Steinzeit-Hightech war ihrer Zeit 55.000 Jahre voraus

mourre1hr

Wie würdet Ihr Euch fühlen, wenn der Nachbar schon einen Quanten-Computer zu Hause hättet, während Ihr noch mit irgendeinem x86-Abkömmling durch die Gegend gondelt? Ziemlich genau so wie unsere Vorfahren, die nicht zu der Gruppe von Menschen gehörten, die in den Höhlen von Blombos (Süd-Afrika) wohnten. Denn die haben Werkzeuge entwickelt, die ihrer Zeit 55.000 Jahre voraus waren.

Bereits vor einiger Zeit hatten Wissenschaftler Belege dafür entdeckt, dass die Menschen von Blombos bereits vor 75.000 Jahren Schmuck und Muschelketten gefertigt haben, Techniken die anderenorts erst vor 30.000 bis 20.000 Jahren entwickelt wurden. Nun hat ein Forschungs-Team rund um Vincent Mourre weitere Belege dafür gefunden, dass es sich bei den Blombosern um eine Hightech-Zivilisation handelte. Sie haben ein Technik namens Druck-Abplatzen („Pressure flaking“) entwickelt, dank der rund 55.000 Jahre vor dem Rest der Menschheit über scharfe Messer verfügten. Im Magazin Science steht darüber sinngemäß: „Das Werkstück, ein Stein, wird zunächst durch ein hammerähnliches Werkzeug in die gewünschte Grundform gebracht. Anschließend übt der Werkzeughersteller mit einem Tierknochen oder einem ähnlich harten Werkzeug Druck auf die Kanten des Werkstücks aus, so dass es zu kleinen Abplatzern kommt. Stück für Stück entstehen so scharfe Kanten und eine Spitze. Bislang ging man davon aus, dass diese Technik erst vor 20.000 Jahren entwickelt wurde.“

Wie es dazu kam, dass die Höhlenmenschen von Blombos diese Technik bereits lange vor der übrigen Menschheit ersannen, ist unbekannt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat ihnen dieses Wissen aber einen mächtigen Wettbewerbsvorteil an den damaligen Fleischtöpfen verschafft, spätestens als ihre Abkömmlinge auch Asien und Europa besiedelten. Und wer weiß – vielleicht verdanken wir ihnen ja das für unsere Zivilisation typische Streben nach technischem Fortschritt? [Annalee Newitz / Tim Kaufmann]

[Via Science]

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    1. neiiiiiiiin….wäre das ding von jobs vorfahren gewesen, hätte man damit weder schneiden noch tiere erlegen dürfen. das ding wäre dann höchstens zum umrühren einer suppe gut gewesen. zumal das teil vermutlich dann bei einem sturz auf den boden extrem gesplittert wäre und niemals bis heute in solchem zustand überlebt hätte.

      1. Blöd nur, dass es wegen fehlender Kochgefäße auch noch keine Suppen gab. Eben der Zeit weit voraus! ;-)
        Ich nehme aber an, dass wenn man es falsch gehalten hätte (Finger auf der Schneide), die Schärfeleistung sofort um 80% zurückgegangen wäre…

  1. Nein, wenn das teil von apple wäre und dam,als schon das amerikansiche patentregime gegolten hätte, würde wir heute noch in höhlen wohnen……

  2. das ist bestimmt der erste prototyp von einem stylus für resitive displays.
    die haben ihn aber nicht weiterentwickelt, weil apple das kapazitive display erfunden hat.
    jaja die schönen menschen aus curpetino mal wieder. bereichern unser leben in allen lebensbereichen.

  3. So richtig erfolgreich scheinen die dennoch nicht gewesen zu sein, schließlich hat es 55000 Jahre gedauert, bis ihre Erfindung sich durchgesetzt hat. Entweder sind sie vorher ausgestorben, oder sie waren eine Horde ohne jeden Kontakt zur Außenwelt (Vorfahren der E-Techniker?).

    Kann man bessere Argumente für OpenSource finden?

    1. Sowas wie eine Außenwelt gab es damals wohl noch nicht, und zwischen den beiden Auftreten der Druckspantechnik lagen nicht nur 55.000 Jahre sondern auch über 10.000 km inkl. Sahara. Außerdem waren die Protokolle der P2P-Netzwerke zum Austausch der „Software“ (Know-How) noch nicht so ausgefeilt.

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