Graphene: Wofür haben die Jungs den Nobelpreis bekommen?

graphenenobel

Zwei Physikprofessoren haben den Nobelpreis für etwas gewonnen, das Graphene heisst. Genauer gesagt für ihre "Grundlagenforschung mit dem zweidimensionalen Material Graphene." Der Nobelpreis ist so etwas wie die Goldmedaille bei den olympischen Spielen. Aber was ist Graphene?

Der Physiknobelpreis für Andre Geim und Konstantin Novoselov wurde für die Experimente mit dem Stoff Graphene verliehen – wir wollen euch mit einfachen Worten erklären, was das ist und wofür es gut ist. Erwartet jetzt aber keine physikalisch korrekte Abhandlung.

Graphene (auf englisch Graphene) sind einfach gesagt einfach Kohlenstoffatome. Das gleiche Material, was auch in eurem Bleistift steckt. Diese Atome sind in einem Hexagon (Sechseck) angeordnet. Hört sich eigentlich unspektakulär an. Geim erklärt es selbst so: „Alles in unserer dreidimensionalen Welt hat eine Länge, Breite und eine Höhe. Zumindest haben wird das gedacht.“ Geim und Novoselov erweitern mit ihrer Forschung unser Wissen über Materialien, die nicht dreidimensional sind, weil sie nur eine Atomlage dick sind. Ihnen fehlt förmlich eine ganze Dimension.

Das ist zugegebenermaßen schwer vorstellbar. Es gibt eine ganze Stoffklasse, von der wir derzeit nur wenig wissen. Geim hatte am Anfang nach eigenen Angaben keinerlei Ahnung, wofür ein Material wie Graphene nützlich sein könnte. Mittlerweile ist das anders. Trotz – oder gerade wegen seiner Zweidimensionalität ist Graphene die härteste und zugleich dünnste Struktur, die wir kennen.

Es kann gezogen werden wie Gummi und ist gas- und flüssigkeitsdicht. Es ist auch leitfähig und könnte irgendwann einmal Silizium und Kupfer ablösen.

Der nächste Schritt? Optimisten sagen, das wir in ein neues Kohlenstoffzeitalter eintreten werden. Geim selbst hofft, dass Graphene und andere zweidimensionale Kristallstrukturen unser tägliches Leben so ändern wie einst Kunststoffe. Wir werden abwarten und ziehen derweil unseren Hut vor den Forschern. [Sam Biddle / Andreas Donath]

(Bild: Sam Spratt mit dem Android 3D Render von Rich D. Besucht Sams Portfolio und seine Facebook-Seite.)

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  1. …gab‘ es so ein ähnliches Zeug nicht auch in „The Core“?
    Das war IIRC auch aus Kohlenstoff und verdichtete sich bei Stärker werdenden Druck und konnte so gewaltigen Druck widerstehen.

    1. Jup ist teoretisch schon seid langen in der Wissenschaft bekannt aber erst von den beiden praktisch geschaffen

      Zitat Spiegel.de :In der Theorie war Graphen schon lange bekannt, dass es tatsächlich existiert, glaubten nur wenige Forscher.

    1. Jein. Ladungsträger können sich in diesem Material vereinfacht gesagt nur in 2 Dimensionen bewegen, deshalb ich das Material für sie 2 Dimensional. Es kann auch nicht „dünner“ werden.

      Ihr könnt euer Graphen übrigens leicht selbst herstellen. Ihr benötigt lediglich einen Bleistift und Tesafilm (Scotchtape)….also, losforschen!

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