Ein Ring, wie aus einem versteinerten Wald

Die meisten Männer dürften wohl keinerlei Faible für Schmuck wie Ringe oder Kettchen haben, von Ausnahmen mal abgesehen. Eventuell sorgt aber dieser besondere Ring bei so manchem Kerl für ein Umdenken, ist er doch mit einer Samurai-Schwertschmiedetechnik gefertigt.

Der Schmied James Binnion hat sich die Mokume-Gane Schmiedetechnik angeeignet und sie bei Ringen angewendet, wodurch sie eine ganz besondere Zeichnung erhalten.

Wikipedia weiß über die Technik:

Mokume-Gane ist eine Schmiedetechnik, die ihren Ursprung in Japan um 1600 hat. Je nach vorliegender Quelle kann auch ein Jahr um 1700 benannt sein, ausgehend von der Annahme, dass Denbei Shoami der Erfinder von Mokume-Gane ist. Der Name charakterisiert das typische Aussehen der Schmiedeteile. Mokume (wörtlich „Holzaugen“) bedeutet „Holzmaserung“ und Kane bedeutet „Metall“.[…]

Das Ausgangsmaterial, auch als Schichtblock bezeichnet, für diese Techniken entsteht aus dünnen Metallplatten, die durch Schmieden miteinander verschweißt werden, wie bei der Technik zur Herstellung von Damaszener Stahl. Bei Mokume-Gane werden bevorzugt Metalle und Metalllegierungen kombiniert, die anschließend ein möglichst kontrastreiches Muster ergeben. Wichtig ist, dass die verwendeten Metalle ähnliche physikalische Eigenschaften wie Härte und Schmelztemperatur besitzen, da das Verschweißen der Metallplatten kurz unterhalb der Schmelztemperatur erfolgt. […] Wenn der Schichtblock hergestellt ist, bekommt er durch vielfältige Weiterverarbeitung mit verschiedensten Schmiede-, Ätz- und Gravierungstechniken sein individuelles Muster.

Binnion verzurrt bis zu 30 Schichten und laminiert sie in einem elektrischen Brennofen, bevor er sie schmiedet, verziert und schließlich in ein wunderschönes Schmuckstück für den Finger verwandelt. Das Resultat: (Ehe)Ringe, die aussehen, als ob sie aus einem versteinerten Wald gefertigt wurden. [Brian Barrett/Jens-Ekkehard Bernerth]

[James Binnion via Core77]

Tags :
  1. Sorry Leute, aber das ist nicht wirklich was neues in der Schmuckherstellung (auch wenn es heute nicht mehr viele machen). Solche Ringe habe ich schon anno dazumals in meinem Goldschmiedepraktikum gesehen (und das ist nun schon wirklich einige Jahre her). Schön sind sie aber nach wie vor :)

  2. Solche Ringe hab ich auch schon öfter gesehen, je nach verwendeten Materialien und Aufwand dürften die Preise so bei EUR 500-600,- starten.

  3. Wir haben uns solche Ringe als Eheringe ausgesucht, die wirklich super klasse aussehen :o)
    Und es stimmt, die Ringe werden schon lange hergestellt. Es gibt aber nur noch wenige, die es derzeit (gut) machen.
    Schöne Beispiele findet man bspw. auch bei „unserem“ Goldschmied Felix Westenberger

    Ach… und auf der verlinkten Seite oben (vondir.de/….) ist kein richtiger Mokume-Gane Ring abgebildet. Solche Muster sind mit der Technik nicht wirklich möglich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising