins sind doch ein reines Dilemma!

      1. Sicher, da hats du natürlich recht. Es heißt ja nicht umsonst, dass die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften ist. Ich wollte nur sagen, dass die Physik noch andere Elemente vereint, aber deswegen ist es nicht weniger wertvoll als die Philosophie.

      2. Wenn ein Philosoph mal was gesagt hat, was dann spaeter durch physikalische MESSUNGEN bewiesen wurde, dann vergessen die Philosophen all die anderen Meinungen der tausend anderen Philosophen und sagen „Seht her, wir haben es immer gewusst!“

        Ich erinnere nur an die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft. Aber jetzt kommt bestimmt wieder ein Philosoph und meint, dass man das im uebertragenen Sinn sehen muss, und dass wir die vier Grundbausteine noch nicht gefunden haben.

    3. kreativ muss man schon sagen. allerdings total überflüssig

      zu thema: interessant aber dann müsst ich ja alles nochmal lernen D:

  4. alpha ist 42! und das ist konstant. evtl ist unsere warnehmung von weit entfernten objekten durch interferenz oder rauschen unscharf und daher _scheint_ alpha uns dort anders.

  5. Is ja ne Riesen Erkenntnis … Ne Konstante ist doch nur ne Konstante weil man nicht weiß wie man sie ändert … Und mit unserem begrenzten Fassungsvermögen, was Universell gesehen wirklich begrenzt ist, ist es einfach schwierig Vorstellbar, dass Konstanten auf denen unsere Existenz beruht änderbar sind! Spätestens wenn man einen Messfühler in ein schwarzes Loch stecken kann werden wir feststellen wie änderbar Physikalische „Konstanten“ doch sind …

    Außerdem liebe ich SciFi und das hat gefälligst änderbar zu sein ^^

  6. Abwarten, entweder sie setzt sich durch oder andere Koepfe schicken sie zurueck wo sie hergekommen ist. Es gibt viele solcher Theorien, die sich nicht durchsetzen oder einfach nicht Akzeptiert werden.

    Ich persoenlich, weiss heut zu Tage nicht mehr, was ich glauben soll oder nicht.
    Dieses Thema ist sowieso sehr umstritten, wie die Stringtheorie zB.
    Lese es aber trotzdem gern und fantasiere mir selber was zusammen aus dem ganzen. :P

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